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Immobilienpreisentwicklung in Hamburg 2026: Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen im Fokus

Immobilienpreisentwicklung in Hamburg 2026: Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen im Fokus

Dr. Nicholas Ziegert

19. Mai 2026

Aktuelle Zahlen aus dem Immobilienmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte – mit Stadtteil-Einblicken und Musterpreisen aus Hoheluft-West, Duvenstedt und Nienstedten.

Der Hamburger Immobilienmarkt hat sich im Jahr 2025 weiter stabilisiert. Nach dem kräftigen Einbruch der Jahre 2022 und 2023, ausgelöst durch die Zinswende und die damit verbundene Verunsicherung bei Käufern und Finanzierern, zeigt der aktuelle Immobilienmarktbericht Hamburg 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte ein ermutigendes Bild: Die Transaktionszahlen steigen wieder deutlich, und die Preise haben in den meisten Segmenten einen Boden gefunden. Das ist zunächst einmal ein positives Signal für die gesamte Immobilienbranche – Makler, Projektentwickler und Finanzierer können wieder auf ein wachsendes Marktvolumen blicken. Für Käufer und Verkäufer bedeutet der Anstieg vor allem, dass Angebot und Nachfrage wieder besser zueinander finden und der Markt nach der Schockstarre der Zinswende wieder in Bewegung gekommen ist.

In diesem Artikel schauen wir uns die wichtigsten Ergebnisse des Berichts an, konzentrieren uns auf die Segmente Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in Neubau und Bestand und werfen einen genaueren Blick auf drei sehr unterschiedliche Hamburger Stadtteile: das urbane Hoheluft-West, das grüne Duvenstedt und das exklusive Nienstedten.

Der Hamburger Immobilienmarkt im Überblick: Erholung setzt sich fort

Insgesamt wurden 2025 in Hamburg 10.120 Kaufverträge beurkundet – ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr (9.089). Der Geldumsatz stieg um 5 Prozent auf rund 9 Milliarden Euro. Damit bewegt sich der Markt deutlich oberhalb des Tiefpunkts von 2023 (7.063 Verträge), auch wenn das Vorkrisenniveau von 2021 mit über 11.000 Verträgen noch nicht wieder erreicht ist.

Eigentumswohnungen machen mit 58 Prozent aller Transaktionen den größten Anteil am Hamburger Immobilienmarkt aus, gefolgt von bebauten Grundstücken (34 Prozent) und unbebauten Bauflächen (6 Prozent). Diese Verteilung zeigt, wie stark der Hamburger Markt vom Wohnungseigentum geprägt ist – und wie zentral die Preisentwicklung in diesen Segmenten für Käufer und Eigentümer ist.

Einfamilienhäuser: Preise stabilisieren sich auf hohem Niveau

Transaktionsvolumen und Gesamtpreise

Im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser wurden 2025 insgesamt 2.690 Objekte verkauft, ein moderater Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2.551). 56 Prozent der Verkäufe wurden über Makler abgewickelt. Der Geldumsatz lag bei knapp 1,95 Milliarden Euro und damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Medianpreis – also der mittlere Kaufpreis, der gegenüber einzelnen Ausreißern nach oben oder unten robuster ist als der arithmetische Mittelwert – lag 2025 bei 565.000 Euro. Das ist ein leichter Anstieg von einem Prozent gegenüber 2024. Der arithmetische Mittelwert sank dagegen um 6 Prozent auf 759.000 Euro, was vor allem auf weniger Transaktionen im oberen Luxussegment zurückzuführen ist. Die Spanne reicht dabei von 45.000 Euro am unteren Ende bis hin zu 10 Millionen Euro für ein Spitzenobjekt.

Preise nach Gebäudetyp

Aufgeschlüsselt nach Gebäudetypen zeigen sich die Preisunterschiede deutlich. Freistehende Einfamilienhäuser erzielten 2025 einen durchschnittlichen Kaufpreis von 927.000 Euro (Median: 681.000 Euro), mit einem Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doppelhaushälften kamen auf durchschnittlich 624.000 Euro (Median: 545.000 Euro), Endreihenhäuser auf 565.000 Euro (Median: 500.000 Euro) und Mittelreihenhäuser auf 473.000 Euro (Median: 430.000 Euro). Besonders auffällig: Während freistehende Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften leicht im Preis nachgaben, legten Endreihenhäuser um 7 Prozent und Zweifamilienhäuser sogar um 8 Prozent zu.

Quadratmeterpreise nach Baujahr und Lage

Die Quadratmeterpreise für freistehende Einfamilienhäuser variieren 2025 erheblich – abhängig von Baujahr und Lageklasse. In mittlerer Lage bewegen sich die Durchschnittspreise für Altbauten (bis 1919) bei rund 5.050 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für Neubauten ab 2020 liegt der Mittelwert in mittlerer Lage bei rund 6.050 Euro pro Quadratmeter, in guter Lage bei rund 8.550 Euro. In bevorzugter Lage können Einfamilienhäuser der Baujahre 2000 bis 2019 Quadratmeterpreise von über 11.000 Euro erzielen.

Bei Mittelreihenhäusern liegen die Werte erwartungsgemäß niedriger: In mittlerer Lage werden im Schnitt zwischen 3.700 und 5.200 Euro pro Quadratmeter gezahlt, je nach Baujahr.

Preisindex: Stabilisierung nach dem Rückgang

Der Preisindex für Ein- und Zweifamilienhäuser (Basis: 1. Juli 2010 = 100) lag Mitte 2025 bei 207,2. Das bedeutet: Trotz der Korrekturen seit dem Allzeithoch von 243,8 Mitte 2022 haben sich die Preise auf einem Niveau stabilisiert, das dem von 2020/2021 entspricht und immer noch mehr als doppelt so hoch liegt wie 2010. Die Marktkorrektur hat also die Exzesse der Boomjahre zurückgenommen, aber keinen Einbruch auf breiter Front verursacht.

Bodenrichtwerte: Leichter Rückgang bei Bauland

Die Bodenrichtwerte für Einfamilienhausbauplätze zum Stichtag 1. Januar 2026 sind im Hamburger Durchschnitt um rund 5 Prozent gesunken, in einzelnen Stadtteilen fiel der Rückgang noch deutlicher aus. Für ein freistehendes Einfamilienhausgrundstück lag der mittlere Quadratmeterpreis 2025 bei 722 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche. In bevorzugter Lage wurden bis zu 2.776 Euro pro Quadratmeter bezahlt, in schlechter Lage nur 131 Euro.

Die Bodenrichtwerte für Einfamilienhausbauplätze zum Stichtag 1. Januar 2026 sind im Hamburger Durchschnitt um rund 5 Prozent gesunken, in einzelnen Stadtteilen fiel der Rückgang noch deutlicher aus. Für ein freistehendes Einfamilienhausgrundstück lag der mittlere Quadratmeterpreis 2025 bei 722 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche. In bevorzugter Lage wurden bis zu 2.776 Euro pro Quadratmeter bezahlt, in schlechter Lage nur 131 Euro.

Eigentumswohnungen: Leicht positive Tendenz bei Neu- und Altbau

Transaktionsvolumen

Auf dem Eigentumswohnungsmarkt wurden 2025 insgesamt 5.860 Wohnungen verkauft, ein Plus von 14 Prozent gegenüber 2024. Davon entfielen 747 auf Neubau-Erstverkäufe – ein Zuwachs von 11 Prozent. Der Geldumsatz lag bei rund 2,78 Milliarden Euro. Die Erholung ist damit im Wohnungssegment stärker ausgeprägt als bei Einfamilienhäusern, was auch an der niedrigeren Einstiegsschwelle und der breiteren Käufergruppe liegen dürfte.

Durchschnittspreise und Quadratmeterpreise

Der durchschnittliche Gesamtkaufpreis einer Hamburger Eigentumswohnung lag 2025 bei 515.000 Euro. Die mittlere Wohnung hatte eine Wohnfläche von 76 Quadratmetern und war 53 Jahre alt, was den hohen Altbauanteil am Hamburger Wohnungsmarkt widerspiegelt.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis betrug 6.345 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – ein leichter Anstieg von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr (6.283 Euro). Nach dem deutlichen Rückgang von 7.035 Euro (2022) auf 6.141 Euro (2023) hat sich das Preisniveau damit auf einem mittleren Plateau eingependelt.

Neubau vs. Altbau: Die Standardwohnung als Vergleichsgröße

Besonders aufschlussreich ist der Vergleich der sogenannten Standardwohnungen, die der Gutachterausschuss als Benchmark verwendet.

Eine Altbau-Standardwohnung (Baujahr 1900, 80 m², 1. OG, mittlere Lage, ohne Fahrstuhl und Einbauküche) kostete Mitte 2025 rund 441.000 Euro – ein Anstieg von 5 Prozent gegenüber den 420.000 Euro des Vorjahres. Das ist ein ermutigendes Signal, denn nach dem Rückgang von 499.000 Euro (2022) auf 420.000 Euro (2023 und 2024) zeigt sich hier erstmals wieder eine klar positive Tendenz.

Eine Neubau-Standardwohnung (Erstbezug, 80 m², 1. OG, mit Fahrstuhl und Einbauküche, mittlere Lage) lag bei 674.000 Euro – ein Plus von knapp 3 Prozent gegenüber 2024 (656.000 Euro). Neubaupreise hatten sich im Vergleich zu Altbaupreisen als resistenter gegen die Marktkorrekturen erwiesen: Der Rückgang von 2022 auf 2023 betrug hier nur rund 1 Prozent, während Altbauwohnungen um fast 16 Prozent korrigierten.

Für eine neu gebaute Wohnung in mittlerer Lage mit Fahrstuhl und Einbauküche wurden laut Pressemitteilung der Stadt rund 8.400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt.

Preise nach Baujahr und Lage

Die Bandbreite der Quadratmeterpreise bei Eigentumswohnungen ist enorm. In mittlerer Lage reichen die Durchschnittswerte von rund 4.150 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen der 1960er bis 1970er Jahre bis hin zu 7.530 Euro für Neubauten ab 2020. In bevorzugter Lage können Neubauwohnungen einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von über 13.600 Euro erzielen, mit Spitzenwerten von über 30.000 Euro.

Preisindex: Aufwärtstrend bestätigt

Der Preisindex für Eigentumswohnungen (Basis: 1. Juli 2010 = 100) stieg von 265 Mitte 2024 auf 274 Mitte 2025. Das Allzeithoch von 300 (Mitte 2022) ist noch ein Stück entfernt, aber die Tendenz zeigt klar nach oben. Im Vergleich zum Tiefpunkt von 252 Mitte 2023 hat sich der Index bereits deutlich erholt.

Drei Stadtteile im Vergleich: Hoheluft-West, Duvenstedt und Nienstedten

Hamburg ist ein Markt der Stadtteile. Wer die Preisentwicklung verstehen will, muss die lokalen Besonderheiten kennen. Drei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Teilmärkte funktionieren – und was eine typische Immobilie in der jeweiligen Lage aktuell kostet.

Hoheluft-West: Altbau-Charme und urbane Nachfrage

Hoheluft-West liegt im Bezirk Eimsbüttel und gehört zu den innenstadtnahen Quartieren mit hoher Lebensqualität: Gründerzeitaltbauten, kurze Wege, hervorragende ÖPNV-Anbindung und ein lebendiges Straßenleben entlang der Hoheluftchaussee. Der Stadtteil ist dicht bebaut – freistehende Einfamilienhäuser sind die absolute Ausnahme: 2025 wurde im gesamten Stadtteil gerade einmal ein einziges Ein- oder Zweifamilienhaus verkauft. Der Markt in Hoheluft-West ist ein Eigentumswohnungsmarkt.

Der Stadtteilfaktor für den Gebäudefaktor bei Einfamilienhäusern liegt zwar bei beachtlichen 1,105 – also rund 10,5 Prozent über dem Hamburger Durchschnitt –, doch diese Zahl hat angesichts der geringen Fallzahlen eher theoretischen Charakter. Wer in Hoheluft-West kaufen möchte, sucht in der Regel eine Altbauwohnung, und dafür liegt der Stadtteilfaktor bei 1,01, also fast exakt im Hamburger Mittel. Das mag auf den ersten Blick überraschen, spiegelt aber wider, dass der Stadtteil als etablierte, gewachsene Lage gilt – kein überhitzter Hype-Standort, sondern eine solide gute Lage mit nachhaltigem Wertniveau.

Was kostet eine typische Immobilie in Hoheluft-West? Eine sanierte Altbauwohnung mit drei Zimmern, Baujahr um 1910, im 1. oder 2. Obergeschoss, rund 85 Quadratmeter Wohnfläche, mit Stuck und Dielenboden, aber ohne Fahrstuhl: Auf Basis der Marktdaten für Eigentumswohnungen bis 1919 in guter Lage (durchschnittlicher Quadratmeterpreis rund 7.070 Euro) ergibt sich – unter Berücksichtigung des Stadtteilfaktors von 1,01 – ein realistischer Kaufpreis in der Größenordnung von rund 600.000 bis 620.000 Euro. Hochwertig sanierte Wohnungen in den oberen Etagen oder mit Balkon können deutlich darüber liegen.

Duvenstedt: Familienfreundlich, grün und preisstabil

Ganz anders stellt sich die Situation in Duvenstedt dar, einem grünen Stadtteil im Norden Hamburgs an der Grenze zu Schleswig-Holstein. Hier dominieren freistehende Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften auf großzügigen Grundstücken – der klassische Familienstadtteil. 2025 wurden in Duvenstedt 28 Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft, ein solides Transaktionsvolumen, das eine belastbare Datengrundlage bietet.

Der Stadtteilfaktor für den Gebäudefaktor bei Einfamilienhäusern beträgt 1,046 – also leicht über dem Hamburger Durchschnitt, was die Attraktivität für Familien widerspiegelt, die Platz und Grün suchen, ohne auf die Hamburger Infrastruktur verzichten zu müssen. Auf der Bodenrichtwert-Karte liegt Duvenstedt im Bereich zwischen 444 und 621 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche – ein für Hamburg moderates Niveau, das aber auch den ländlicheren Charakter und die weitere Entfernung zur Innenstadt reflektiert.

Beim Eigentumswohnungsmarkt liegt der Stadtteilfaktor dagegen nur bei 0,96 – also 4 Prozent unter dem Hamburger Mittel. Geschosswohnungsbau ist in Duvenstedt die Ausnahme, und der vorhandene Wohnungsbestand ist oft einfacher als in den zentralen Lagen.

Was kostet eine typische Immobilie in Duvenstedt? Eine Doppelhaushälfte, Baujahr Anfang der 1980er Jahre, rund 130 Quadratmeter Wohnfläche auf einem 450 Quadratmeter großen Grundstück, in ordentlichem Zustand: Auf Basis der Quadratmeterpreise für Doppelhaushälften der Baujahre 1960 bis 1979 in mittlerer Lage (rund 4.540 Euro/m²) und unter Berücksichtigung des Stadtteilfaktors von 1,046 liegt der Kaufpreis für ein solches Objekt in der Größenordnung von rund 580.000 bis 640.000 Euro. Für ein freistehendes Einfamilienhaus mit größerem Grundstück und moderner Ausstattung sind auch 750.000 Euro und mehr realistisch.

Nienstedten: Premium-Lage an der Elbe

Nienstedten gehört zu den begehrtesten Wohnadressen Hamburgs. Direkt an der Elbe gelegen, mit großzügigen Villengrundstücken, altem Baumbestand und einem fast dörflichen Charakter inmitten der Großstadt, ist der Stadtteil die Referenzgröße für den Premiummarkt. 2025 wechselten hier 40 Ein- und Zweifamilienhäuser den Eigentümer – eine für einen Elbvorort beachtliche Zahl, die die anhaltend starke Nachfrage in diesem Segment unterstreicht.

Der Stadtteilfaktor für den EFH-Gebäudefaktor beträgt 1,091, der Sachwertfaktor sogar 1,063 – beides Werte, die die überdurchschnittliche Preislage klar bestätigen. Die Bodenrichtwert-Karte zeigt Nienstedten in den beiden obersten Kategorien: Hier werden Grundstückspreise von über 976 bis weit über 1.774 Euro pro Quadratmeter aufgerufen – je nach Mikrolage ein Vielfaches dessen, was in Duvenstedt oder anderen Randlagen üblich ist.

Beim Eigentumswohnungsmarkt liegt der Stadtteilfaktor dagegen bei nur 0,97. Das erscheint auf den ersten Blick überraschend niedrig für eine Premium-Adresse. Der Grund: In Nienstedten gibt es kaum Geschosswohnungsbau. Wer hier investiert, kauft ein Haus – und die Einstiegspreise beginnen dort, wo in anderen Stadtteilen das obere Ende erreicht ist.

Was kostet eine typische Immobilie in Nienstedten? Ein freistehendes Einfamilienhaus mit Elbblick-Potenzial, Baujahr 1960er bis 1970er Jahre, rund 200 Quadratmeter Wohnfläche auf einem 800 Quadratmeter großen Grundstück in bevorzugter Lage: Auf Basis der Quadratmeterpreise für freistehende Einfamilienhäuser der Baujahre 1960 bis 1979 in bevorzugter Lage (Mittelwert rund 7.100 Euro/m²) und unter Berücksichtigung des Stadtteilfaktors von 1,091 ergibt sich eine Preisspanne, die schnell bei 1,5 bis 1,8 Millionen Euro beginnt. Für kernsanierte Villen oder Neubauten in erster Elblage sind Preise von 3 Millionen Euro und mehr keine Seltenheit – das Maximum lag 2025 hamburgweit für ein freistehendes Einfamilienhaus bei 10 Millionen Euro.

Bewertung und Ausblick: Wohin geht der Hamburger Immobilienmarkt?x

Die aktuelle Preistendenz

Die Daten des Immobilienmarktberichts 2026 zeichnen ein differenziertes Bild. Die Phase der deutlichen Preiskorrekturen ist vorbei: Sowohl bei Einfamilienhäusern als auch bei Eigentumswohnungen haben sich die Preise auf einem neuen Plateau stabilisiert, das unter den Höchstständen von 2021/2022 liegt, aber immer noch weit über dem Niveau von vor zehn Jahren. Bei Eigentumswohnungen zeigt der Trend sogar leicht nach oben – ein Signal, das Käufer und Investoren aufmerksam beobachten sollten.

Die Tatsache, dass die Preisindizes für Eigentumswohnungen bereits wieder anziehen, während die Bodenrichtwerte für Bauland noch leicht rückläufig sind (minus 5 Prozent bei EFH-Bauplätzen, minus 4 Prozent bei Geschosswohnungsbauplätzen), deutet auf eine zweigeteilte Entwicklung hin: Fertige Immobilien werden wieder stärker nachgefragt, während das Neubauangebot aufgrund hoher Baukosten und rückläufiger Baugenehmigungen knapper wird.

Was die Preisentwicklung treibt

Für die weitere Preisentwicklung am Hamburger Immobilienmarkt sind mehrere Faktoren entscheidend:

Zinsentwicklung und Finanzierungsumfeld: Die Bauzinsen bleiben das Zünglein an der Waage. Nach dem steilen Anstieg 2022/2023 haben sich die Konditionen inzwischen auf einem moderaten Niveau eingependelt. Jede weitere Senkung der EZB-Leitzinsen dürfte die Kaufnachfrage zusätzlich beleben.

Angebot und Neubautätigkeit: Hamburg baut weiterhin, aber nicht genug. Der Rückgang der Baugenehmigungen, die gestiegenen Baukosten und die Unsicherheit im Projektentwicklungsmarkt führen dazu, dass das Neubauangebot mittelfristig knapper wird. Das stützt die Preise im Bestand und im Neubausegment gleichermaßen.

Demografische Entwicklung: Hamburg wächst. Die Stadt zieht weiterhin Fachkräfte, Studierende und Familien an. Der Wohnraumbedarf steigt, während das Angebot nicht Schritt hält. Besonders in beliebten Stadtteilen mit guter Infrastruktur wird sich der Nachfrageüberhang mittelfristig preistreibend auswirken.

Lage, Lage, Lage: Der Hamburger Markt bleibt ein Lage-Markt. Die Spreizung zwischen einfachen und bevorzugten Lagen ist erheblich – und sie wird tendenziell größer. Während in guten und bevorzugten Lagen die Preise bereits wieder anziehen, können einfachere Standorte durchaus noch Korrekturen erleben.

Regulierung und Förderung: Politische Rahmenbedingungen wie der Mietendeckel, KfW-Förderprogramme, energetische Sanierungspflichten und Grunderwerbsteuerregelungen beeinflussen Angebot und Nachfrage und damit die Preisentwicklung. Käufer sollten aktuelle Fördermöglichkeiten immer mitprüfen.

Energetische Qualität: Ein zunehmend wichtiger Preisfaktor ist der energetische Zustand der Immobilie. Häuser und Wohnungen mit hohem Sanierungsbedarf werden mit deutlichen Abschlägen gehandelt, während energetisch moderne Objekte Preisprämien erzielen. Dieser Trend wird sich mit verschärften Anforderungen an die Energieeffizienz weiter verstärken.

Unser Fazit

Wer in Hamburg ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung kaufen oder verkaufen möchte, findet 2026 einen Markt vor, der sich nach der Korrekturphase neu sortiert hat. Die Preise sind stabil, die Nachfrage zieht an, und die Transaktionszahlen bestätigen, dass Käufer und Verkäufer wieder zueinander finden. Gleichzeitig bleibt der Markt anspruchsvoll: Die richtige Einschätzung des Werts einer konkreten Immobilie erfordert Kenntnis der lokalen Gegebenheiten, der Lagefaktoren und der aktuellen Marktdaten.

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Datenquelle: Immobilienmarktbericht Hamburg 2026, Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Hamburg. Berichtszeitraum: 01.01.–31.12.2025. Herausgeber: Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung. Der vollständige Bericht steht kostenfrei zum Download auf www.gutachterausschuss.hamburg.de zur Verfügung.

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Wie checke ich mein Vermögen auf Risiken aus dem Iran-Krieg?

Wie checke ich mein Vermögen auf Risiken aus dem Iran-Krieg?

Dr. Nicholas Ziegert

5. März 2026

Geopolitische Konflikte verändern Finanzmärkte oft schneller als klassische Wirtschaftszyklen. Investoren reagieren deshalb sensibel, wenn Spannungen im Nahen Osten zunehmen. Viele Anleger verfolgen die Nachrichten täglich, aber sie kennen dennoch selten die konkrete Auswirkung auf ihr eigenes Vermögen. Genau hier beginnt eine systematische Risikoanalyse.

Private Vermögen bestehen heute aus vielen Bausteinen. Wertpapierdepots, Immobilien, Beteiligungen, Liquidität und teilweise auch unternehmerische Aktivitäten bilden zusammen ein komplexes Geflecht. Wenn internationale Spannungen eskalieren, wirken sie selten direkt auf eine einzelne Anlageklasse. Sie beeinflussen vielmehr mehrere Ebenen gleichzeitig, während Wechselwirkungen entstehen.

Wer sein Vermögen ernsthaft schützen möchte, sollte daher strukturiert prüfen, welche indirekten Risiken bestehen. Eine gute Analyse betrachtet Märkte, Branchen, Währungen und Lieferketten gleichzeitig. Erst danach wird sichtbar, wo echte Abhängigkeiten liegen.

Welche Vermögensbereiche reagieren besonders sensibel?

Konflikte im Nahen Osten wirken vor allem über Energiepreise, geopolitische Unsicherheit und internationale Handelsbeziehungen. Deshalb reagieren einige Vermögensbestandteile schneller als andere.

Typische Bereiche mit erhöhter Sensitivität sind:

  • Energieunternehmen und Rohstoffwerte reagieren stark auf Ölpreisbewegungen

  • Transport und Logistikunternehmen reagieren sensibel auf Handelsstörungen

  • Industrieunternehmen reagieren auf Lieferketten und Rohstoffkosten

  • Technologieunternehmen reagieren auf globale Investitionszyklen

  • Immobilienmärkte reagieren indirekt über Inflation und Zinsen

Viele Anleger glauben zunächst, dass sie von geopolitischen Spannungen nicht betroffen sind. Gleichzeitig besitzen sie jedoch Fonds oder ETFs, die stark in energieabhängige Branchen investieren. Deshalb entsteht ein Risiko oft dort, wo Investoren es zunächst nicht vermuten.

Wie erkenne ich versteckte Abhängigkeiten im Portfolio?

Ein modernes Portfolio verteilt Vermögen oft über mehrere Banken, Depots und Beteiligungen. Genau deshalb verlieren viele Anleger schnell den Überblick. Ein einzelnes Depot zeigt selten das Gesamtbild.

Ein systematischer Check beginnt deshalb mit einer vollständigen Vermögensübersicht. Nur wenn alle Assets erfasst werden, lassen sich Abhängigkeiten erkennen. Dazu gehören auch Beteiligungen, private Kredite oder unternehmerische Investments.

Eine strukturierte Analyse umfasst meist folgende Schritte

  • Gesamte Vermögensstruktur dokumentieren

  • Assetklassen und Regionen identifizieren

  • Branchengewichtungen analysieren

  • Währungsabhängigkeiten prüfen

  • Inflations- und Energiepreis-Sensitivität bewerten

Erst diese Gesamtsicht zeigt, welche Teile des Vermögens tatsächlich von globalen Spannungen beeinflusst werden könnten.

Welche Rolle spielen Energiepreise für private Vermögen?

Ölpreise gelten seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten Übertragungsmechanismen geopolitischer Konflikte. Wenn sich Spannungen im Nahen Osten verschärfen, steigen häufig zunächst die Energiepreise. Dieser Effekt wirkt dann auf viele Wirtschaftsbereiche gleichzeitig.

Steigende Energiepreise erhöhen Produktionskosten vieler Unternehmen. Gleichzeitig treiben sie häufig die Inflation. Zentralbanken reagieren darauf oft mit restriktiver Geldpolitik, wodurch Finanzmärkte zusätzlich belastet werden.

Für Anleger entsteht dadurch eine Kettenreaktion:

  1. Unternehmen melden sinkende Margen

  2. Aktienbewertungen passen sich an

  3. Zinsen steigen teilweise an

  4. Immobilienmärkte reagieren verzögert

  5. Konsumsektoren schwächen sich ab

Diese Dynamik zeigt, warum geopolitische Konflikte selten nur einzelne Branchen betreffen. Vielmehr entstehen systemische Effekte, die ein gesamtes Portfolio beeinflussen können.
 

Warum spielt Transparenz über das Gesamtvermögen eine zentrale Rolle?

Viele wohlhabende Haushalte verwalten ihr Vermögen über mehrere Institute. Banken, Vermögensverwalter, Beteiligungen und private Investments erzeugen eine fragmentierte Struktur. Deshalb fällt es schwer, Risiken schnell zu erkennen.

Gerade in Zeiten internationaler Spannungen gewinnt Transparenz enorme Bedeutung. Investoren benötigen eine konsolidierte Sicht auf ihr gesamtes Vermögen. Nur so lassen sich Risiken, Konzentrationen und Wechselwirkungen verstehen.

Eine strukturierte Vermögensübersicht liefert mehrere Vorteile:

  • Klare Darstellung aller Vermögenswerte

  • Transparenz über Branchen und Regionen

  • Schnelle Identifikation von Klumpenrisiken

  • Bessere Entscheidungsgrundlage für Anpassungen

  • Langfristige Dokumentation der Vermögensentwicklung

Diese Übersicht wirkt besonders wertvoll, wenn Märkte plötzlich reagieren und schnelle Entscheidungen notwendig werden.

Welche Fragen sollten Anleger sich jetzt stellen?

Viele Investoren stellen sich aktuell eine grundlegende Frage:

Wie stark hängt mein Portfolio indirekt von Energiepreisen ab?

Die Antwort liegt selten auf der Oberfläche. Selbst breit diversifizierte Portfolios enthalten oft Industriewerte, Transportunternehmen oder energieintensive Produzenten. Deshalb lohnt sich eine tiefergehende Analyse.

Eine zweite zentrale Frage lautet:

Wie verteilt sich mein Vermögen regional?

Globale Fonds investieren häufig stark in Regionen, die indirekt von geopolitischen Spannungen betroffen sind. Deshalb kann eine scheinbar globale Diversifikation dennoch regionale Risiken enthalten.

Eine weitere Überlegung betrifft Liquidität. In Krisenzeiten entstehen oft kurzfristige Chancen. Anleger profitieren dann, wenn ein Teil ihres Vermögens flexibel verfügbar bleibt.

Wie lässt sich ein Portfolio strategisch stabilisieren?

Risikomanagement bedeutet nicht, jede Unsicherheit zu vermeiden. Vielmehr geht es darum, Abhängigkeiten bewusst zu steuern.

Eine stabile Vermögensstruktur kombiniert verschiedene Anlageklassen und Regionen. Gleichzeitig sollte sie unterschiedliche wirtschaftliche Szenarien berücksichtigen.

Viele Investoren verfolgen dabei mehrere Strategien gleichzeitig:

  • Breitere regionale Diversifikation

  • Ausgleich zwischen zyklischen und defensiven Branchen

  • Teilweise Absicherung über Rohstoffe oder Infrastruktur

  • Liquiditätsreserve für Marktschwankungen

  • Regelmäßige Portfolioüberprüfung

Diese Maßnahmen reduzieren keine Risiken vollständig. Sie erhöhen jedoch die Widerstandsfähigkeit eines Portfolios gegenüber globalen Schocks.

Warum digitale Vermögensübersicht für Familienvermögen immer wichtiger wird

Viele Familien verwalten ihr Vermögen über Generationen hinweg. Gleichzeitig wächst die Komplexität der Assets stetig. Beteiligungen, Immobilien und internationale Investments erschweren eine klare Übersicht.

Digitale Plattformen helfen, diese Struktur transparent darzustellen. Sie bündeln Daten aus verschiedenen Quellen und zeigen das Gesamtvermögen in einem zentralen Dashboard. Dadurch erkennen Anleger schneller, welche Positionen besonders sensibel auf geopolitische Entwicklungen reagieren.

Gerade in Phasen globaler Unsicherheit entsteht dadurch ein entscheidender Vorteil. Entscheidungen basieren nicht mehr auf Teilinformationen, sondern auf einer vollständigen Vermögensstruktur.

Plattformen wie OWNLY ermöglichen genau diese strukturierte Übersicht über komplexe Vermögen. Sie verbinden unterschiedliche Assetklassen in einer konsolidierten Darstellung und erhöhen dadurch Kontrolle und Transparenz. Für viele anspruchsvolle Anleger entsteht dadurch eine deutlich bessere Grundlage für strategische Entscheidungen.

Fazit

Geopolitische Spannungen gehören zu den schwer vorhersehbaren Risiken der Finanzmärkte. Dennoch können Investoren ihre Auswirkungen analysieren und strukturierte Maßnahmen ergreifen.

Der wichtigste Schritt besteht in einer vollständigen Übersicht über das eigene Vermögen. Erst danach lassen sich Branchenrisiken, Energieabhängigkeiten und regionale Konzentrationen erkennen.

Eine klare Struktur erhöht deshalb nicht nur die Sicherheit eines Portfolios. Sie verbessert auch die Entscheidungsfähigkeit in unsicheren Zeiten.

Weitere Informationen:
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Rezension von Kai-Uwe Stecks „Der Cum-Ex-Kronzeuge – Die wahre Geschichte des größten Finanzskandals aller Zeiten“ – oder, wie der Kronzeuge durch Märchen Unheil über Betroffene bringt und den Glauben an den Rechtsstaat erschüttert

Rezension von Kai-Uwe Stecks „Der Cum-Ex-Kronzeuge – Die wahre Geschichte des größten Finanzskandals aller Zeiten“ – oder, wie der Kronzeuge durch Märchen Unheil über Betroffene bringt und den Glauben an den Rechtsstaat erschüttert

Dr. Nicholas Ziegert

12. Februar 2026

„Wieder alle outgesmartet, feierte ich mich selbst und visualisierte schon die Wiedergeburt von Rocketman als Phönix aus der Asche.“ Mit diesem Satz beschreibt Rechtsanwalt Dr. Kai-Uwe Steck sich im Abschnitt über seine erste staatsanwaltliche Vernehmung in seinem Buch „Der Cum-Ex-Kronzeuge – Die wahre Geschichte des größten Finanzskandals aller Zeiten“.

Steck erzählt seine Geschichte als klassische Aufstiegsbiografie. Die Kindheit in „Friesland“ (Jever), das nach materiellem Erfolg strebende Elternhaus, der Ehrgeiz und Fleiß im Studium, das er nach harter Lernarbeit mit exzellenten Noten abschließt, öffnen ihm die Türen zu einem renommierten Doktorvater und zu internationalen Großkanzleien. Die hohen Gehälter (“Geld war Gott”), die er in relativ jungen Jahren erhält, werden zur weiteren Triebfeder. Er vernachlässigt soziale Bindungen, wie die zu seiner Freundin und Familie. Und gleichzeitig formt er sein Selbstbild des „Rocketman“, eines herausragenden und umsatzstarken internationalen Anwalts mit entsprechendem Lebensstil.

Der eigentliche Wendepunkt seiner Karriere ist seine Zusammenarbeit mit Dr. Hanno Berger, einem der zentralen Architekten komplexer Steuergestaltungen. Berger erkennt den Nutzen des jüngeren Juristen, der mit fundierten Kenntnissen im Investmentrecht und besseren Englischkenntnissen als die seines „väterlichen Mentors“ aufwartet. Gemeinsam entwickeln und verkaufen sie Cum/Ex-Steuermodelle an Milliardäre, Banken und Investmentfonds. Weder Berger noch Steck haben diese Cum/Ex-Transaktionen erfunden. Jedoch haben beide maßgeblich dazu beigetragen, sie in industrieller Weise in den Finanzmarkt gebracht zu haben. Sie vernetzen Investoren, Aktienhändler, Banker, Fondsinitiatoren und Anwälte zu einem funktionierenden System, in dem illegale – mehrmalige – Steuererstattungen planmäßig organisiert werden. Sie verkaufen ein Steuermodell samt rechtlicher Gutachten, Lobbyarbeit und immer wieder mit rechtlicher Beruhigung ihrer Mandanten. Die daraus resultierenden Millionen fließen an sie als Kick-backs, zunächst als sie noch in Diensten der Großkanzlei Dewey & LeBoeuf waren und später direkt in die eigene Sozietät. Weder gesetzliche Änderungen noch Erpressungsversuche vermögen ihr Geschäftsmodell zu stoppen. Großkunden, die Zweifeln, erhalten Gutachten oder beruhigende Bestätigungen, dass alles mit rechten Dingen vorgeht.

Das Ende kommt mit der Hausdurchsuchung bei „Berger Steck & Kollegen“. Berger setzt sich in die Schweiz ab, Steck bleibt zurück. Nach einer Phase des Zögerns trennt er sich von seinem Mentor und bietet sich der Staatsanwaltschaft Köln als Kronzeuge an. Dies sollte sich als der wesentliche Schritt erweisen, einem Gefängnisaufenthalt zu entgehen.

Wäre dies lediglich die schillernde Geschichte eines Juristen, der im Rausch der Hochfinanz die Grenze zur Kriminalität überschreitet, ließe sich das Buch als klischeehafte Milieuschilderung abtun. Doch Steck erhebt den Anspruch, die „wahre Geschichte“ zu erzählen. Namen werden zwar verfremdet, angeblich aus juristischer Vorsicht. Wie wenig sorgfältig dies geschieht, zeigt ein entlarvender Moment: Der ermittelnde Kriminalhauptkommissar, den Steck mit dem Decknamen „Maissner“ versieht, wird in einem wörtlichen Zitat plötzlich korrekt als „Müller“ bezeichnet und damit identifizierbar gemacht (S. 236).

Wer Stecks Darstellung mit Ermittlungsakten, Gerichtsurteilen und den Recherchen des Handelsblatts vergleicht, stößt rasch auf weitere Ungereimtheiten. Das Bild, das sich ergibt, ist das eines hochbegabten Erzählers, der Fakten und Fiktion virtuos miteinander verwebt und über Jahre hinweg Justiz, Medien und Öffentlichkeit beeinflusst hat. Er war mit dieser Geschichte so erfolgreich, dass sowohl Gerichte, Medien und Theatermacher auf ihn reinfielen, wenn sie sich auf seine Darstellungen beriefen.

In Buch und Interviews präsentiert sich Steck als geläuterter Täter und zugleich als Aufklärer eines vermeintlichen Staatsversagens. Seine neue These lautet, der Staat selbst habe Cum/Ex als „versteckte Subvention“ genutzt, um während der Finanzkrise europäische Beihilferegeln zu umgehen. Landesbanken wie die WestLB werden beschrieben als Institute, die im internationalen Kapitalmarktgeschäft belächelt wurden und die mit Cum/Ex ihre maue Bilanz zu retten versuchten. Die Politik, die Repräsentanten in Aufsichtsräten der Landesbanken platziert hat, schweigt hierzu und nimmt die Gewinne aus Cum/Ex gerne an und habe die Augen zugedrückt bei der Frage, ob der Staat sich hier nicht selbst beklaut.

Damit verändert Steck seine Geschichte vom verurteilten Steuerbetrüger zum Ankläger und Aufklärer der politischen Verhältnisse.

Diese Deutung steht jedoch im Widerspruch zu Stecks tatsächlicher Rolle im Strafverfahren. Über mehr als ein Jahrzehnt war er der zentrale Belastungszeuge der Staatsanwaltschaft Köln unter Oberstaatsanwältin a.D. Anne Brorhilker. Auf seine Aussagen stützten sich Verurteilungen. Der Bundesgerichtshof bestätigte 2021 in einem Grundsatzurteil (BGH 1 StR 519/20), das Landgericht habe sich „rechtsfehlerfrei“ auf Stecks Angaben verlassen, wonach bei einem Treffen „alle Fakten auf dem Tisch gelegen“ hätten.

Gerade solche angeblichen Schlüsseltreffen erweisen sich jedoch als unwahr. Dokumentationen über die Termine von Steck (siehe Dokumentation auf www.christianolearius.de) zeigen, dass die damit gemeinten Treffen 2006/ 2007 zwischen Dr. Steck, Dr. Hanno Berger, Dr. Christian Olearius und einem Generalbevollmächtigten der Warburg Bank nicht stattgefunden haben.

Kalenderaufzeichnungen und Reiseunterlagen belegen, dass sich Steck zu den relevanten Zeitpunkten nicht in Hamburg aufhielt.

Auch das Bild des reuigen Täters gerät ins Wanken. Gegenüber dem ehemaligen Vorsitzenden Richter Roland Zickler erklärte Steck, er habe 50 Millionen Euro Tatbeute einem Treuhänder überlassen, um Schadensersatz zu leisten. Sein damaliger Verteidiger Prof. Dr. Alfred Dierlamm stellte später klar, dass dieses Treuhandkonto ein „Fake“ gewesen sei, gefüllt mit wertlosen oder gar nicht in Stecks Besitz befindlichen Aktien. Tatsächlich wurden bislang lediglich rund 11 Millionen Euro zurückgezahlt; von der angeordneten Einziehung in Höhe von 23,6 Millionen Euro fehlt der Großteil.

Besonders problematisch sind die Umstände der Ermittlungen selbst. Steck fertigte Vernehmungsprotokolle teilweise vorab am heimischen Computer an, inklusive der Fragen, die ihm gestellt werden sollten. Diese Entwürfe wurden von den Ermittlern nahezu wortgleich übernommen. Ein Protokoll für eine angebliche Vernehmung vom 6. April 2017 zirkulierte bereits Ende März und war mit Anmerkungen der Verfolgungsbehörden versehen. Die Grenze zwischen Zeugenrolle und Ermittlungsarbeit verschwamm. Er selbst hebt seine in Heimarbeit erstellten Protokolle seitdem gern in Interviews hervor. Er benutzte die Staatsanwaltschaft und diese nutzte ihn. Oberstaatsanwältin a.D. Anne Brorhilker bestätigte dieses Vorgehen in ihrer Zeugenaussage am 10. Januar 2025 im Prozess gegen Kai-Uwe Steck und rechtfertigte es mit den Worten: „Wenn er diese Frage antizipiert hat und die da hineingeschrieben hat, und wir haben die gestellt, sehe ich da, ehrlich gesagt, auch kein Problem.“

Der Handelsblatt-Podcast „Handelsblatt Crime“ vom 11. Januar 2026 legt die Widersprüche offen. Die Journalisten Iversen und Votsmeier zitieren Stecks früheren Verteidiger Dierlamm mit den Worten: „Alles, was der Steck sagt, ist glatt gelogen.“ Eine Zusage für Straffreiheit des Kronzeugen habe es nie gegeben. Die Verteidigungsstrategie zielte darauf ab, Steck möglichst lange als Beschuldigter zu halten, „um nicht als Einziehungsverpflichteter neben Berger zu sitzen“ (Minute 53). Dierlamms psychologische Einschätzung ist bemerkenswert: „Und mein Eindruck war, er hat es irgendwie genossen. Es ist eine unglaubliche Macht, die sie haben als Kronzeuge. Es ist eine unglaubliche Macht, wenn sie eine Aussage machen, und jemand ins Gefängnis geht (…).“

Die enge Zusammenarbeit zwischen der Staatsanwaltschaft Köln und Steck, insbesondere mit Anne Brorhilker, veränderte den Charakter der Ermittlungen. Brorhilker erklärte 2021 im Hamburger Untersuchungsausschuss: „Wenn man sogenannte Kronzeugen hat, die gestehen, müsse man sich überhaupt nicht mehr einen abbrechen mit Indizien.“ Entsprechend wurden zentrale Ermittlungsansätze, etwa die vollständige Rekonstruktion internationaler Aktienlieferketten, vernachlässigt. Steck selbst beschrieb dieses Verhältnis mit den Worten: „Wir waren ein Team. Ich war quasi Hilfsbeamter der Staatsanwaltschaft“ (Steck, „Der Cum/Ex Kronzeuge“).

Im Juni 2025 verurteilte das Bonner Landgericht Steck trotz einer Tatbeute von rund 50 Millionen Euro und eines verursachten Schadens von etwa einer halben Milliarde Euro lediglich zu einer Bewährungsstrafe. Angestellte Bankmitarbeiter wurden – ohne, dass sie vorsätzlich handelten und/oder Millionen mit Cum/Ex verdienten – z.T. zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Kronzeugentätigkeit Stecks wurde strafmildernd gewürdigt, nachgewiesene falsche Behauptungen spielten kaum eine Rolle. Die Begründung war pragmatisch: Eine Haftstrafe hätte künftige Kronzeugen abgeschreckt. Stecks Rechnung ging auf.

Nach Abschluss des Verfahrens relativierten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch erste Gerichte plötzlich die Bedeutung seiner Aussagen. Brorhilker erklärte 2025 im Podcast „Handelsblatt Crime“, Stecks Schilderungen seien „keine harten Fakten“ gewesen, sondern vielfach „Empfindungen“ und „Bewertungen von Menschen“. Diese Distanzierung steht in scharfem Kontrast zur früheren Konzentration ganzer Anklagen auf seine Aussagen.

Der Fall Steck ist damit mehr als die Geschichte eines einzelnen Täters. Er offenbart die Verwundbarkeit des Rechtsstaats, wenn Ermittlungsbehörden ihre Neutralität zugunsten eines vermeintlich höheren Ziels preisgeben, Gerichte Aussagen unkritisch übernehmen und mediale Narrative die Wahrheitsfindung überlagern.

Steck selbst hat sich als zuverlässige Quelle juristischer Wahrheit disqualifiziert. Sein Buch ist kein Tatsachenbericht, sondern eine Selbstinszenierung. Gleichwohl liefert er im Rahmen des größten deutschen Steuerskandals auch neue Hinweise auf politische Akteure, denen nachgegangen werden muss. Er erklärt an zahlreichen Stellen, was Medien bisher nur verkürzt darstellen, z.B. dass diejenigen Personen oder Firmen, die für eine Aktie Kapitalertragsteuererstattungen mehrfach geltend machten, sich in den meisten Fällen gar nicht kannten. Und dann verweist er noch auf Informationen, nach denen eine deutsche Oberfinanzdirektion eine verbindliche Auskunft gegeben habe, dass vorgestellte Cum/Ex-Verkäufe inkl. Leerverkäufen rechtens seien. Dies wäre ein Freibrief für alle strafrechtlich Verfolgten.

Was Stecks Verhalten erschütternd macht, ist nicht allein der finanzielle Schaden mit Cum/Ex. Sein Handeln hat Existenzen zerstört, Menschen ins Gefängnis gebracht, Reputationen vernichtet und gesundheitliche Schäden verursacht. Und doch setzt sich die Selbstinszenierung fort. Hier treibt jemand seine öffentliche Rolle weiter, obwohl er selbst zu den Haupttätern illegaler Cum/Ex-Transaktionen gehörte, der Großteil der Tatbeute verschollen ist, er nicht ins Gefängnis musste wie andere mit deutlich geringeren Delikten und sich stattdessen in der Öffentlichkeit sonnt. Fasst schon als Pointe wirkt sein neues Tätigkeitsfeld als Life-Coach („ich helfe Gescheiterten“). Wir können nur hoffen, dass unser Rechtssystem nicht an solchen Personen scheitert. Stecks Buch ist dafür eine eindringliche Warnung.

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Die neuen SPD Steuerpläne: Überblick behalten – egal wie hoch die Steuer ist

Die neuen SPD Steuerpläne: Überblick behalten – egal wie hoch die Steuer ist

Dr. Nicholas Ziegert

13. Januar 2026

Obwohl Steuersätze und Freibeträge immer wieder politisch neu verhandelt werden – wie aktuell bei der Erbschaftsteuer der SPD – bleibt ein Grundsatz unverändert: Wer seine Steuerlast verstehen will, muss erst einmal wissen, was er besitzt. Egal, ob es um Geld, Immobilien, Betriebsvermögen, Kryptowährungen oder Kunst geht – der Blick auf das gesamte Vermögen ist unverzichtbar. Nur wer einen vollständigen Überblick über alle Vermögenswerte hat, kann einschätzen, ob und in welcher Höhe Steuern anfallen – und ggf. steuerliche Maßnahmen ergreifen oder planen. Softwarelösungen wie OWNLY Family helfen genau dabei: Sie erfassen, strukturieren und bewerten Vermögenswerte an einem Ort und zeigen auf, wie sich diese in einer Steuerreform auswirken könnten.

SPD-Initiative zur Erbschaftsteuer – was geplant ist

Die SPD arbeitet an einer grundlegenden Reform der Erbschaftsteuer, um insbesondere sehr hohe Nachlässe und Unternehmensübertragungen stärker zu besteuern. Nach den aktuell vorliegenden Konzepten sollen:

  • Ein Lebensfreibetrag von 1 Million Euro pro Person eingeführt werden – sämtliche Erbschaften bis zu dieser Höhe bleiben steuerfrei. (GermanPolicy.com | de-news.net)
  • Betriebsvermögen soll gesondert geschützt werden: Es ist ein zusätzlicher Freibetrag von 5 Millionen Euro für Unternehmen geplant, damit kleine und mittlere Betriebe über Generationen fortbestehen können. (GermanPolicy.com | de-news.net)
  • Bestehende Verschonungs- und Privilegierungsregeln für größere Betriebsvermögen sollen entfallen, was für größere Erbschaften eine deutlich höhere Steuerlast bedeuten könnte als bisher. (Handelsblatt)
  • Die Zahlung der Steuer könnte auf bis zu 20 Jahre gestundet werden, um Liquiditätsengpässe bei Unternehmensnachfolgen zu vermeiden. (t-online)

Der Vorschlag ist politisch umstritten. Die Union und Wirtschaftskreise warnen vor negativen Folgen für Mittelstand und Arbeitsplätze, während Befürworter argumentieren, dass Vermögensungleichheit bekämpft und das Steuersystem fairer gestaltet werden sollte. (DIE WELT)

Warum es wichtig ist, sein Vermögen digital zu erfassen

Wenn eine solche Steuerreform kommt, stehen viele vor denselben Fragen:

  • Welche Vermögenswerte zählen wofür? Nicht nur Bankkonten und Immobilien zählen. Auch Betriebsvermögen, Kunstsammlungen, Beteiligungen und Kryptowährungen spielen eine Rolle bei der Ermittlung der Steuerbemessungsgrundlage.
  • Wie hoch ist mein individueller Freibetrag im aktuellen oder geplanten Szenario? Den Überblick über verschiedene Freibeträge für Familie, Unternehmensnachfolge oder andere Vermögensarten zu behalten, ist komplex.
  • Wie kann ich steuerliche Belastungen planen oder optimieren? Frühzeitige Planung kann helfen, Liquiditätsengpässe zu vermeiden (z. B. durch Stundungen oder Übertragungen zu günstigen Zeitpunkten).

Hier kommt eine digitale Vermögensübersicht ins Spiel:

Software wie OWNLY Family konsolidiert alle Vermögenswerte an einem Ort, bewertet sie und ermöglicht es dir, verschiedene steuerliche Szenarien durchzuspielen. Du kannst simulieren, wie hoch deine potenzielle Steuerpflicht wäre – sowohl im aktuellen Gesetz wie auch unter Reformmodellen. So wird sichtbar, ob du unter künftige Steuerregelungen fällst oder nicht.

Tipps zur Vorbereitung auf mögliche Steueränderungen

Wenn du mit einer Steuerreform wie der geplanten Erbschaftsteueränderung der SPD konfrontiert bist, können diese Schritte helfen:

  1. Vermögenswerte vollständig erfassen: Nutze Tools wie OWNLY, um einen vollständigen Überblick über alle Aktiva – von Immobilien über Finanzanlagen bis zu digitalen Assets – zu bekommen.
  2. Bewertungen aktualisieren: Erbschafts- und Schenkungssteuer bemisst sich oft am aktuellen Wert des Vermögens. Regelmäßige Updates helfen, Überraschungen zu vermeiden.
  3. Szenarien durchspielen: Mit einer digitalen Übersicht kann man verschiedene politische Vorschläge simulieren (z. B. höherer Freibetrag, Unternehmensausnahmen etc.).
  4. Steuerberater einbeziehen: Eine Softwarelösung kann Grundlagen liefern – die konkrete rechtliche und steuerliche Einordnung sollte ein Fachmann begleiten.

Fazit

Unabhängig davon, wie hoch die Erbschaftssteuer am Ende politisch festgelegt wird, gilt: Vermögensübersicht ist Steuerübersicht. Wer seine Werte kennt, kann besser planen, optimieren und auf politische Veränderungen reagieren. Tools wie OWNLY Family erleichtern diese Analyse und machen transparent, was sonst im Kopf oder in Akten vergraben ist – und das zahlt sich aus, wenn Reformen wie die der SPD kommen.

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Vermögen mit Weitblick: Wie Agrarlandwirte und Großbauern ihre Zukunft sichern

Vermögen mit Weitblick: Wie Agrarlandwirte und Großbauern ihre Zukunft sichern

Dr. Nicholas Ziegert

27. November 2025

Landwirtschaftliche Großbetriebe gehören zu den wertvollsten, aber gleichzeitig komplexesten Unternehmensformen im deutschsprachigen Raum. Wer viel Land, Maschinen, Gebäude und Tierbestände besitzt, ist auf den ersten Blick vermögend. Doch dieses Vermögen ist oft nur eingeschränkt verfügbar, stark gebunden und von vielfältigen äußeren Faktoren abhängig. Während der Betrieb läuft, bleibt selten Zeit, sich mit Fragen der langfristigen Vermögensorganisation zu befassen. Doch genau diese Fragen entscheiden häufig darüber, ob ein Hof die nächste Generation überhaupt erreicht, ob Eigentum erhalten bleibt oder ob betriebliche Schwierigkeiten oder familiäre Konflikte entstehen.

Gerade Agrarlandwirte und Großbauern stehen unter einer doppelten Belastung: Sie sind Unternehmer, die täglich produktionstechnische, betriebswirtschaftliche und regulatorische Herausforderungen bewältigen müssen, und gleichzeitig Vermögensverwalter, die über Generationen gewachsene Werte erhalten sollen. Der Alltag zwingt zu Entscheidungen, die oft kurzfristig wirken, während Vermögen und Eigentum langfristig gepflegt und geschützt werden müssen. Hinzu kommt, dass die landwirtschaftlichen Strukturen durch politische Vorgaben, Verpachtungsdruck, steigende Bodenpreise und das Interesse externer Investoren zunehmend härter werden. Ackerfläche ist heute ein begehrtes Gut – nicht nur für Landwirte, sondern auch für Kapitalanleger.

Das führt zu einer paradoxen Situation: Höfe werden immer mehr wert, aber ihre Eigentümer kämpfen mit Liquiditätsengpässen und Schwierigkeiten bei der Altersvorsorge. Wer beispielsweise 200 Hektar besitzt, ist auf dem Papier Millionär, hat aber womöglich zu wenig freie Mittel, um sich privat abzusichern, Rücklagen zu bilden oder die Hofnachfolge solide zu gestalten. Gleichzeitig entstehen im familiären Umfeld nicht selten Erwartungen, Verpflichtungen und Spannungsfelder, die das Vermögen belasten oder die Zukunft der Farm gefährden. Gerade in der Übergabephase kollidieren Tradition, wirtschaftliche Vernunft und familiäre Bedürfnisse – und ohne klare Strukturen und professionelle Planung bleibt das Konfliktpotenzial hoch.

Die besondere Struktur landwirtschaftlicher Vermögen

Das Vermögen eines landwirtschaftlichen Familienbetriebs besteht in den meisten Fällen überwiegend aus vier Bausteinen: Land, Gebäuden, Maschinen und Vieh. All diese Werte sind essenziell für die Produktion, gleichzeitig aber schwer verkäuflich oder finanzierbar, ohne damit die Funktionsfähigkeit des Betriebs zu gefährden. Land lässt sich nicht einfach in passenden Stücken veräußern, weil das den Hof auseinanderreißen würde; Maschinen verlieren durch Nutzung an Wert und müssen regelmäßig ersetzt werden; Stallanlagen sind extrem investitionsintensiv und langfristig gebunden; Viehbestände sind volatil und stark marktpreisabhängig. Somit ist der Spielraum für kurzfristige Liquidität klein.

Auch die steuerliche und rechtliche Situation ist besonders. Landwirtschaftliches Vermögen wird in Erb- und Schenkungsfällen oftmals begünstigt, aber nur, wenn der Betrieb weitergeführt wird und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Sobald der Hof geteilt oder nicht mehr aktiv bewirtschaftet wird, können erhebliche Steuerfolgen entstehen. Ein weiterer Faktor ist der Güterstand in der Ehe: Viele Ehen werden ohne Ehevertrag geschlossen, wodurch der gesetzliche Zugewinnausgleich automatisch wirkt. Das kann im Scheidungsfall dramatische Folgen für die finanzielle Stabilität eines landwirtschaftlichen Betriebes haben. Auch hier gilt: Land und Maschinen sind nicht einfach ausgleichsfähig, ohne den Betrieb zu gefährden.

Dazu kommt, dass viele Agrarbetriebe personell im Wandel stehen. Während früher klar war, dass ein Kind – meist der älteste Sohn – übernimmt, ist das heute nicht mehr selbstverständlich. Kinder orientieren sich beruflich neu, ziehen in Städte oder haben eigene Vorstellungen von Leben und Arbeit. Gleichzeitig entwickeln sich gesellschaftliche Erwartungen, etwa dass nicht mitarbeitende Geschwister „gerecht“ am Vermögen beteiligt werden sollen, während der übernehmende Nachfolger die gesamte Verantwortung, das unternehmerische Risiko und die Arbeitslast trägt. Ohne klare Regelungen führt diese Dynamik häufig zu jahrelangen familiären Konflikten, die einem Betrieb mehr schaden können als jede Dürreperiode.

Governance, Nachfolge und professionelle Strukturen

Viele landwirtschaftliche Unternehmen funktionieren operativ hervorragend, aber strategisch nur intuitiv. Das liegt an der Historie von Familienbetrieben: Entscheidungen wurden traditionell im Gespräch bei Kaffee und Kuchen oder spät abends nach der Arbeit getroffen. Dieser Stil besitzt Charme und ist Teil der landwirtschaftlichen Kultur, doch er stößt an Grenzen, sobald es um Millionenwerte, externe Kapitalstrukturen oder komplexe Nachfolgefragen geht.

Moderne Agrarbetriebe brauchen daher Strukturen, wie sie in mittelständischen Unternehmen seit Jahren üblich sind. Dazu gehört eine klare Rollenverteilung: Wer führt? Wer entscheidet? Wer besitzt? Wer bekommt Informationen? Wer trägt Risiko und wer erhält Rücklagen? Für viele Familien bedeutet das zunächst ein Umdenken. Es ist ungewohnt, neben der Familie eine Art „gelenkte“ Unternehmensführung zu etablieren. Doch gerade dadurch entstehen Klarheit, Planbarkeit und langfristige Stabilität.

Ein zweiter zentraler Aspekt ist die Nachfolgeplanung. Sie beginnt nicht mit einem Testament, sondern mit einer ausführlichen Familiengesprächskultur. Wer will später übernehmen – und wer nicht? Welche Wünsche, Vorstellungen oder Bedenken bestehen? Welche familiären Verpflichtungen oder Erwartungen müsste man im Vorfeld aussprechen, damit sich niemand übergangen fühlt? Die Erfahrung zeigt: Je früher, offener und professioneller Familien über diese Fragen sprechen, desto leichter lässt sich die Übergabe gestalten. Eine gute Nachfolgeplanung berücksichtigt persönliche Lebenswege ebenso wie die finanzielle Tragfähigkeit des Betriebs. Sie umfasst Bewertung, Ausgleichszahlungen, Beteiligungsmodelle, Testamentsgestaltung und evtl. die Trennung von Besitz und Betrieb in unterschiedliche Einheiten – etwa eine Besitzgesellschaft und eine Betriebsgesellschaft.

Diese saubere strukturelle Trennung bietet viele Vorteile: Der übernehmende Nachfolger führt den Betrieb und trägt das unternehmerische Risiko, während andere Familienmitglieder über die Besitzgesellschaft am Vermögen beteiligt werden können, ohne in den operativen Alltag eingreifen zu müssen. Gleichzeitig lassen sich dadurch Kapitalflüsse, Haftung und Steuerfolgen besser steuern. Viele Governance-Probleme lösen sich durch diese strukturelle Klarheit fast von selbst.

Finanzielle Unabhängigkeit und Altersvorsorge

Landwirte investieren traditionell in Land, Maschinen und Gebäude – nicht aber in ihre persönliche finanzielle Zukunft. Das ist nachvollziehbar, da Kapital häufig knapp und der Betrieb kapitalintensiv ist. Doch langfristig wird es riskant, wenn die gesamte Altersvorsorge allein auf dem Wert des Hofes basiert. Die Landwirtschaft ist konjunkturabhängig, politisch beeinflusst, naturabhängig und volatil. Kein Unternehmer würde all sein Vermögen in einer einzigen Branche halten – Landwirte jedoch oft zwangsläufig.

Gerade deshalb ist es essenziell, neben dem betrieblichen Vermögen auch ein privates Sicherheitsnetz aufzubauen. Dazu gehören Rücklagen, Versicherungen, Vorsorgeprodukte oder liquide Investments außerhalb des Betriebs. Viele Landwirte, die frühzeitig private Vermögensbausteine aufbauen, erleben in der Übergabephase große Erleichterung: Sie können ihren Kindern Freiräume verschaffen, müssen nicht alles aus dem Betrieb finanzieren und behalten dennoch finanzielle Souveränität im Alter. Für den Betrieb bedeutet dies ebenfalls Stabilität, weil er nicht zusätzlich belastet wird.

Die Rolle professioneller Beratung

Kaum ein Bereich ist so beratungsintensiv wie die Vermögens- und Nachfolgeplanung in der Landwirtschaft. Juristisch, steuerlich und wirtschaftlich überschneiden sich mehrere Gebiete, die kaum ein Landwirt allein überblicken kann. Spezialisten für landwirtschaftliches Steuerrecht, Agrarnotare, Wirtschaftsprüfer mit Agrarbezug, spezialisierte Familienmediatoren und Vermögensberater mit Erfahrung in Betriebsnachfolgen können entscheidend dazu beitragen, Fehler zu vermeiden, faire Lösungen zu finden und den Betrieb für kommende Generationen abzusichern.

Gerade die Kombination aus Rechtsberatung, Steuerstrategie und familiärer Mediation ist für landwirtschaftliche Betriebe essenziell. Viele Konflikte entstehen nicht durch bösen Willen, sondern durch unausgesprochene Erwartungen oder fehlende Transparenz. Externe Beratung schafft Distanz, Klarheit und ein verbindliches Regelwerk, das alle Beteiligten schützt – Eigentümer ebenso wie Nachfolgerinnen, nicht aktive Geschwister ebenso wie Ehepartner.

Ein konkretes Maßnahmenpaket für Landwirte und Großbauern

Zum Abschluss folgt ein sehr konkreter und praxisnaher Leitfaden, der in nahezu jedem Agrarbetrieb umsetzbar ist. Er richtet sich sowohl an Landwirte ab etwa 40 Jahren, die langfristig planen möchten, als auch an Familien, die eine Übergabe vorbereiten.

  1. Sich selbst und den Betrieb offen bilanzieren.
    Mindestens einmal alle zwei Jahre sollten Vermögenswerte, Schulden, Liquidität, Maschinenpark, Gebäudewerte und Landflächen professionell bewertet werden. Nur wer den Ist-Zustand kennt, kann vernünftige Entscheidungen treffen (z.B. mithilfe von OWNLY).
  2. Besitz und Betrieb gedanklich – und gegebenenfalls rechtlich – voneinander trennen.
    Eine Struktur mit Betriebsgesellschaft und Besitzgesellschaft sorgt dafür, dass der Übernehmer frei wirtschaften kann und nicht aktive Familienmitglieder dennoch fair am Vermögen beteiligt werden können.
  3. Familiengespräche institutionalisieren.
    Einmal jährlich sollte ein strukturiertes Familiengespräch stattfinden, in dem offen über Nachfolge, Verantwortung, Erwartungen und Vermögensfragen gesprochen wird – idealerweise moderiert oder anhand einer klaren Agenda.
  4. Einen strategischen Nachfolgeplan entwickeln.
    Dieser Plan sollte festhalten, wer übernehmen möchte, wer welche Rolle übernimmt und wie Ausgleichszahlungen oder Beteiligungen geregelt werden. Der Plan sollte schriftlich vorliegen und regelmäßig aktualisiert werden.
  5. Privates Vermögen aktiv aufbauen.
    Mindestens zehn Prozent des Jahresgewinns sollte in private Vorsorgeprodukte, Rücklagen oder liquide Anlagen fließen, die nichts mit dem Hof zu tun haben. Dies stärkt die Unabhängigkeit und schützt die Altersversorgung.
  6. Ehevertrag und Testament prüfen.
    Beides sollte nicht als Misstrauensmaßnahme, sondern als Schutzinstrument verstanden werden. Ein auf Landwirtschaft spezialisierter Notar ist hier unverzichtbar.
  7. Risiken professionell absichern.
    Der Betrieb sollte überprüft werden auf Versicherungsbedarf, Haftung, Invalidität, Tod oder Betriebsunterbrechung. Der Inhaber sollte privat ebenfalls gut abgesichert sein.
  8. Externe Experten einbeziehen.
    Für größere Betriebe lohnt es sich, einen festen Kreis an Beratern zu haben: Steuerberater mit Landwirtschaftsschwerpunkt, Agrarnotar, Unternehmensberater mit Agrarerfahrung und ein Vermögensberater, der Familienunternehmen begleitet.
  9. Eine klare Governance einführen.
    Jahresgespräche, Protokolle, Entscheidungen auf Basis von Zahlen, klare Rollen und Verantwortlichkeiten – sie entlasten die Familie und machen den Betrieb krisenfester.
  10. Früh genug anfangen.
    Die beste Nachfolgeplanung beginnt 10 bis 15 Jahre vor der Übergabe. Wer erst plant, wenn die Kraft nachlässt, agiert aus der Defensive – und riskiert Konflikte, Steuerfallen oder Liquiditätsprobleme.

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Rezension zu Anne Brorhilker: Cum/Ex. Milliarden und Moral

Rezension zu Anne Brorhilker: Cum/Ex. Milliarden und Moral

Dr. Nicholas Ziegert

19. November 2025

Anne Brorhilker, jahrzehntelang bundesweit bekannt als „Cum-Ex-Ermittlerin Nr. 1“, legt mit Cum/Ex. Milliarden und Moral ein Buch vor, das gleichermaßen persönliche Rechtfertigung, Abrechnung mit strukturellen Blockaden und politischer Kommentar ist. Sie schildert darin ihre berufliche Reise in den größten Steuerskandal der Bundesrepublik: ihre ersten Schritte ohne Spezialisierung auf Finanzmarktkriminalität, ihre Ermittlungsjahre in Köln, die Konflikte innerhalb der Behörden und ihr Ringen mit Banken, Anwälten und potenziellen Kronzeugen.

Ihre Rekonstruktion des Ermittlungsalltags ist anekdotisch: Aktenberge, Routinen wie „Kaffeeküchenmeetings“, Begegnungen mit Bankern, deren Auftreten sie mit negativer Wertung beschreibt, und die mühselige Arbeit, aus verstreuten Informationen ein beweisbares Gesamtbild zu formen. Zentral ist ihr Versuch, Kronzeugen zu gewinnen – ein Ermittlungsinstrument, das sie als reines Werkzeug versteht: es geht nicht um moralisch geläuterte Geständnispartner, sondern um taktische Informationsquellen aus einem eng verflochtenen Milieu von Händlern, Beratern und Finanzjuristen zu gewinnen.

Im Laufe des Buchs verschiebt sich jedoch der Fokus. Brorhilker richtet ihre Kritik nun weniger auf die Täter der Finanzindustrie, sondern zunehmend auf den Staat selbst: auf schlecht organisierte Steuerverwaltungen, überlastete Staatsanwaltschaften und eine Politik, die komplexe Wirtschaftskriminalität jahrzehntelang unterschätzt habe. Ihr Buch wird damit zu einer strukturellen Anklage gegen ihr altes Arbeitsumfeld – und zugleich die Rechtfertigung ihres beruflichen Wechsels zur Lobbyorganisation Finanzwende e.V.

Dabei tritt ein zweites Motiv deutlich hervor: ein feministischer Blick auf die Machtarchitektur der deutschen Finanz-, Behörden- und Justizwelt. Brorhilker beschreibt eine Umgebung, geprägt von männlicher Dominanz, informellen Seilschaften und hierarchischen Reflexen, die Reformprozesse lähmten und unkonventionelle Ermittlungsansätze blockierten. Dieser Ton wird im Verlauf des Buches derart prägend, dass er die ursprüngliche Cum-Ex-Thematik fast überlagert: Aus der Bankenjägerin wird die Kritikerin männlicher Behördenregime.

Ein formales Stilmittel, das Brorhilker im Buch nutzt, ist das Schwärzen von Textstellen mit Verweis auf das „Dienstgeheimnis“. Doch die wirklich auffälligen Auslassungen betreffen anderes: die WestLB. Während sie ausführlich über andere Landesbanken berichtet, widmet sie der WestLB – obwohl diese nach Presseberichten Steuerschäden von mindestens 500 Millionen Euro verursachte – nur eine kurze Erwähnung in einer Aufzählung. Kein Kontext, keine Bewertung, keine Frage nach Verantwortlichkeiten innerhalb ihres eigenen Bundeslandes.

Gerade vor dem Hintergrund, dass Brorhilker im Interview mit Handelsblatt Crime erklärte, man habe Schwerpunkte „nach Schadenshöhe“ gesetzt, wirkt dieses Schweigen erklärungsbedürftig. Bemerkenswert ist zudem, dass Medienberichten zufolge ein naher Angehöriger Brorhilkers leitend bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig war, die die WestLB auch in Sachen Cum/Ex geprüft hat – eine Tatsache, die das selektive Gewicht der Darstellung zumindest irritierend erscheinen lässt. So drängt sich die Frage auf, ob der starke Fokus auf Hamburg – medial wie strafverfolgerisch – nicht zugleich von möglichen Versäumnissen oder Untiefen rund um die WestLB in Nordrhein-Westfalen ablenkte. Das Buch bleibt diese Antwort schuldig.

Ein weiterer kritischer Punkt ist Brorhilkers veränderte Darstellung des Kronzeugen Dr. Kai-Uwe Steck. Dessen frühere Bedeutung – durch den BGH als wesentlich zur Begründung des Vorsatzes hervorgehoben – relativiert sie nun stark: Inhaltlich seien seine Aussagen kaum noch entscheidend; wichtiger sei seine Rolle als Vermittler weiterer Kronzeugen gewesen. Steck´s Aussagen darüber, wer was wann wusste, waren aber gerade zentral für die Verurteilung einer Reihe von Angeklagten, die nunmehr Freiheitsstrafen absitzen. Doch gerade weil Steck später nachweislich Falschangaben machte, wirkt diese Neubewertung wie eine rückwirkende Schadensbegrenzung.

Hinzu kommen öffentlich dokumentierte Fragwürdigkeiten im Umgang mit Kronzeugen. So wurde in seinem eigenen Strafprozess bekannt, dass Steck seine Vernehmungsprotokolle – einschließlich der Fragen der Ermittlungsbehörden – zu Hause vorformulieren durfte und diese nahezu wortgleich in die offiziellen Protokolle übernommen wurden. Und Brorhilkers Aussage im Ausschuss 2021 – „Wenn man sogenannte Kronzeugen hat, die gestehen, müsse man sich überhaupt nicht mehr einen abbrechen mit Indizien oder sonst was.“ – wirft ein Schlaglicht auf eine Ermittlungsstrategie, die sich offenbar stark auf Aussagen Einzelner verließ.

In diesem Zusammenhang stellt sich zwangsläufig die Frage, ob wichtige Ermittlungen unterblieben, weil Kronzeugen-Narrative als ausreichend betrachtet wurden – eine Frage, der Brorhilker im Buch ausweicht.

Auch ihre öffentliche Rolle bleibt widersprüchlich. Brorhilker trat in mehreren Fernsehdokumentationen auf, teilweise sich selbst spielend, und wurde bereits vom Verwaltungsgericht Köln wegen vorverurteilender Äußerungen gerügt. Zudem wurde öffentlich diskutiert, dass die Tagebucheinträge des Bankiers Olearius – aus der Obhut des Landes NRW – an Medien gelangten, was erhebliche juristische und politische Fragen aufwarf. Das Land NRW wurde deswegen vom Landgericht Köln zu Schadensersatz verurteilt. Warum kam es zu diesen Grenzüberschreitungen zwischen Ermittlungsarbeit und öffentlicher Selbstdarstellung? Das Buch lässt diese Vorgänge weitgehend unerwähnt.

Hinzu kommt eine argumentative Inkonsistenz: Brorhilker behauptet einerseits, Cum/Ex sei im Kern gar nicht so kompliziert – ein Vorwurf gegen Banken, die sich auf Komplexität berufen. Andererseits fordert sie enorme Ausbaumaßnahmen für Ermittlungsbehörden, weil Cum/Ex „unglaublich komplex“ sei. Dieser Widerspruch bleibt konzeptionell ungelöst und unterminiert die analytische Schärfe ihres Buches.

Insgesamt wirkt Cum/Ex. Milliarden und Moral wie eine Rechtfertigungsschrift für den eigenen Kurs und für ihren Abgang aus der Staatsanwaltschaft. Selbstkritik – sei es zu Ermittlungsmethoden, zum Umgang mit Medien, zu rechtlichen Grenzbereichen oder zu den erheblichen internen Konflikten – sucht man vergeblich.

Fazit

Das Buch bietet kaum neue Erkenntnisse zum Cum-Ex-Skandal. Es vertieft weder das Verständnis der Finanzmechanik noch wirft es neues Licht auf die Rolle der beteiligten Banken oder Behörden. Stattdessen liefert es ein politisch-feministisches Selbstporträt einer Ermittlerin, die sich zunehmend als Kämpferin gegen männliche Machtstrukturen und behördliche Trägheit versteht. Für Leserinnen und Leser, die diesen Perspektivwechsel interessieren mag das Werk lohnend sein. Wer jedoch neue Einsichten in Cum/Ex oder eine selbstkritische Aufarbeitung erwartet, wird enttäuscht.

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Die Zukunft des Vermögens: Warum Privatbankiers das Erbe ihrer Häuser neu denken müssen

Die Zukunft des Vermögens: Warum Privatbankiers das Erbe ihrer Häuser neu denken müssen

Dr. Nicholas Ziegert

14. Oktober 2025

Einführung

Frankfurt am Main. Es ist ein stiller Abschied von einer Ära, die über Generationen das Bild des Privatbankiers prägte: das gedämpfte Licht in holzgetäfelten Räumen, der diskrete Händedruck, das Versprechen absoluter Verschwiegenheit, das in der DNA jedes seriösen Hauses liegt. Doch die Symbole, die einst Stärke und Verlässlichkeit signalisierten, drohen im Sturm der Veränderung zu Fesseln zu werden. Die Welt der Privatbanken, jahrhundertelang ein Hort der Kontinuität in einer unbeständigen Welt, steht vor dem tiefgreifendsten Umbruch ihrer Geschichte. Getrieben von einer tektonischen Verschiebung der regulatorischen, technologischen und gesellschaftlichen Erwartungen, wird das Überleben nicht mehr von der Strahlkraft der Vergangenheit garantiert, sondern von der Fähigkeit, einen schwierigen Balanceakt zu meistern: den Wandel zu vollziehen, ohne die eigene Identität zu verraten.

Regulierungswalzen wie MiFID II oder die stetig wachsenden Compliance-Pflichten haben die Kostenstrukturen auf den Kopf gestellt. Die digitale Disruption, verkörpert durch FinTechs und Neobanken, fordert das Monopol auf Kundenbeziehungen heraus. Vor allem aber wandelt sich das Kundenprofil fundamental. Die Erben alter Vermögen und die Gründer neuen Reichtums ticken unterschiedlich. Wer heute ein Vermögen aufbaut, tut dies oft nicht mehr durch Erbschaft, sondern durch den Exit eines Tech-Start-ups, durch unternehmerischen Wagemut oder durch die Monetarisierung einer digitalen Idee. Diese neue Klientel sucht nicht den Schoß der Diskretion, sondern den Dialog auf Augenhöhe, sie fordert Transparenz ein, wo einst blindes Vertrauen herrschte, und sie möchte mit ihrem Geld nicht nur Rendite, sondern auch Wirkung erzielen.

In dieser Gemengelage lauern fatale Fehler, die das Aus für traditionsreiche Häuser bedeuten können. Es sind weniger betriebswirtschaftliche Rechenfehler als vielmehr mentale Fallstricke und strategische Versäumnisse, die die größte Gefahr darstellen.

Die Hybris der Historie: Wenn Tradition zur Falle wird

„Seit 1850 in Familienbesitz“ – solch ein Prädikat war lange Zeit das Nonplusultra, ein unerschütterliches Gütesiegel. Doch für die Generation der 40-Jährigen und Jüngeren ist das Gründungsdatum einer Bank kaum mehr als eine historische Fußnote. Sie fragen nicht: „Wie lange gibt es Sie schon?“, sondern „Was können Sie heute für mich tun?“. Kompetenz, Erreichbarkeit und digitale Souveränität sind die neuen Leitwährungen des Vertrauens. Der Mythos der Tradition verliert dann seinen Zauber, wenn er als Ausrede für mangelnde Innovation dient.

Das Beispiel der Genfer Privatbank Lombard Odier, die auf eine über 225-jährige Geschichte zurückblickt, zeigt den Weg. Statt sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit auszuruhen, hat das Haus eine radikale Transformation vollzogen. Es investierte massiv in eine vollintegrierte digitale Plattform, die es Kunden weltweit ermöglicht, ihre Portfolios in Echtzeit einzusehen, Analysen durchzuführen und Transaktionen durchzuführen. Gleichzeitig positionierte sich die Bank frühzeitig als Thought Leader im Bereich nachhaltiger Investments. Lombard Odier verstand, dass Tradition und Innovation kein Widerspruch sein müssen, sondern dass erstere der letzteren Tiefe und Glaubwürdigkeit verleihen kann. Die Lehre ist eindeutig: Tradition ist ein wertvolles Kapital, aber nur dann, wenn es investiert und nicht nur verwahrt wird. Wer sich ausschließlich auf die Strahlkraft der Vergangenheit beruft, wird zum Museumskurator seines eigenen Unternehmens.

Der Zielgruppen-Blindflug: Die neue Geographie des Reichtums ignorieren

Viele Privatbanken haben ihre Radarstationen noch immer auf die klassischen Vermögenszentren ausgerichtet: alteingesessene Industriellenfamilien, Erbengemeinschaften, vielleicht noch die vermögende Ärzteschaft einer Universitätsstadt. Doch die Landkarte des Reichtums hat sich neu geformt. Die neuen Vermögenden sind digital native, sie sind globalisiert, und sie sind oft „Purpose-driven“. Sie haben ihr Vermögen nicht geerbt, sondern erarbeitet, und dieser Schöpfungsprozess prägt ihre Erwartungen an einen Vermögensverwalter. Sie suchen keinen Butler, sondern einen sparring partner, einen Mitdenker, der ihre unternehmerische DNA versteht.

Während etablierte Häuser noch mit der Aura des diskreten Tresorraums werben, haben Player wie die Schweizer FinTech App Alpian oder die Privatbank Vontobel mit ihrer Digital-Wealth-Plattform genau diese Lücke besetzt. Sie bieten eine digital-native User Experience, die an die Oberflächen gewohnter Consumer-Apps angelehnt ist, kombiniert mit einer inhaltlichen Schwerpunktsetzung auf Themen wie ESG (Environmental, Social, Governance) und Impact Investing. Sie sprechen die Sprache dieser neuen Vermögenden, die Wert auf Werte legen. Wer diese Sprache nicht spricht oder sie als vorübergehenden Trend abtut, verliert nicht nur eine Wachstumschance, sondern sägt an der demografischen Basis seiner eigenen Zukunft.

Die digitale Schizophrenie: Technologie als Feind statt als Verbündeter sehen

In den Chefetagen mancher Privatbanken herrscht bis heute eine tiefe Ambivalenz gegenüber der Digitalisierung. Man fürchtet, die magische Aura der Exklusivität zu beschädigen, wenn man Dienstleistungen auch digital zugänglich macht. Dieses Denken verkennt den wahren Charakter des digitalen Wandels. Es geht nicht um die Ersetzung des menschlichen Beraters durch einen Algorithmus, sondern um seine Befreiung. Digitale Tools übernehmen repetitive Aufgaben wie Reporting, Portfolio-Überwachung und Standardanalysen. Sie schaffen so den mentalen Freiraum, den der Berater für das Wesentliche braucht: die komplexe strategische Beratung, die empathische Gesprächsführung in unsicheren Märkten, das Verständnis für die oft unausgesprochenen Ängste und Hoffnungen der Kunden.

Die Bank Julius Bär hat diesen hybriden Ansatz vorbildlich umgesetzt. Sie kombiniert hochspezialisierte digitale Tools für Analyse und Reporting mit der unverzichtbaren persönlichen Betreuung durch erfahrene Relationship Manager. Das Ergebnis ist eine gesteigerte Effizienz aufseiten der Bank und ein erheblich verbessertes Service-Erlebnis aufseiten des Kunden. Die Lehre ist ebenso einfach wie entscheidend: Digitalisierung ist die Voraussetzung dafür, dass sich die persönliche Beratung wieder auf das konzentrieren kann, was ihren eigentlichen Wert ausmacht. Wer die Digitalisierung als notwendiges Übel betrachtet, wird von ihr überrollt werden.

Der Kult der Ineffizienz: Warum Exklusivität nicht teuer sein muss

Das Private Banking war lange Zeit eine Handwerkskunst, und wie in jedem alten Handwerk haben sich über die Jahre ineffiziente Prozesse und überbordende Kostenstrukturen eingeschlichen. Veraltete IT-Systeme, die nur mit großem Aufwand am Laufen gehalten werden können, manuelle Prozesse in der Abwicklung und eine Abneigung gegen Kooperationen oder Outsourcing führen zu horrenden Fixkosten, die am Ende der Kunde tragen muss. Das Argument, Exklusivität habe nun einmal ihren Preis, ist dabei ein gefährlicher Trugschluss. Exklusivität bezieht sich auf die Qualität der Beratung und die Tiefe der Kundenbeziehung, nicht auf die Ineffizienz der Back-Office-Prozesse.

Eine pragmatische Lösung, die mehrere kleinere deutsche Privatbanken für sich entdeckt haben, ist die Nutzung gemeinsamer Plattformen für Wertpapierabwicklung, Handel und Compliance über spezialisierte Dienstleister. Durch diese Bündelung von Standardprozessen entstehen Skaleneffekte, die dem einzelnen Haus nie möglich wären. Die freigewordenen Ressourcen – sowohl finanziell als auch personell – können dann in die eigentliche Wertschöpfung fließen: die maßgeschneiderte Vermögensstrukturierung und die intensive Kundenbetreuung. Die Lektion lautet: Wer Exklusivität mit Ineffizienz verwechselt, wird im Preiswettbewerb der Zukunft nicht bestehen können.

Das Transparenz-Trauma: Vom Geheimnis zum Wettbewerbsvorteil

Intransparente Gebührenmodelle, versteckte Kosten durch Kick-backs von Fondsgesellschaften und undurchsichtige Vergütungsstrukturen gehören zu den größten Sünden der Branche. Sie sind Relikte einer Zeit, in der das Preisspiel Teil eines undurchsichtigen Rituals war. Die neuen Vermögenden, oft selbst Unternehmer, die klare Zahlen gewohnt sind, lehnen dieses System ab. Für sie ist Transparenz kein Nice-to-have, sondern eine Grundvoraussetzung für Vertrauen. Intransparenz wird als Zeichen von Arroganz oder, schlimmer noch, von mangelnder Seriosität interpretiert.

Pionierarbeit leistete hier die Berliner Quirin Privatbank, die von Anfang an auf ein radikal transparentes, provisionsfreies Modell setzte. Sie arbeitet ausschließlich gegen ein festes Honorar, das dem Kunden klar kommuniziert wird. Was einst als exzentrisches Nischenmodell belächelt wurde, erweist sich heute als zukunftsweisend. Immer mehr Kunden, insbesondere diejenigen mit unternehmerischem Hintergrund, schätzen diese Klarheit. Sie zeigt, dass die Interessen von Bank und Kunde kongruent sind. Transparenz ist damit kein Risiko mehr, das es zu managen gilt, sondern ein machtvoller Wettbewerbsvorteil im Kampf um das Vertrauen einer skeptischen, informierten Kundengeneration.

Die Nachfolge-Falle: Wenn die Dynastie zum Damoklesschwert wird

In einer Branche, die so stark von Persönlichkeiten und langfristigen Beziehungen geprägt ist, ist die Nachfolgeregelung eine der heikelsten und am häufigsten vernachlässigten Fragen. Die Entwicklung bei Häusern wie Hauck & Aufhäuser oder Merck Finck demonstriert, dass ein Eigentümerwechsel, so schmerzhaft er sein mag, auch eine Chance zur Erneuerung bedeuten kann. Frisches Kapital, neue Führungsstrukturen und ein modernisierter strategischer Ansatz können einer traditionsreichen Marke zu neuer Dynamik verhelfen. Die entscheidende Lehre ist, dass Nachfolgeplanung nicht länger als privates, generationenübergreifendes Thema betrachtet werden darf. Sie ist eine strategische Pflichtaufgabe des Managements und des Aufsichtsrats, die mit derselben Ernsthaftigkeit angegangen werden muss wie die Entwicklung einer neuen Digitalisierungsstrategie.

Der Nachhaltigkeits-Irrtum: ESG als Modetrend missverstehen

Für Teile der alten Garde im Private Banking sind nachhaltige Investments immer noch ein grünes Nischenthema für idealistische Anleger, das mit dem harten Geschäft der Renditemaximierung wenig zu tun hat. Diese Haltung ist nicht nur ethisch fragwürdig, sie ist auch ökonomisch naiv. Die junge, vermögende Kundengeneration, und hier insbesondere die weiblichen Erben und Unternehmerinnen, will mit ihrem Kapital eine messbare, positive Wirkung erzielen. ESG-Kriterien und Impact Investing sind für sie kein Marketing-Gag, sondern ein integraler Bestandteil einer modernen Vermögensstrategie.

Die Schweizer Privatbank Pictet & Cie hat dies früh erkannt und sich systematisch als Nachhaltigkeitspionier im High-Net-Worth-Bereich positioniert. Mit einer Reihe eigener ESG-Fonds und einer klaren, konsistenten Kommunikationsstrategie spricht die Bank gezielt jene vermögenden Impact-Investoren an, für die Nachhaltigkeit der neue Luxus ist. Wer diesen Megatrend als vorübergehende Mode abtut, verliert nicht nur Kunden, sondern auch seine Relevanz in einer Welt, in der Klimawandel, soziale Gerechtigkeit und gute Corporate Governance zu zentralen Risiko- und Chancenfaktoren geworden sind.

Die Unsichtbarkeits-Falle: Diskretion versus Bedeutungslosigkeit

Das höchste Gut einer Privatbank war stets ihre Diskretion. Doch in einer vernetzten, digitalen Welt kann das Festhalten an einer falsch verstandenen Diskretion zur Unsichtbarkeit führen. Wenn eine Bank in der öffentlichen Debatte, in Fachmedien und auf relevanten Plattformen nicht präsent ist, fehlt ihr die Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen und sich als kompetenter Gesprächspartner zu positionieren. Junge, vermögende Kunden recherchieren heute umfassend, bevor sie auch nur das erste Gespräch mit einem Berater suchen. Eine Bank, die in dieser digitalen Recherche nicht auftaucht, existiert für sie schlicht nicht.

Rothschild & Co. demonstriert, wie es anders geht. Das Haus, Synonym für diskrete Finanzdiplomatie, kommuniziert heute aktiv und sichtbar. Es veröffentlicht regelmäßig Research-Papers zu geopolitischen Entwicklungen, Stellungnahmen zu verantwortungsvollem Investieren und Analysen zu gesamtwirtschaftlichen Trends. Damit schafft es Sichtbarkeit, ohne in plumpes Marketing zu verfallen. Es positioniert sich als seriöser Thought Leader, ohne seine kernige Diskretion in den Kundenbeziehungen zu opfern. Die Balance ist entscheidend: Sichtbarkeit und Seriosität schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: In der modernen Welt ist eine gewisse Sichtbarkeit sogar die Voraussetzung dafür, dass Seriosität überhaupt wahrgenommen werden kann.

Fazit: Die Renaissance der Nähe im digitalen Zeitalter

Der Weg in die Zukunft der Privatbanken ist kein Abriss der Tradition, sondern ihre behutsame Renovierung. Die Kernwerte der Branche – persönliche Nähe, langfristige Perspektive, tiefes Vertrauen und handwerkliche Sorgfalt – sind wertvoller denn je. In einer Welt der algorithmengetriebenen Massenabfertigung und der kurzfristigen Quartalsdenke ist die menschliche, vertrauensvolle Beziehung ein unschätzbarer Luxus.

Doch diese Werte müssen in die Sprache und die Infrastruktur des 21. Jahrhunderts übersetzt werden. Die persönliche Nähe muss durch digitale Kanäle ergänzt werden, um allgegenwärtig zu sein. Das langfristige Denken muss um die Dimension der Nachhaltigkeit erweitert werden. Die handwerkliche Sorgfalt muss durch datengetriebene Analysen angereichert werden. Und das Vertrauen muss auf dem Fundament absoluter Transparenz neu begründet werden.

Die Privatbankiers, die diese Transformation meistern, werden nicht nur überleben. Sie werden eine Renaissance erleben. Denn sie bieten genau das, was in einer unübersichtlichen, automatisierten Welt am meisten gesucht wird: menschliche Urteilskraft, integrale Beratung und eine partnerschaftliche Beziehung, die den Namen auch verdient. Diejenigen jedoch, die den Wandel aus Angst vor Identitätsverlust verweigern, werden das Gegenteil bewirken: Sie werden ihre Identität verlieren, indem sie zu bloßen Verwaltern ihrer eigenen Vergangenheit werden – bis die Geschichtsbücher das letzte Kapitel über sie schreiben.

Weitere Informationen:
www.ownly.de

www.family.ownly.de

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Liquiditätsmanagement mit OWNLY: Ihre beste Lösung

Liquiditätsmanagement leicht gemacht: Warum OWNLY eine optimale Lösung ist.

Die Verwaltung von Vermögen, insbesondere bei Familien oder komplexen Portfolios, stellt hohe Ansprüche an Übersicht, Kontrolle und Transparenz. Wer finanzielle Entscheidungen auf einem soliden Fundament treffen möchte, benötigt jederzeit einen klaren Überblick über alle liquiden Mittel und künftigen Verpflichtungen. Dabei reicht es längst nicht mehr, Einzelkonten und Depots mit Excel-Listen oder klassischen Banking-Apps zu monitoren. Vielmehr erfordern moderne Familienvermögen eine strukturierte, digitale Gesamtsicht, die sämtliche Vermögenswerte und Verpflichtungen integriert und so die Grundlage für eine erfolgreiche Steuerung schafft.

Ganzheitlicher Überblick: Die Basis für Kontrolle und Planung

In einer Zeit, in der Finanzströme international, vielschichtig und häufig dynamisch verlaufen, steht der Anspruch nach einer zentralen Übersicht im Mittelpunkt. Die Verwaltung von Konten, Depots, Immobilien und alternativen Anlagen wird dann effektiv, wenn alle Informationen an einem Ort konsolidiert werden. Eine digitale Plattform, die sämtliche Werte, Liquiditätsquellen und Ausgabenpunkte automatisch aggregiert, bietet entscheidende Vorteile:

  • Sofortiger Echtzeit-Überblick über sämtliche Vermögenswerte
  • Transparenz über Zahlungsströme, Fälligkeiten und Verpflichtungen
  • Frühzeitige Identifikation von Liquiditätsengpässen
  • Effiziente Abstimmung zwischen Familienmitgliedern und Beratern

Mit einem strukturierten Vermögens-Cockpit wird es möglich, finanzielle Entscheidungen proaktiv zu treffen. Anleger erkennen, wo kurzfristig liquide Mittel verfügbar sind, welche Reserven für Investitionen bereitstehen und an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht.

Wie lässt sich Liquidität gezielt steuern?

Viele vermögende Familien und Entscheider fragen sich: Wie lässt sich vermeiden, dass Kapital ungenutzt auf Konten liegt, während an anderer Stelle Finanzbedarf entsteht? Hier zeigt sich, dass traditionelle Methoden wie Excel-Tabellen oder fragmentierte Bankportale schnell an ihre Grenzen stoßen. Nur eine digitale Lösung, die alle Vermögensbereiche automatisch zusammenführt, ermöglicht eine gezielte Steuerung der Zahlungsflüsse. So wird klar erkennbar, wann und wo Mittel freigemacht oder umgeschichtet werden sollten.

Ein zentrales Dashboard visualisiert nicht nur aktuelle Bestände, sondern projiziert auch zukünftige Zahlungsströme. Das erlaubt es, Rücklagen für Steuern, Schenkungen oder Investitionen frühzeitig zu planen. Wer diese Transparenz besitzt, kann liquide Mittel optimal einsetzen und vermeidet unnötige Überziehungen oder Kapitalbindung. So entsteht eine belastbare Grundlage für strategische Finanzentscheidungen – unabhängig davon, ob es um die Absicherung der Familie oder um die Nutzung von Investment-Chancen geht.

Transparenz und Kontrolle über Familienvermögen

Gerade bei größeren Familienvermögen ist es essenziell, die Übersicht über unterschiedliche Konten, Depots und Beteiligungen zu bewahren. Digitale Lösungen bieten hierfür die Möglichkeit, individuelle Zugriffsrechte zu vergeben und relevante Informationen gezielt zu teilen. Das schafft Klarheit und verhindert Missverständnisse. Gleichzeitig bleibt die Privatsphäre gewahrt, da nicht jeder Einblick in alle Details erhält.

  • Jeder Beteiligte sieht nur die für ihn relevanten Informationen
  • Vertrauliche Daten bleiben geschützt
  • Der Austausch mit Vermögensverwaltern oder Steuerberatern wird vereinfacht

Diese Transparenz fördert das Vertrauen innerhalb der Familie und in die eigenen finanziellen Entscheidungen. Sie sorgt dafür, dass alle Beteiligten stets auf dem gleichen Informationsstand sind und gemeinsam auf die finanziellen Ziele hinarbeiten können.

Wie kann eine digitale Vermögensübersicht das Familienleben vereinfachen?

Familien, die gemeinsam Vermögen verwalten, stehen vor speziellen Herausforderungen. Unterschiedliche Lebensentwürfe, Generationen und Interessen treffen aufeinander. Ein digitales Tool, das sämtliche Finanzströme übersichtlich abbildet, schafft hier Entlastung und Übersichtlichkeit. Komplexe Prozesse wie die Nachfolgeplanung oder Schenkungen lassen sich so nachvollziehbar gestalten.

Mit einer strukturierten Übersicht werden Zuständigkeiten klar geregelt und finanzielle Verantwortlichkeiten transparent. Familien können gemeinsam Ziele definieren, Budgets festlegen oder Investitionsentscheidungen abstimmen. Dies fördert nicht nur die Effizienz, sondern auch den Familienfrieden, da Diskussionen auf Basis transparenter Fakten stattfinden.

Effizienzsteigerung durch Automatisierung

Die manuelle Erfassung von Finanzdaten ist fehleranfällig und zeitaufwendig. Moderne Plattformen setzen daher auf umfassende Automatisierung. Schnittstellen zu Banken, Depots und anderen Vermögensquellen sorgen dafür, dass alle Daten in Echtzeit aktualisiert werden. So sparen Nutzer wertvolle Zeit und reduzieren das Risiko von Fehlern.

  • Synchronisation sämtlicher Konten und Depots
  • Integration von Immobilien, Beteiligungen und alternativen Assets
  • Visualisierung von Zahlungsströmen und künftigen Fälligkeiten

Nutzer erkennen auf einen Blick, wie sich das Vermögen entwickelt, wo Liquiditätsbedarf entsteht und welche Maßnahmen zur Optimierung sinnvoll sind. Die Effizienz der Verwaltung steigt, während der Aufwand spürbar sinkt.

Wie lassen sich Risiken frühzeitig erkennen und steuern?

Eine vorausschauende Liquiditätssteuerung ist der Schlüssel, um finanzielle Risiken zu minimieren. Digitale Plattformen bieten hierfür Prognosefunktionen, die künftige Entwicklungen simulieren. Nutzer erkennen so, wann größere Ausgaben anstehen oder Einnahmen ausbleiben könnten. Frühwarnsysteme und Erinnerungsfunktionen unterstützen dabei, rechtzeitig zu reagieren und notwendige Maßnahmen einzuleiten.

Durch die kontinuierliche Überwachung aller Zahlungsströme lassen sich Engpässe oder Überhänge vermeiden. Wer diese Kontrolle besitzt, kann Risiken gezielt steuern und bleibt auch in volatilen Zeiten handlungsfähig. Das schafft Sicherheit und stärkt das Vertrauen in die eigene Finanzplanung.

Nahtlose Zusammenarbeit mit Beratern und Experten

Die Komplexität moderner Vermögensstrukturen erfordert häufig die Zusammenarbeit mit externen Partnern wie Steuerberatern, Vermögensverwaltern oder Rechtsanwälten. Digitale Lösungen ermöglichen es, relevante Dokumente und Daten gezielt zu teilen – sicher und nachvollziehbar. Das beschleunigt Prozesse und reduziert den Abstimmungsaufwand erheblich.

  • Schneller Zugriff auf aktuelle Zahlen und Reportings
  • Gezielte Freigabe von Informationen für Berater
  • Klare Dokumentation aller Entscheidungen und Entwicklungen

So wird die Zusammenarbeit effizient, transparent und rechtssicher gestaltet. Nutzer profitieren von einer deutlich verbesserten Steuerung und können jederzeit fundierte Entscheidungen treffen.

Was unterscheidet eine spezialisierte Plattform von Standard-Banking-Lösungen?

Im Vergleich zu klassischen Banking-Apps oder Tabellenlösungen bieten spezialisierte Plattformen für die Vermögensübersicht deutlich mehr Funktionalität und Flexibilität. Sie erfassen nicht nur Konten und Depots, sondern integrieren auch komplexe Vermögenswerte wie Immobilien, Unternehmensbeteiligungen oder Kunstobjekte. Damit entsteht ein vollständiges Bild der finanziellen Situation – individuell anpassbar und jederzeit aktuell.

Zusätzliche Funktionen wie Prognosen, Szenarioanalysen oder die Integration von Dokumenten bieten einen deutlichen Mehrwert. Nutzer erhalten so nicht nur einen Überblick, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen. Die Verwaltung wird zum strategischen Steuerungsinstrument, das weit über die Möglichkeiten traditioneller Lösungen hinausgeht.

OWNLY-Family: Mehrwert für anspruchsvolle Vermögensinhaber

Anspruchsvolle Familien und Entscheider, die Wert auf Kontrolle, Effizienz und Sicherheit legen, finden mit OWNLY-Family eine digitale Lösung, die höchste Standards erfüllt. Die Plattform bietet eine zentrale, geschützte Übersicht über alle Vermögenswerte, intelligente Automatisierung und umfassende Analysefunktionen. Nutzer profitieren von einer intuitiven Bedienung, flexibler Anpassbarkeit und maximaler Datensicherheit. Damit wird die Verwaltung komplexer Vermögen nicht nur einfacher, sondern auch transparenter und nachhaltiger gestaltet.

Wer seine Finanzen künftig souverän steuern und die Vorteile moderner Technologie nutzen möchte, findet auf www.ownly.de alle Informationen zu OWNLY-Family – einer Plattform, die Vermögensübersicht, Planung und Kontrolle auf ein neues Niveau hebt.

FAQ – Antworten auf häufige Fragen

Wie kann ich alle Vermögenswerte und Konten einfach zusammenführen?

Mit digitalen Plattformen wie OWNLY lassen sich Bankkonten, Depots, Immobilien und Beteiligungen automatisch in einer Übersicht konsolidieren. Manuelle Dateneingaben entfallen, da Schnittstellen zu Banken und Vermögensverwaltern eine automatische Synchronisation gewährleisten.

Wie behalte ich den Überblick über geplante Ausgaben und Fälligkeiten?

Intelligente Tools zeigen künftige Zahlungsströme, Fälligkeiten und Verpflichtungen übersichtlich an. Frühwarnsysteme und Erinnerungen helfen, alle wichtigen Termine rechtzeitig im Blick zu behalten und Engpässe zu vermeiden.

Wie sicher sind meine Daten auf einer digitalen Vermögensplattform?

OWNLY-Family setzt auf höchste Sicherheitsstandards und verschlüsselt alle Daten nach modernsten Verfahren. Zugriffsrechte können individuell vergeben werden, sodass vertrauliche Informationen geschützt bleiben.

Kann ich Berater oder Familienmitglieder gezielt einbinden?

Mit flexiblen Zugriffsrechten und Dokumenten-Sharing können relevante Informationen gezielt für Berater oder Familienmitglieder freigegeben werden. So wird die Zusammenarbeit effizient, transparent und nachvollziehbar gestaltet.

Welche Vorteile bietet eine digitale Vermögensübersicht gegenüber klassischen Methoden?

Digitale Lösungen ermöglichen eine ganzheitliche Übersicht, automatische Aktualisierung und fundierte Analysen. Entscheidungen werden schneller, sicherer und datenbasiert getroffen, während der Verwaltungsaufwand spürbar sinkt.

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Meisterlich auf dem Spielfeld – und bei den Finanzen mit OWNLY

Meisterlich auf dem Spielfeld – und bei den Finanzen mit OWNLY

Dr. Nicholas Ziegert

18. September 2025

Glanz, Jubel, Millionen – und die Frage: Was bleibt nach der Karriere?

Ein prall gefülltes Stadion, gleißende Scheinwerfer, der Moment vor dem entscheidenden Wurf: Für Sekunden hält die Welt den Atem an, bevor der Ball durch die Reuse gleitet und der Jubel losbricht. Solche Augenblicke sind das Kapital von Spitzensportlern. Sie bringen Titel, Medaillen und nicht zuletzt millionenschwere Verträge. Doch während die Fans den Moment feiern, steht für den Spieler längst fest: Dieses Karrierefenster ist kurz. Was heute verdient wird, muss auch noch in Jahrzehnten tragen.

„Vom Millionenregen zur Schuldenfalle" – wie OWNLY Sportstars vor dem Absturz schützt

Viele schaffen das nicht. Boris Becker verdiente ein Vermögen, am Ende blieb dennoch die Insolvenz. Auch Fußballprofis, die mit Anfang zwanzig Millionen überwiesen bekommen, stehen später ohne Rücklagen da. Teure Villen, unübersichtliche Investments, fragwürdige Berater – die Liste der Stolpersteine ist lang. Und die Versuchung groß, wenn man jung ist, ständig auf Reisen und den Kopf eigentlich bei Training und Wettkampf hat.

Genau hier setzt OWNLY an. Die digitale Vermögensplattform ist so etwas wie ein Trainer für die Finanzen. Was auf dem Spielfeld der Coach mit Taktiktafel ist, übernimmt OWNLY im Finanzleben: Überblick, Struktur und Strategie. Sämtliche Werte – vom Bankkonto über Wertpapierdepots und Immobilien bis hin zu Sponsoringverträgen oder sogar Pferden im Reitsport – lassen sich auf einer Oberfläche bündeln. Wer sich einloggt, weiß sofort, wie es um das eigene Vermögen steht, welche Risiken drohen und welche Chancen sich eröffnen.

Karriereende, Immobilien, Steuern weltweit – OWNLY macht Zukunft planbar

Besonders wichtig sind die Zukunftsszenarien. Ein Basketballprofi, der pro Saison zweieinhalb Millionen Euro verdient, kann mit wenigen Klicks durchspielen, was passiert, wenn die Karriere mit 32 endet, wie sich ein Immobilienkauf in Spanien auswirkt oder welche Steuerlast im Ausland anfällt. Statt Bauchgefühl gibt es harte Daten – und damit die Grundlage für Entscheidungen, die das Leben nach der Karriere sichern.

Auch Sportarten mit komplizierteren Einkommensquellen profitieren. Eine Dressurreiterin, deren Vermögen zum großen Teil in Pferden und Immobilien steckt, kann diese Werte digital erfassen und bewerten lassen. So sieht sie auf einen Blick, wie liquide sie ist, ob sich ein Verkauf lohnt und wie Sponsoringzahlungen ihre Planung beeinflussen. Noch komplexer wird es beim Golfer, der Preisgelder in den USA kassiert, Sponsoring in Europa erhält und Beteiligungen in Asien hält. OWNLY bringt alles in einer konsolidierten Übersicht zusammen, zeigt die Werte in Euro und ermöglicht es, Steuerberater aus unterschiedlichen Ländern sicher einzubinden.

Vermögen braucht Struktur, besonders wenn die Karriere kurz ist

Die Idee dahinter ist simpel, aber entscheidend: Wer in kurzer Zeit viel Geld verdient, muss es umso konsequenter strukturieren. OWNLY sorgt dafür, dass das gelingt. Statt von Berater zu Berater zu laufen und sich auf Zettel, Tabellen oder Halbwissen zu verlassen, arbeiten alle Beteiligten mit denselben aktuellen Daten. Für den Athleten bedeutet das Sicherheit, Transparenz und das gute Gefühl, die Kontrolle zu behalten – auch wenn die Karriere längst vorbei ist.

Wahre Meisterschaft beginnt, wenn der Jubel verhallt

Die traurigen Beispiele der Vergangenheit zeigen, wie schnell man trotz Millionen ins Straucheln geraten kann. OWNLY dreht die Perspektive um: Aus sportlichem Erfolg wird ein finanzielles Fundament, das ein Leben lang trägt. Wer heute Titel gewinnt, kann morgen frei entscheiden, ob er ein Unternehmen gründet, Nachwuchs fördert oder einfach das Leben genießt.

Am Ende gilt: Wahre Meisterschaft zeigt sich nicht nur auf dem Spielfeld. Sie zeigt sich auch darin, dass man seine Erfolge so organisiert, dass sie Bestand haben. OWNLY macht genau das möglich – und verwandelt sportliche Glanzmomente in finanzielle Freiheit für die Zukunft.

 

Weitere Informationen:
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Bin ich „reich“? Warum Vermögensübersichten nicht nur im Hinblick auf die neue Steuerdebatte wichtig sind

Bin ich „reich“? Warum Vermögensübersichten nicht nur im Hinblick auf die neue Steuerdebatte wichtig sind

Dr. Nicholas Ziegert

20. August 2025

Klingbeil und sein “tax the rich”

Die politische Debatte über Reichtum in Deutschland hat in diesem Sommer neue Fahrt aufgenommen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) schloss in einem ZDF-Sommerinterview nicht aus, Spitzenverdiener und besonders Vermögende künftig stärker zur Finanzierung staatlicher Aufgaben heranzuziehen. Ob es um Anpassungen des Einkommensteuertarifs geht, eine wiederbelebte Vermögensteuer oder gar internationale Initiativen wie eine globale Milliardärssteuer – das Thema bewegt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen. In der Koalition stieß dieser Vorstoß sofort auf Widerstand, vor allem aus Reihen der FDP, die Steuererhöhungen kategorisch ablehnt. Die SPD wiederum betont, dass es nicht um die breite Mittelschicht gehe, sondern um das oberste Prozent der Einkommens- und Vermögenspyramide, das nach ihrer Vorstellung mehr beitragen soll.

Bin ich reich?

Doch während die Politik mit Schlagworten operiert, stellt sich für viele Bürgerinnen und Bürger eine ganz praktische Frage: Bin ich eigentlich „reich“ im Sinne dieser Debatte? Denn anders als es im öffentlichen Diskurs klingt, gibt es keine gesetzliche Definition von „reich“. Wer sich nicht auf Bauchgefühle verlassen will, muss sein Vermögen systematisch erfassen, bewerten und gegen Verbindlichkeiten aufrechnen. Nur so lässt sich feststellen, ob man in den politischen Kategorien überhaupt zu den Betroffenen gehört. Hier kommt eine professionelle Vermögensübersicht ins Spiel – ein Prozess, der in Zeiten digitaler Tools wie der Plattform OWNLY wesentlich einfacher geworden ist.

Mit Vermögensübersicht beginnen

Eine Vermögensübersicht beginnt immer mit einer Inventur. Das klingt nüchtern, ist aber entscheidend. Alle Vermögenswerte werden zunächst erfasst: Bankguthaben, Wertpapierdepots, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, sogar Kunstsammlungen oder Kryptowährungen. Jeder Posten muss auf einen bestimmten Stichtag bewertet werden, sei es nach Marktwert, durch ein Gutachten oder über Vergleichsdaten. Immobilien werden idealerweise auf Basis aktueller Transaktionen oder individueller Bewertungsverfahren geschätzt. Wertpapiere lassen sich nach Börsenschlusskursen erfassen. Für illiquide Beteiligungen werden Multiplikatorverfahren oder konservative Ertragswertmodelle herangezogen. Wer Kryptowährungen hält, muss sich an Stichtagskursen orientieren und die Quelle dokumentieren. Am Ende steht ein Bruttovermögen, das in seiner Vielfalt die persönliche Vermögenslandschaft abbildet.

Brutto- und Nettovermögen ermitteln

Doch auf der Habenseite allein bleibt es nicht. Ebenso sorgfältig müssen die Verbindlichkeiten erfasst werden. Dazu gehören Hypothekendarlehen, private Kredite, Margin- oder Lombardkredite, ja sogar bekannte Steuerverbindlichkeiten. Sie mindern den Nettowert erheblich und entscheiden oft darüber, ob das Papierbild von Wohlstand mit der ökonomischen Realität übereinstimmt. Ein Haushalt, der eine Villa im Wert von drei Millionen Euro besitzt, diese aber mit zwei Millionen Euro beliehen hat, hat eben nicht drei Millionen Vermögen, sondern im besten Fall ein Nettovermögen von einer Million Euro – und auch das hängt von der Bewertung ab. Wer Eigentum teilt, etwa bei Miteigentumsanteilen an Immobilien oder Gesellschaften, muss den eigenen Anteil genau berechnen. Ein 50-Prozent-Anteil an einer Immobilie im Wert von einer Million Euro ergibt eben nur 500.000 Euro Bruttowert – abzüglich des auf den Anteil entfallenden Kredits. Nicht selten zeigt die erste Inventur, dass vermeintlich große Vermögen im Kern stark illiquide sind oder von Verschuldung aufgezehrt werden.

Nicht jeder Vermögensgegenstand ist liquide

Die Unterscheidung zwischen Vermögenshöhe und Liquidität ist in der politischen Diskussion oft unterbelichtet, für Betroffene aber entscheidend. Ein hoher Immobilienbesitz ohne ausreichende Cash-Reserven kann im Alltag riskant sein. Steigen Zinsen, drohen Anschlussfinanzierungen teuer zu werden. Kommen Steuerforderungen hinzu, kann ein Zwangsverkauf nötig werden. Deshalb ist es üblich, auch die Liquiditätsquote zu berechnen: Wie viele Monate können die laufenden Ausgaben aus sofort verfügbaren Mitteln gedeckt werden? Experten raten zu einer Reichweite von mindestens sechs bis zwölf Monaten. Wer hier unterhalb liegt, lebt trotz hoher Vermögenswerte gefährlich. OWNLY etwa ermöglicht, solche Kennzahlen automatisch aus Konten, Depots und hinterlegten Vermögensdaten abzuleiten und im Zeitverlauf darzustellen.

Mögliche Abschläge auf Vermögenswerte berücksichtigen

Die Bewertung selbst verlangt Augenmaß. Seriöse Vermögensübersichten arbeiten mit Abschlägen auf illiquide oder unsichere Werte. Ein klassisches Beispiel sind Sammlungen: Ein Oldtimer mag auf Auktionen eine Million Euro erzielen, doch realistisch betrachtet lässt sich nicht in jedem Marktumfeld sofort dieser Preis erzielen. Ein Abschlag von 20 bis 30 Prozent ist daher gängige Praxis. Ähnlich verhält es sich bei Private-Equity-Beteiligungen, deren letzte Bewertung oft Monate alt ist. Wer konservativ rechnet, vermeidet, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Hinzu kommt die Notwendigkeit, Szenarien zu denken: Wie verändert sich das Vermögen, wenn Aktien um 20 Prozent fallen, Immobilienpreise um zehn Prozent sinken und Zinsen um 300 Basispunkte steigen? Solche Stresstests sind nicht nur für Banken relevant, sondern auch für private Haushalte, die verstehen wollen, wie robust ihr Wohlstand wirklich ist.

Struktur führt zu belastbaren Ergebnissen

Ein strukturierter Ablauf erleichtert die Arbeit. Zunächst werden alle Konten und Depots erfasst, entweder manuell oder – komfortabler – über eine PSD2-konforme Anbindung an Banking-Plattformen. Anschließend folgen Immobilien, Beteiligungen und alternative Anlagen. Verbindlichkeiten werden zugeordnet, idealerweise zu den Vermögenswerten, die sie direkt belasten. Danach erfolgt die Konsolidierung: Bruttovermögen minus Schulden ergibt das Nettovermögen, aufgeschlüsselt nach Einzelpersonen oder konsolidiert für die gesamte Familie. Mit Software wie OWNLY lässt sich diese Übersicht nicht nur erstellen, sondern auch laufend aktualisieren. Das System zeigt die Entwicklung über die Zeit, differenziert nach Familienmitgliedern und Assetklassen. Besonders in komplexen Vermögensstrukturen – etwa wenn mehrere Banken, Immobilien, Kunstgegenstände und Beteiligungen eine Rolle spielen – kann diese Automatisierung den Unterschied machen.

Sicherheit gewinnen - auch emotional

Die Frage bleibt: Wann gilt man nun als „reich“? Politisch richtet sich der Blick derzeit auf das oberste Prozent der Einkommensbezieher. Bei Vermögen ist die Lage unklarer. Eine globale Milliardärssteuer, wie sie in linken Kreisen diskutiert wird, beträfe in Deutschland nur einige Hundert Personen (Frankfurter Rundschau, 2025). Eine nationale Vermögensteuer mit hohen Freibeträgen würde hingegen auch wohlhabende Unternehmerfamilien und Immobilienbesitzer betreffen. Eine Tariferhöhung im Einkommensteuerrecht wiederum könnte bereits Haushalte mit Einkommen deutlich über 100.000 Euro ins Visier nehmen. Die Unsicherheit ist groß – und sie wird sich nur auflösen, wenn konkrete Gesetzestexte vorliegen. Doch eines ist klar: Wer sein Vermögen nüchtern analysiert, kann sich sachlich in dieser Debatte verorten und unnötige Ängste oder Illusionen vermeiden.

Fallbeispiele verdeutlichen, wie stark sich die Situation unterscheiden kann. Eine Familie mit Immobilienvermögen von 3,2 Millionen Euro, aber zwei Millionen Euro Schulden, kommt auf ein Nettovermögen von rund 1,2  Millionen Euro. Politisch gilt sie als wohlhabend, ökonomisch ist sie jedoch stark von Zinsen und Immobilienpreisen abhängig. Ein Single hingegen, der 7,5 Millionen Euro Vermögen hält, davon drei Millionen in Wertpapieren, zwei Millionen in Cash und nur geringe Schulden, ist deutlich stabiler aufgestellt – und damit nach allen denkbaren Kriterien im oberen Segment. Beide Profile zeigen: Vermögen ist nicht nur eine Frage der Summe, sondern auch der Struktur, Verschuldung und Liquidität.

Die politische Dimension ist damit verknüpft, aber nicht identisch. Klingbeil und die SPD argumentieren, dass hohe Einkommen und Vermögen stärker belastet werden müssen, um Entlastungen für die breite Bevölkerung zu finanzieren. Die FDP warnt vor einem Eingriff in den Leistungsanreiz und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Die Diskussion über eine globale Milliardärssteuer zeigt zudem, dass die Debatte auch international geführt wird. Schätzungen zufolge könnten dadurch jährlich Hunderte Milliarden Euro eingespielt werden, betroffen wäre jedoch nur ein winziger Kreis. Für die allermeisten Bürgerinnen und Bürger bleibt die Frage, wie sie ihr Vermögen realistisch einschätzen und darauf basierend Entscheidungen für Vorsorge, Investitionen oder Nachfolge treffen.

Am Ende geht es um Transparenz. Wer seine Zahlen kennt, hat die Hand am Steuer – unabhängig davon, welche politischen Weichen gestellt werden. Vermögensübersichten sind dabei nicht nur ein Mittel, um mögliche Steuerlasten abzuschätzen, sondern auch ein Werkzeug für bessere Entscheidungen im Alltag: Soll eine Immobilie verkauft werden, um Liquidität zu schaffen? Ist eine Diversifizierung ins Ausland sinnvoll? Reicht der Puffer für einen Zinsanstieg? OWNLY und vergleichbare Plattformen bieten hierfür Werkzeuge, die weit über die bloße Kontostandabfrage hinausgehen: Sie aggregieren Vermögen über Banken hinweg, binden Immobilien, Krypto oder Kunst ein, erlauben Familienübersichten und helfen bei der Strukturierung komplexer Portfolios.

So wird die eingangs gestellte Frage, ob man „reich“ sei, zu einer nüchternen Rechenaufgabe. Reich ist nicht, wer ein teures Auto fährt oder eine große Immobilie besitzt, sondern wer nach Abzug aller Schulden ein signifikantes Nettovermögen aufweist, dieses breit gestreut und liquide genug hält und damit auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleibt. In der politischen Auseinandersetzung mag diese Differenzierung verschwimmen. Für das eigene Leben aber ist sie entscheidend.

Weitere Informationen:
www.ownly.de

www.family.ownly.de

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Finanzielle Transparenz in der Ehe mit OWNLY

Finanzielle Transparenz in der Ehe: Wie Paare mit OWNLY gemeinsame Verantwortung und Kontrolle leben können

Vermögen verbindet – und stellt Paare zugleich vor besondere Herausforderungen. Ob gemeinsam erwirtschaftet, geerbt oder getrennt verwaltet: Das Thema Finanzen verlangt in der Ehe nach Klarheit, Struktur und gegenseitigem Vertrauen. Gerade wenn Vermögenswerte komplexer werden und unterschiedliche Interessen bestehen, wächst der Wunsch nach einer professionellen Lösung, die Übersicht schafft, Kontrollverlust vorbeugt und die gemeinsame Verantwortung erleichtert. Digitale Plattformen wie OWNLY-Family eröffnen hier neue Wege – nicht als Ersatz für persönliche Gespräche, sondern als Grundlage für nachhaltige Partnerschaftlichkeit in finanziellen Fragen.

Warum Transparenz der Schlüssel zu finanzieller Harmonie ist

Finanzielle Transparenz ist weit mehr als das offene Teilen von Kontoständen. Sie bedeutet, dass beide Partner jederzeit wissen, wie sich das Vermögen zusammensetzt, welche Verpflichtungen bestehen und welche Entwicklungsmöglichkeiten sich bieten. Gerade bei Ehepaaren mit gemeinsamem oder geteiltem Vermögen entstehen im Alltag häufig Unsicherheiten: „Haben wir wirklich alles im Blick?“, „Wie können wir unsere unterschiedlichen Bedürfnisse in Einklang bringen?“ und „Wer übernimmt welche Verantwortung – und wie behalten wir beide die Kontrolle?“ Solche Fragen sind nicht nur legitim, sondern essenziell für die Stabilität und das Wachstum eines gemeinsamen Vermögens.

Fehlende Transparenz führt oft zu Missverständnissen oder dem Gefühl, die Kontrolle über die eigene finanzielle Situation zu verlieren. Das kann nicht nur finanzielle Entscheidungen erschweren, sondern auch das emotionale Klima belasten. Ein strukturierter, gemeinsamer Überblick schützt vor solchen Spannungen und schafft die Basis für informierte Entscheidungen – im Alltag wie in Ausnahmesituationen, etwa bei größeren Investitionen, neuen Lebensabschnitten oder unerwarteten Ereignissen.

Die besonderen Herausforderungen moderner Ehepaare

Die finanzielle Realität vieler Paare ist heute komplexer als je zuvor. Unterschiedliche Einkommen, Vermögensquellen, Investitionen in Immobilien, Wertpapierdepots, unternehmerische Beteiligungen oder internationale Assets – all das macht die Übersichtlichkeit zur Herausforderung. Hinzu kommen individuelle Vorstellungen über Sparziele, Risikobereitschaft und die Aufteilung von Verantwortung.

Viele Ehepaare stellen sich daher Fragen wie: „Wie behalten wir auch bei mehreren Bankverbindungen, Depots und Versicherungen den Überblick?“ oder „Wie können wir vermeiden, dass wichtige Informationen verloren gehen oder einer von uns plötzlich vor einem Berg an Dokumenten steht?“ Nicht zuletzt spielen auch Fragen der Nachfolge, Vorsorge und Absicherung eine zentrale Rolle – und verlangen nach einer Lösung, die beides bietet: maximale Übersicht und höchste Datensicherheit.

OWNLY-Family: Digitale Vermögensübersicht als gemeinsames Steuerungsinstrument

Genau an dieser Stelle setzt OWNLY-Family an: Die Plattform wurde entwickelt, um anspruchsvollen Familien die Möglichkeit zu geben, ihr Vermögen strukturiert, übersichtlich und individuell abgebildet zu verwalten. Das Ziel ist nicht nur, Zahlen darzustellen, sondern Zusammenhänge sichtbar zu machen – und dabei beide Partner gleichermaßen einzubinden. Die zentrale Vermögensübersicht aggregiert alle relevanten Konten, Depots, Immobilien, Beteiligungen und Versicherungen auf einer intuitiv bedienbaren Oberfläche. So entsteht ein vollständiges Bild, das jederzeit abrufbar und aktuell ist.

OWNLY-Family ermöglicht es Paaren, unterschiedliche Vermögensbereiche – etwa gemeinsames und getrenntes Vermögen – klar zu definieren und individuell zuzuordnen. Darüber hinaus lassen sich Zugriffsrechte flexibel gestalten: Beide Partner können gemeinsam steuern, wer welche Informationen einsehen oder bearbeiten darf. So bleibt die Balance zwischen Privatsphäre und gemeinsamer Verantwortung gewahrt – ein entscheidender Pluspunkt gegenüber klassischen Tabellen oder simplen Banking-Apps.

Wie strukturierte Vermögensübersicht die Kommunikation verbessert

Ein häufiger Auslöser für Unsicherheit ist die fehlende Übersicht, besonders wenn ein Partner stärker ins Tagesgeschäft der Finanzen eingebunden ist als der andere. OWNLY-Family schafft hier einen gleichberechtigten Zugang zu allen relevanten Informationen. Das ermöglicht es, regelmäßig gemeinsam auf das Gesamtbild zu schauen, Ziele zu definieren und Strategien abzugleichen – ohne dass einer sich bevormundet oder überfordert fühlt.

Ein weiterer Vorteil: Die Plattform dokumentiert Veränderungen und Entwicklungen nachvollziehbar. So können Paare gemeinsam planen, Rücklagen anpassen oder Investitionsentscheidungen treffen, ohne auf einzelne Listen, Mails oder Papierdokumente zurückgreifen zu müssen. Das stärkt die Eigenverantwortung beider Partner und sorgt für ein partnerschaftliches Miteinander auf Augenhöhe – nicht nur in der Theorie, sondern im gelebten Alltag.

Kontrolle und Sicherheit: Technische und organisatorische Aspekte

Vertrauen in digitale Lösungen setzt höchste Ansprüche an Datenschutz und Sicherheit voraus. OWNLY-Family erfüllt diese Anforderungen durch modernste Verschlüsselungstechnologien, revisionssichere Dokumentation und strikte Trennung sensibler Daten. Zugriffsrechte lassen sich granular steuern: So kann beispielsweise einer der Partner Vollzugriff auf alle Vermögensbereiche haben, während der andere bestimmte Segmente oder Dokumente einsehen, aber nicht verändern kann.

Darüber hinaus bietet die Plattform die Möglichkeit, externe Berater – etwa Steuerexperten oder Vermögensverwalter – temporär und kontrolliert einzubinden. Das erleichtert die Zusammenarbeit, etwa bei komplexen Steuerfragen, ohne dass die Kontrolle aus der Hand gegeben werden muss. So bleibt die Hoheit über das eigene Vermögen stets gewahrt, unabhängig davon, wie viele Beteiligte eingebunden werden.

Typische Fragen: Was bewegt Paare mit geteiltem oder gemeinsamem Vermögen?

Im Austausch mit Paaren tauchen immer wieder ähnliche Fragestellungen auf: „Wie können wir sicherstellen, dass beim Ausfall eines Partners alle relevanten Informationen zugänglich sind – ohne unnötige Offenlegung im Alltag?“ oder „Wie können wir gemeinsam planen, ohne uns gegenseitig zu kontrollieren?“ OWNLY-Family bietet für diese Herausforderungen flexible Lösungen: Durch abgestufte Zugriffsrechte, transparente Dokumentation und die Möglichkeit, Notfallzugänge zu definieren, wird sowohl der Wunsch nach Privatsphäre als auch nach gegenseitiger Absicherung erfüllt.

Auch die Nachfolgeplanung wird durch die strukturierte Übersicht erleichtert: Hinterlegte Dokumente, Vollmachten und Testamente sind jederzeit auffindbar und können mit wenigen Klicks aktualisiert werden. Das schafft Sicherheit – nicht nur für den Moment, sondern auch für unvorhergesehene Ereignisse. So bleibt das Familienvermögen langfristig geschützt und handlungsfähig.

Der Mehrwert strukturierter Finanzplanung für anspruchsvolle Paare

Für viele Ehepaare ist Vermögensverwaltung mehr als ein technischer Vorgang – sie ist Ausdruck von Verantwortung, Weitblick und partnerschaftlicher Wertschätzung. Eine professionelle, digitale Plattform wie OWNLY-Family schafft die Grundlage für eine Finanzplanung, die nicht auf kurzfristige Vorteile, sondern auf nachhaltige Sicherheit und Flexibilität ausgerichtet ist. Sie ermöglicht es, Ziele gemeinsam zu definieren, Risiken zu managen und Chancen zu nutzen – ohne sich im Detail zu verlieren oder von Einzelinteressen abhängig zu werden.

Diese Form der Transparenz stärkt nicht nur das Vertrauen zwischen den Partnern, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten: von der besseren Ausnutzung steuerlicher Potenziale über die optimierte Absicherung bis hin zur gezielten Vorbereitung auf größere Veränderungen – etwa einen Immobilienkauf, die Gründung eines Familienunternehmens oder den Generationenwechsel. Paare, die so agieren, bleiben unabhängig, handlungsfähig und behalten jederzeit die Kontrolle über ihr Vermögen.

OWNLY-Family: Ihr Partner für moderne, gemeinsame Vermögensverwaltung

Digitale Lösungen verändern die Art und Weise, wie anspruchsvolle Paare ihre Finanzen strukturieren, verwalten und weiterentwickeln. OWNLY-Family verbindet höchste technologische Standards mit der Flexibilität, die individuelle Lebensmodelle verlangen. Die Plattform ist darauf ausgelegt, sowohl gemeinsames als auch getrenntes Vermögen abzubilden, Prozesse zu vereinfachen und Transparenz zu schaffen – ohne Kompromisse bei Sicherheit und Datenschutz.

Für Ehepaare mit gehobenen Ansprüchen an Übersicht, Kontrolle und partnerschaftliche Verantwortung ist OWNLY-Family mehr als ein technisches Tool – es ist ein Impulsgeber für nachhaltige Finanzentscheidungen und ein zuverlässiges Steuerungsinstrument im Alltag wie in besonderen Situationen. Weitere Informationen und Zugang zu einer persönlichen Beratung finden Sie unter www.ownly.de.

FAQ: Finanzielle Transparenz und gemeinsame Verantwortung in der Ehe

1. Wie hilft OWNLY-Family konkret dabei, Transparenz in unsere Vermögensstruktur zu bringen?

OWNLY-Family aggregiert sämtliche Vermögenswerte – von Bankkonten über Depots bis hin zu Immobilien und Versicherungen – in einer zentralen, übersichtlichen Darstellung. Beide Partner erhalten so jederzeit einen klaren, aktuellen Überblick über die Gesamtvermögenssituation, können Veränderungen nachvollziehen und gemeinsam fundierte Entscheidungen treffen. Individuelle Zugriffsrechte sorgen dabei für die gewünschte Balance zwischen gemeinsamer Transparenz und Privatsphäre.

2. Können wir mit OWNLY-Family auch getrennte Vermögensbereiche abbilden?

Ja, die Plattform ist speziell darauf ausgerichtet, sowohl gemeinsames als auch getrenntes Vermögen klar zu strukturieren. Sie können Vermögenswerte individuell zuordnen, getrennte Ziele und Verantwortungsbereiche definieren und trotzdem eine übergreifende Übersicht behalten. Das erleichtert nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Kommunikation über finanzielle Themen innerhalb der Partnerschaft.

3. Wie sicher sind unsere sensiblen Daten bei der Nutzung einer digitalen Plattform wie OWNLY?

Datensicherheit und Datenschutz stehen bei OWNLY-Family an oberster Stelle. Modernste Verschlüsselungstechnologien, strenge Zugriffskontrollen und regelmäßige Sicherheitsupdates sorgen dafür, dass Ihre Daten bestmöglich geschützt sind. Zudem entscheiden Sie selbst, wer Zugriff auf welche Informationen erhält – von Partnern bis hin zu externen Beratern im Bedarfsfall.

4. Inwiefern unterstützt uns die Plattform auch bei der Nachfolge- und Vorsorgeplanung?

OWNLY-Family ermöglicht es, relevante Dokumente wie Vollmachten, Testamente oder Vorsorgeunterlagen zentral zu hinterlegen und aktuell zu halten. Im Ernstfall sind diese Informationen für berechtigte Personen schnell und sicher zugänglich. So stellen Sie sicher, dass im Fall der Fälle keine wichtigen Informationen fehlen und das Familienvermögen handlungsfähig bleibt.

5. Welche Vorteile bietet eine strukturierte, digitale Vermögensübersicht gegenüber traditionellen Methoden wie Excel-Listen oder Papierordnern?

Digitale Lösungen wie OWNLY-Family bieten nicht nur eine höhere Aktualität und Übersicht, sondern ermöglichen auch eine dynamische Anpassung an Veränderungen, nachvollziehbare Dokumentationen und flexible Zusammenarbeit mit Partnern oder Beratern. Sie sparen Zeit, minimieren Fehlerquellen und schaffen eine gemeinsame, verlässliche Grundlage für alle finanziellen Entscheidungen in der Ehe.

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Warum Sicherheit für Vermögende wichtiger ist als Rendite – und wie Software hilft, Risiken zu managen

Warum Sicherheit für Vermögende wichtiger ist als Rendite – und wie Software hilft, Risiken zu managen

Dr. Nicholas Ziegert

10. Juli 2025
Nichts verlieren!

„Ich habe lange gebraucht, um dieses Vermögen aufzubauen – ich will nichts davon verlieren.“ Diesen Satz hört man häufig, wenn man mit vermögenden Unternehmern oder Erben spricht. Was für manche nach Vorsicht klingt, ist in Wahrheit Ausdruck einer tief verankerten Haltung: Sicherheit steht über Rendite. In einer Zeit volatiler Märkte, geopolitischer Unsicherheiten und steigender Zinsen gewinnt diese Sichtweise neue Aktualität. Und sie ist berechtigt – denn wer Vermögen über Generationen sichern will, braucht Klarheit, Struktur und vor allem: Kontrolle.

Genau hier setzen moderne Vermögensreporting-Lösungen an. Eine davon ist die Software OWNLY Family, entwickelt und betrieben in Deutschland, maßgeschneidert für vermögende Familien, Family Offices und Stiftungen. Sie will nicht die nächste Robo-Investing-App sein, sondern vielmehr ein intelligentes Cockpit für die strategische Steuerung komplexer Vermögenswerte. Und sie trifft damit einen Nerv.Banken, Asset Manager und Berater sind für viele vermögende Personen, Unternehmerfamilien und Family Offices langjährige Begleiter. Doch das klassische Modell der Vermögensverwaltung hat in den letzten Jahren an Attraktivität verloren. Zu unflexibel, zu intransparent, zu stark von individuellen Beratern abhängig. Eine neue Generation vermögender Entscheider sucht nach Autonomie, Transparenz und digitalen Lösungen. Das Leitmotiv: Selbstbestimmung über das eigene Vermögen.

Das Prinzip der Ruhe

Viele Menschen mit hohem Vermögen sind nicht auf der Suche nach der nächsten Raketenaktie. Was sie wollen, ist Ruhe. „Mir ist wichtiger, das Geld für meine Kinder zu sichern, als jedes Jahr acht Prozent Rendite zu machen“, sagt eine Hamburger Unternehmerin, die ihr Vermögen mit Immobilien aufgebaut hat. Dieser Wunsch nach Ruhe und generationsübergreifender Substanzsicherung steht im Zentrum des Umgangs mit Kapital. Und er ist mit modernen Mitteln heute besser umsetzbar denn je.

OWNLY Family funktioniert dabei wie ein digitales Kontrollzentrum für das Gesamtvermögen: Depots, Konten, Immobilien, Beteiligungen, Kunstwerke oder sogar Oldtimer können in einem einzigen Dashboard konsolidiert abgebildet werden. Die Software analysiert die Risikostruktur, zeigt Liquiditätsverläufe auf und warnt, wenn die Portfoliobalance aus dem Gleichgewicht gerät – etwa wenn der Aktienanteil durch Kursgewinne über eine selbst gesetzte Schwelle hinausgewachsen ist.

Sichtbar machen, was sonst verborgen bleibt

Ein typisches Beispiel: Ein Ehepaar in München stellt bei der ersten Synchronisation ihrer Vermögenswerte über OWNLY fest, dass rund 40 Prozent ihres Gesamtvermögens in einem geschlossenen Immobilienfonds gebunden sind. Dazu kommt noch die Eigentumswohnung. Die Software signalisiert: „Hoher Illiquiditätsanteil – Stresspotenzial bei unvorhergesehenen Ereignissen“.  Eine Erkenntnis, die weder ihr Steuerberater noch ihre Hausbank in dieser Deutlichkeit angesprochen hatte.

Hier beginnt der eigentliche Mehrwert. OWNLY liefert keine Finanzberatung – aber es legt die Basis für sie. Durch tagesaktuelle Reports und anpassbare Szenarien wird aus einem schwer durchschaubaren Portfolio eine strukturierte Vermögensarchitektur. Und das ist der erste Schritt zu echtem Risikomanagement: Übersicht.

Ziele statt Prozentzahlen

Ein weiterer Vorteil: OWNLY denkt in Zielen – nicht nur in Zahlen. Statt starrer Renditeziele können Nutzer definieren, welche Vermögensteile wann wofür bereitstehen müssen: für die Ausbildung der Kinder, für eine mögliche Stiftung, für den Unternehmensverkauf in zehn Jahren. Die Software zeigt an, ob das Portfolio diese Ziele heute schon absichert – oder ob Handlungsbedarf besteht.

Gerade in der Nachfolgeplanung ist das ein entscheidender Punkt. Denn was viele unterschätzen: Risiko entsteht nicht nur durch Märkte, sondern durch Unklarheit. Wer weiß, welche Mittel wann gebraucht werden, kann stressfreier investieren. Oder bewusst konservativ bleiben – aber eben mit System, nicht aus diffusem Unbehagen.

Statistik stützt die Zurückhaltung

Dass Vorsicht kein Rückschritt sein muss, zeigen auch Zahlen: Laut einer Analyse von Vanguard verlieren strukturierte, breit gestreute Portfolios in Krisenphasen bis zu 40 Prozent weniger an Wert als unkontrollierte, stark fokussierte Anlagen. Gute Allokation ist also nicht nur akademisch sinnvoll – sie ist ganz konkret ein Schutzmechanismus.

OWNLY bietet hierfür verschiedene Risikoberichte, Volatilitätsanalysen und eine Dokumentation der wichtigsten Informationen rund um einen Vermögenswert.

Vermögensmanagement beginnt mit Vertrauen – in die eigene Übersicht

„Ich möchte ruhig schlafen, nicht täglich Kurse checken müssen.“ Diese Haltung mag in Zeiten digitaler Dauerberieselung altmodisch wirken. Doch sie ist aktueller denn je. Denn wer sein Vermögen strukturiert überwacht, kann sich den Luxus leisten, abzuschalten.

OWNLY ist kein Allheilmittel – aber ein starkes Werkzeug für Menschen, die ihr Vermögen nicht nur schützen, sondern auch verstehen wollen. Und das ist vielleicht der größte Wandel: Weg vom Bauchgefühl, hin zur fundierten Übersicht. Nicht um die Kontrolle zu übernehmen – sondern um sie bewusst abzugeben, an ein System, das einem Ruhe verschafft.

Denn am Ende geht es nicht um acht Prozent Rendite. Sondern um das gute Gefühl, dass das eigene Lebenswerk sicher ist – heute, morgen und für die nächste Generation.

Weitere Informationen:
www.ownly.de

www.family.ownly.de

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Die neue Vermögensklasse: Selbstbestimmt, digital, souverän

Die neue Vermögensklasse: Selbstbestimmt, digital, souverän

Dr. Nicholas Ziegert

17. April 2025
Warum die Vermögenden von morgen anders denken

Banken, Asset Manager und Berater sind für viele vermögende Personen, Unternehmerfamilien und Family Offices langjährige Begleiter. Doch das klassische Modell der Vermögensverwaltung hat in den letzten Jahren an Attraktivität verloren. Zu unflexibel, zu intransparent, zu stark von individuellen Beratern abhängig. Eine neue Generation vermögender Entscheider sucht nach Autonomie, Transparenz und digitalen Lösungen. Das Leitmotiv: Selbstbestimmung über das eigene Vermögen.

Be your own Bank: Kontrolle zurückgewinnen

Be your own Bank“ bedeutet nicht, alles alleine zu machen. Es bedeutet, die Hoheit über die eigenen Finanzen zurückzugewinnen. Die Grundlage dafür ist eine Plattform wie OWNLY, die eine Vermögensaggregation aller Asset-Klassen ermöglicht – liquide wie illiquide. So entsteht ein Gesamtbild des Vermögens, das nicht mehr auf die Sicht einzelner Banken oder Berater beschränkt ist.

Best Practice-Tipp: Erfassen Sie regelmäßig alle Ihre Vermögenswerte zentral in einem Tool. Stellen Sie sicher, dass auch komplexe Anlagen wie Beteiligungen, Immobilien oder Private Equity korrekt abgebildet sind. Je umfassender das Bild, desto besser ist Ihre Entscheidungsgrundlage.

Be your own Asset Manager: Strategien selbst entwickeln

Die Zeiten von Blackbox-Investments sind vorbei. Vermögende wollen heute nachvollziehen können, wie ihr Kapital arbeitet. „Be your own Asset Manager“ bedeutet, mit digitalen Tools eigene Allokationen zu analysieren, Strategien zu überprüfen und unabhängige Entscheidungen zu treffen. Ganzheitliches Vermögensreporting auf Basis konsolidierter Daten liefert dafür die Grundlage.

Best Practice-Tipp: Analysieren Sie die Performance Ihrer Investments auf Asset-Klasse-Ebene. Identifizieren Sie Konzentrationsrisiken und überdenken Sie regelmäßig Ihre Allokationsstrategie anhand Ihrer Lebensphase und Risikoparameter.

Be your own Family Office: Strukturen selbst gestalten

Ein professionelles Family Office bietet Services wie Investmentsteuerung, Nachfolgeplanung, Liquiditätsmanagement oder Reporting. Was früher Millionen kostete, ist heute digital abbildbar. Mit OWNLY können vermögende Einzelpersonen und Familien eigene Family-Office-Strukturen aufbauen.

Best Practice-Tipp: Definieren Sie klare Ziele für Ihr digitales Family Office: Wollen Sie mehr Transparenz, bessere Kontrolle, oder eine strukturierte Nachfolgedokumentation? Stellen Sie die Plattform so ein, dass Ihre Berater Zugriff auf das bekommen, was relevant ist – und nicht mehr.

Holistisches Vermögensmanagement: Das Ganze sehen

Vermögensmanagement darf nicht in Silos stattfinden. Das holistische Vermögensmanagement verbindet alle Bausteine zu einem Gesamtbild: Finanzanlagen, Immobilien, Beteiligungen, Stiftungen, Trusts, Kunstwerke, Versicherungen, Schulden. Nur so lassen sich fundierte Entscheidungen treffen.

Best Practice-Tipp: Integrieren Sie externe Berater (z. B. Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) in Ihre OWNLY-Struktur. So stellen Sie sicher, dass alle Akteure auf einheitlichen, aktuellen Daten basieren. Das spart Zeit, Kosten und reduziert Fehlentscheidungen.

Die Macht der Aggregation: Wissen ist Vermögen

Herrschaftswissen liegt bei den Vermögenden“ – dieser Paradigmenwechsel wird durch digitale Plattformen real. OWNLY stellt sicher, dass das gesamte Wissen über Ihr Vermögen an einem Ort gebündelt ist, aktuell gehalten wird und jederzeit auswertbar ist. Das schafft tiefe Einblicke in die eigene Vermögenssituation und macht unabhängig von punktuellen Einschätzungen Dritter.

Best Practice-Tipp: Nutzen Sie Szenario-Analysen, um die Auswirkungen von Marktveränderungen, Erbschaften oder großen Investitionen zu simulieren. So sind Sie immer einen Schritt voraus.

Reporting neu gedacht: Klarheit schafft Vertrauen

Traditionelle Reports sind starr, oft unleserlich und nur selten handlungsrelevant. Das ganzheitliche Vermögensreporting von OWNLY dagegen ist dynamisch, optisch aufbereitet, individuell filterbar und leicht exportierbar. Damit wird Reporting vom Pflichtereignis zur echten Entscheidungsgrundlage.

Best Practice-Tipp: Etablieren Sie ein monatliches Reporting für Ihre Familie oder Ihr Management-Team. So schaffen Sie Transparenz und können Diskussionen auf Basis gemeinsamer Daten führen.

Vom Mandanten zum Mastermind: Die neue Rolle des Vermögensinhabers

Heute erwarten viele vermögende Personen mehr als nur Vermögensschutz: Sie wollen aktiv gestalten. Mit digitalen Tools wie OWNLY verwandeln sie sich vom „Mandanten“ zum Mastermind über ihr Vermögen. Das bedeutet nicht Selbstverwaltung im Sinne von Mehraufwand, sondern die gezielte Nutzung digitaler Intelligenz für bessere Entscheidungen.

Best Practice-Tipp: Führen Sie regelmäßig Strategiegespräche mit Ihrer Familie, Ihrem Family Office oder Ihren Beratern auf Basis der OWNLY-Daten. So machen Sie alle Beteiligten zu Mitgestaltern einer souveränen Zukunft.

Fazit

Die Digitalisierung bietet vermögenden Personen neue Möglichkeiten, ihre Finanzen unabhängig, transparent und strategisch zu steuern. OWNLY ist das Werkzeug für diese neue Ära. Wer heute die Kontrolle über sein Vermögen behält, sich digital organisiert und eigenständige Entscheidungen trifft, gehört zur neuen Vermögensklasse: selbstbestimmt, digital, souverän.

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Wird Software zum neuen Kundenanker im Wealth-Management?

Wird Software zum neuen Kundenanker im Wealth-Management?

Von Dr. Nicholas Ziegert, Geschäftsführer OWNLY FinTech GmbH

16. April 2025

Die Welt der privaten Vermögensverwaltung steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Jahrzehntelang galten das Bankkonto und die klassische Vermögensverwaltung als zentrale Bezugspunkte für wohlhabende Kunden. Doch in Zeiten digitaler Plattformen und wachsender Asset-Komplexität geraten diese etablierten Ankerpunkte zunehmend ins Hintertreffen. An ihre Stelle treten technologiegetriebene Multi-Asset-Management-Lösungen, die sich anschicken, zur neuen Kommandozentrale des Wealth Managements zu werden.

Erosion etablierter Strukturen

Das Bankkonto – einst Ausdruck finanzieller Identität – ist längst zur Commodity geworden. Technologische Anbieter wie PayPal, Revolut oder Wise bieten Funktionen, die klassischen Zahlungsverkehr ermöglichen, ohne dabei an ein konkretes Institut zu binden. Selbst Großbanken öffnen sich, etwa durch White-Label-Banking, neuen Infrastrukturmodellen, bei denen die Kundenbindung zugunsten von Skalierbarkeit geopfert wird.

Ähnliches gilt für die Vermögensverwaltung. Was früher exklusiv einem vermögenden Kundenkreis vorbehalten war, ist heute via Robo-Advisory oder Exchange Traded Funds (ETFs) breit zugänglich. Die Demokratisierung des Zugangs geht einher mit einem gestiegenen Anspruch: Vermögende erwarten mehr als nur eine standardisierte Depotverwaltung. Anlageklassen wie Private Equity, Kryptowährungen, Venture Capital oder Sammlungsobjekte wie Kunst und Uhren erhöhen die Komplexität – und überfordern klassische Portfolioansätze zunehmend.

Software wird zur Schaltzentrale

Moderne Multi-Asset-Management-Plattformen bieten mehr als nur aggregierte Kontostände. Sie vernetzen Datenquellen aus Banken, Wertpapierdepots, Krypto-Börsen und illiquiden Märkten, liefern Echtzeitanalysen und ermöglichen Szenarien für Risikosteuerung und Steueroptimierung. Die Plattform wird so zur zentralen Schnittstelle zwischen Kunde, Berater und Kapitalmarkt.

Drei strukturelle Trends treiben diese Entwicklung voran:

  • Transparenz: Vermögende Kunden verlangen eine ganzheitliche Sicht auf weltweit verstreute Assets – in Echtzeit und auf Knopfdruck.
  • Agilität: In zunehmend volatilen Märkten gewinnen Geschwindigkeit und automatisierte Entscheidungsmodelle an Bedeutung.
  • Individualisierung: ESG-Kriterien, Nachfolgeplanung und Liquiditätsbedarfe verlangen flexible, individuell konfigurierbare Systeme.
Parallelen aus anderen Branchen

Technologischer Wandel verschiebt nicht zwingend Branchen, wohl aber Machtzentren. Amazon begann als Buchhändler, wurde aber durch Logistikkompetenz und Kundendaten zur dominanten Plattform. Apple veränderte nicht das Musikgeschäft, aber mit iTunes (und später Spotify) die Zugangslogik. Im Finanzwesen war es Bloomberg, das mit seinen Terminals nicht neue Produkte, sondern neue Zugriffsmöglichkeiten auf Daten und Kommunikation schuf – und damit zum De-facto-Standard wurde.

Auch im Wealth Management kristallisiert sich eine ähnliche Dynamik heraus: Nicht der Asset-Manager per se, sondern derjenige, der den digitalen Zugang zum Vermögen kontrolliert, gewinnt strategische Relevanz.

Transformation der Beraterrolle

Wird Software den klassischen Berater ersetzen? Wahrscheinlicher ist eine tiefgreifende Rollenveränderung. Die Zukunft liegt in hybriden Modellen, in denen technologische Effizienz und menschliche Urteilskraft sich ergänzen.

  • Strategie statt Administration: Der Berater wird zum Architekten individueller Vermögensstrategien – unterstützt durch KI-gestützte Analytik.
  • Kollaboration in Echtzeit: Digitale Dashboards machen Risiken, Szenarien und Allokationen unmittelbar greifbar – Beratung erfolgt synchron und datenbasiert.
  • Skalierbarkeit: Auch kleinere Vermögen lassen sich durch Automatisierung rentabel betreuen – ein Hebel insbesondere für Family Offices und Privatbanken.
Potenziale für die Branche

Die Vorteile liegen auf der Hand: Höhere Effizienz durch Automatisierung, stärkere Kundenbindung durch Transparenz und eine größere Innovationskraft durch modulare Softwarearchitekturen. Digitale Plattformen erlauben es, neue Kundensegmente zu erschließen – etwa digital affine Erben oder international agierende Unternehmerfamilien.

Vom Produkt zur Plattform

Die Ära des Bankkontos als alleiniger Kundenanker ist zu Ende. Multi-Asset-Management-Lösungen übernehmen diese Rolle – nicht, weil sie alte Strukturen zerstören, sondern weil sie die zunehmende Fragmentierung des Vermögens effizient beherrschbar machen. Doch Technologie allein genügt nicht. Der Mensch bleibt entscheidend: als Interpret komplexer Finanzlagen, als vertrauenswürdiger Gesprächspartner in volatilen Zeiten und als langfristiger Gestalter individueller Strategien.

Die Lehre aus der Innovationsgeschichte lautet: Nicht diejenigen, die Technologie als Bedrohung begreifen, werden die Zukunft prägen – sondern jene, die sie als Enabler verstehen. Das Wealth Management der Zukunft entsteht dort, wo Software und menschliche Expertise keine Gegensätze bilden, sondern sich wechselseitig verstärken.

 

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Wie Private-Equity-Partner mit OWNLY ihre Fondsanteile und ihr Vermögen im Blick behalten – und was KI damit zu tun hat

Wie Private-Equity-Partner mit OWNLY ihre Fondsanteile und ihr Vermögen im Blick behalten – und was KI damit zu tun hat

Dr. Nicholas Ziegert

14. März 2025

Private-Equity-Manager sind dafür bekannt, Unternehmen gezielt auszuwählen, zu restrukturieren und gewinnbringend weiterzuentwickeln. Doch wenn es um die Verwaltung der eigenen Fondsanteile und des persönlichen Gesamtvermögens geht, wird es oft komplex. Hier setzt OWNLY an – eine innovative Plattform, die es Partnern von Private-Equity-Gesellschaften ermöglicht, ihre Fondsbeteiligungen über verschiedene Fondsgenerationen hinweg zu verwalten und in den Kontext ihres gesamten Vermögens zu stellen.

OWNLY: Die zentrale Schaltstelle für Fondsanteile und Vermögen

Private-Equity-Partner investieren in der Regel in mehrere Fondsgenerationen – sei es zur Risikostreuung, aus strategischen Gründen oder aufgrund langfristiger Wertsteigerungserwartungen. Die Verwaltung dieser Beteiligungen kann jedoch schnell unübersichtlich werden. OWNLY bietet hier eine Lösung: eine zentrale Plattform, auf der sämtliche Fondsanteile konsolidiert und übersichtlich dargestellt werden.

Unabhängig davon, ob es sich um einen Buyout-Fonds aus dem Jahr 2010 oder eine aktuelle Beteiligung an einem Growth-Fund handelt – OWNLY sorgt für Transparenz. Die Plattform ermöglicht es, Fondsbeteiligungen nicht nur isoliert zu betrachten, sondern sie auch mit anderen Assetklassen wie Immobilien, Aktien, Kunstsammlungen oder Unternehmensbeteiligungen in Relation zu setzen. So erhalten Private-Equity-Partner einen ganzheitlichen Überblick über ihre Finanzsituation und können fundierte Entscheidungen treffen.

Mehrjährige Analysen und wertvolle Erkenntnisse

Ein besonderer Vorteil von OWNLY ist die Möglichkeit, die Entwicklung der Fondsanteile über Jahre hinweg nachzuvollziehen. Diese mehrjährige Analyse liefert wertvolle Erkenntnisse:

  • Welche Fondsgenerationen haben sich besonders gut entwickelt?
  • Wo gab es unerwartete Schwankungen oder Rückschläge?
  • Wie hat sich das Gesamtvermögen über die Zeit verändert?
  • Welche Assetklassen haben sich in Krisenzeiten als besonders stabil erwiesen?

Diese Daten sind nicht nur für die persönliche Vermögensstrategie essenziell, sondern können auch zukünftige Investitionsentscheidungen beeinflussen. Vielleicht zeigt sich, dass bestimmte Fondsgenerationen überdurchschnittliche Renditen erwirtschaftet haben oder dass eine breitere Diversifikation das Gesamtrisiko senkt. OWNLY hilft, solche Muster frühzeitig zu erkennen und strategische Anpassungen vorzunehmen.

Künstliche Intelligenz: Die Zukunft der Vermögensanalyse

Doch OWNLY geht noch weiter. In Zukunft wird künstliche Intelligenz (KI) dazu genutzt, um die gesammelten Finanzdaten noch präziser auszuwerten und neue Investitionspotenziale aufzuzeigen. KI kann beispielsweise:

  • Renditemuster erkennen: Welche Fondsgenerationen oder Assetklassen korrelieren mit bestimmten Marktzyklen?
  • Risikoprognosen erstellen: Welche Sektoren oder Regionen sind anfällig für Marktturbulenzen?
  • Optimierungsvorschläge geben: Wie lässt sich das Portfolio noch besser diversifizieren?

Dank KI-gestützter Analysen erhalten Private-Equity-Partner wertvolle Hinweise darauf, wie sie ihre Vermögensstrategie langfristig ausrichten können. Diese datenbasierten Erkenntnisse ermöglichen eine noch fundiertere Entscheidungsfindung und erhöhen die Erfolgschancen künftiger Investments.

OWNLY als strategisches Tool für Private-Equity-Partner

Mit OWNLY erhalten Private-Equity-Partner ein leistungsstarkes Werkzeug, das ihnen hilft, ihre Fondsanteile und ihr Gesamtvermögen effizient zu verwalten. Die Plattform bietet nicht nur Transparenz und eine verbesserte Entscheidungsgrundlage, sondern schafft auch eine Datenbasis, die langfristig für KI-gestützte Analysen genutzt werden kann. Wer heute in OWNLY investiert, legt den Grundstein für eine smartere, datengetriebene Vermögensstrategie der Zukunft.

 

Probieren Sie es aus: https://advisor.ownly.de/ .

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Zwischen Optimismus und Überzeugung: Der schmale Grat zwischen Planung und Übertreibung im Fundraising von Start-ups

Zwischen Optimismus und Überzeugung: Der schmale Grat zwischen Planung und Übertreibung im Fundraising von Start-ups

Dr. Nicholas Ziegert

13. März 2025

Einleitung

Das Fundraising ist für Start-ups eine der wichtigsten Phasen ihrer Entwicklung. Es geht darum, Investoren von der Idee, dem Team und den Marktchancen zu überzeugen. Doch wie weit darf ein Start-up bei der Darstellung seiner Rahmendaten, Innovationen und Marktaussichten gehen? Wo endet die positive Darstellung und beginnt die Übertreibung – oder gar die Lüge? Dieser Artikel beleuchtet den schmalen Grad zwischen Planung, Übertreibung und Lügen im Fundraising, zeigt potenzielle Konflikte auf und gibt Empfehlungen für Start-ups und Investoren. Zudem wird ein Vergleich zu den strengen Anforderungen bei Börsengängen gezogen, wo falsche Angaben im Prospekt schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können.

Positive Darstellung vs. seriöse Rahmendaten

Start-ups stehen unter enormem Druck, Investoren zu überzeugen. Dabei ist es legitim, die Stärken des Unternehmens positiv darzustellen. Doch die Grenze zwischen einer optimistischen Darstellung und einer Übertreibung ist fließend. Ein Start-up, das seine Marktchancen als „revolutionär“ bezeichnet, obwohl es nur eine Nische bedient, oder das Umsatzprognosen präsentiert, die auf äußerst optimistischen Annahmen beruhen, bewegt sich bereits in einem Graubereich.

Ein klassischer Konflikt entsteht, wenn Start-ups ihre Innovationen oder Technologien als einzigartig darstellen, obwohl es bereits ähnliche Lösungen auf dem Markt gibt. Auch die Darstellung von Kundenbeziehungen oder Partnerschaften kann problematisch sein, wenn diese noch nicht vertraglich abgesichert oder nur in frühen Gesprächen sind. Investoren verlassen sich auf diese Angaben, um ihre Entscheidungen zu treffen, und falsche Informationen können zu Fehlinvestitionen führen.

Grenzfälle und rechtliche Risiken

Ein Grenzfall ist die Darstellung von „Soft Commitments“. Ein Start-up könnte behaupten, dass ein großer Kunde „kurz vor der Unterschrift“ steht, obwohl die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind. Solche Aussagen sind schwer zu überprüfen und können Investoren in die Irre führen. Ein weiterer Grenzfall ist die Verwendung von Hochrechnungen und Prognosen, die auf hypothetischen Annahmen basieren. Während es üblich ist, solche Prognosen zu erstellen, müssen sie klar als solche gekennzeichnet sein und auf nachvollziehbaren Annahmen beruhen.

Rechtlich gesehen können falsche oder irreführende Angaben im Fundraising schwerwiegende Folgen haben. Zwar gibt es im privaten Fundraising keine direkte Prospekthaftung wie bei einem Börsengang, aber dennoch können Investoren bei nachweislich falschen Angaben Schadensersatzansprüche geltend machen. Dies gilt insbesondere, wenn vorsätzlich getäuscht wurde. Ein bekanntes Beispiel ist der Fall der Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes, die in den USA wegen betrügerischer Angaben gegenüber Investoren verurteilt wurde.

Vergleich mit Börsengängen und Prospekthaftung

Bei einem Börsengang unterliegen Unternehmen strengen Regularien. Der Prospekt, der potenziellen Anlegern vorgelegt wird, muss alle relevanten Informationen enthalten, einschließlich der Risikofaktoren. Falsche oder unvollständige Angaben können zur Prospekthaftung führen, die sowohl das Unternehmen als auch die verantwortlichen Personen (z.B. Vorstände und Aufsichtsräte) trifft. Die Prospekthaftung soll sicherstellen, dass Anleger fundierte Entscheidungen treffen können.

Im Vergleich dazu ist das Fundraising bei Start-ups weniger reguliert. Dennoch sollten Start-ups die Prinzipien der Transparenz und Ehrlichkeit aus dem Börsenumfeld übernehmen. Denn auch im privaten Fundraising kann eine Täuschung rechtliche und reputative Konsequenzen haben. Investoren, die sich getäuscht fühlen, können Klagen einreichen, was nicht nur finanzielle, sondern auch imagebezogene Schäden für das Start-up nach sich ziehen kann.

Empfehlungen für Start-ups und Investoren

Für Start-ups: Ehrlichkeit und Transparenz.

Seien Sie ehrlich über den aktuellen Stand des Unternehmens, die Marktchancen und die Risiken. Übertreibungen mögen kurzfristig helfen, Investoren zu gewinnen, können aber langfristig das Vertrauen zerstören.

Kennzeichnen Sie Prognosen und Hochrechnungen klar als solche und stellen Sie die zugrunde liegenden Annahmen dar.

Vermeiden Sie vage Formulierungen wie „bald“ oder „in Kürze“ und seien Sie konkret, wenn es um Kundenbeziehungen oder Partnerschaften geht.

Für Investoren: Due Diligence und gesunder Menschenverstand

Führen Sie eine gründliche Due Diligence durch und überprüfen Sie die Angaben des Start-ups. Fragen Sie nach Belegen für Behauptungen und lassen Sie sich nicht von übertriebenen Versprechungen blenden.

Seien Sie skeptisch bei unrealistischen Prognosen und hinterfragen Sie die Annahmen, auf denen sie basieren.

Achten Sie auf die Reputation des Gründungsteams und prüfen Sie, ob es bereits frühere Konflikte oder rechtliche Auseinandersetzungen gab.

Für beide Seiten: Klare Kommunikation und Verträge

Sorgen Sie für klare und schriftliche Vereinbarungen, die die Erwartungen beider Seiten festhalten. Dies gilt insbesondere für die Darstellung von Rahmendaten und Prognosen.

Bauen Sie eine vertrauensvolle Beziehung auf, die auf Transparenz und Ehrlichkeit basiert. Ein erfolgreiches Fundraising ist der Beginn einer langfristigen Partnerschaft.

Fazit

Der schmale Grat zwischen Planung, Übertreibung und Lügen im Fundraising von Start-ups erfordert von beiden Seiten – Gründern und Investoren – ein hohes Maß an Verantwortung und Sorgfalt. Start-ups sollten sich an den Prinzipien der Transparenz und Ehrlichkeit orientieren, wie sie auch bei Börsengängen gelten. Investoren hingegen müssen kritisch hinterfragen und gründlich prüfen. Nur so kann eine vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit entstehen, die langfristig zum Erfolg des Start-ups beiträgt. Denn am Ende zählt nicht nur das Kapital, sondern auch die Glaubwürdigkeit und Integrität aller Beteiligten.

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Venture Capital und Private Equity: Wie digitales Reporting neue Investoren gewinnt und bindet

Venture Capital und Private Equity: Wie digitales Reporting neue Investoren gewinnt und bindet

Dr. Nicholas Ziegert

12. März 2025.

 

Die Welt des Venture Capital (VC) und Private Equity (PE) erlebt einen tiefgreifenden Wandel. Während klassische Methoden der Investor Relations weiterhin von Bedeutung sind, rückt digitales Reporting zunehmend in den Fokus. Es fungiert nicht nur als Instrument zur Schaffung von Transparenz, sondern auch als strategischer Hebel, um neue Investoren zu gewinnen und bestehende langfristig zu binden. Ein gelungenes Beispiel für die Umsetzung bietet OWNLY FinTech mit seiner Plattform OWNLY. Durch die Verknüpfung von digitalem Reporting mit einem holistischen Vermögensmanagement – ähnlich dem Konzept eines Family Offices – hebt OWNLY die Investoren-Kommunikation auf ein neues Niveau.

Digitales Reporting als Erfolgsfaktor zur Investorengewinnung

Die Anforderungen von Investoren steigen stetig – standardisierte Quartalsberichte, die per Mail als pdf-Report versendet werden, genügen längst nicht mehr. VC- und PE-Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Performance sowohl transparent als auch ansprechend darzustellen. Digitales Reporting bietet hier eine innovative Lösung: Es ermöglicht die Visualisierung komplexer Finanzdaten in einer klar strukturierten und leicht verständlichen Form. Interaktive Dashboards, Echtzeit-Updates und personalisierte Analysen helfen Investoren, den Überblick zu behalten und fundierte Entscheidungen zu treffen.

OWNLY FinTech hat diesen Bedarf erkannt und mit seiner Plattform eine Lösung entwickelt, die exakt diese Anforderungen erfüllt. Durch die Digitalisierung des Reportings können VC- und PE-Unternehmen nicht nur ihre Performance anschaulich darstellen, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette detailliert abbilden. Dies schafft Vertrauen und spricht insbesondere institutionelle Investoren sowie vermögende Privatpersonen an, die verstärkt Wert auf Transparenz und Effizienz legen.

Integration in ein ganzheitliches Vermögensreporting

Ein wesentlicher Vorteil digitaler Reportings liegt in seiner Fähigkeit, sich nahtlos in ein holistisches Vermögensmanagement einzufügen. Ähnlich wie ein Family Office, das die gesamte Vermögensstruktur eines Investors verwaltet, können VC- und PE-Unternehmen ihre Finanzdaten in einen umfassenderen Kontext einbetten. OWNLY ermöglicht nicht nur die Analyse einzelner Investments, sondern zeigt auch deren Auswirkungen auf das Gesamtportfolio auf. Dies ist besonders attraktiv für Investoren, die ihre Vermögenswerte breit diversifizieren und stets den Gesamtüberblick behalten wollen.
Durch die Verknüpfung von digitalem Reporting mit einem umfassenden Vermögensmanagement bieten VC- und PE-Unternehmen ihren Investoren einen signifikanten Mehrwert. Sie agieren nicht nur als Kapitalverwalter, sondern entwickeln sich zu strategischen Partnern, die Investoren dabei unterstützen, langfristige Vermögensziele zu erreichen. Dies fördert die Investorentreue und schafft eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Die Rolle von OWNLY FinTech

Mit dem OWNLY Advisor hat OWNLY FinTech eine Plattform geschaffen, die modernes digitales Reporting mit einem holistischen Ansatz kombiniert. Investoren erhalten einen umfassenden Überblick über ihre gesamte Vermögensstruktur, profitieren von Echtzeitdaten und interaktiven Visualisierungen und erleben eine neue Dimension der Transparenz und Effizienz. Dies stellt nicht nur einen Wettbewerbsvorteil für VC- und PE-Unternehmen dar, sondern auch einen entscheidenden Faktor, um neue Investoren zu gewinnen und bestehende langfristig zu binden.

Zukunftsausblick: KI-gestützte Erkenntnisse aus Finanzdaten

Doch digitales Reporting ist erst der Anfang. Die gesammelten Daten bilden die Grundlage für künftige Innovationen, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Mithilfe von KI können VC- und PE-Unternehmen tiefere Einblicke in ihre Finanzdaten gewinnen und prädiktive Analysen durchführen. Dadurch lassen sich Risiken frühzeitig erkennen, Chancen identifizieren und die Performance weiter optimieren. OWNLY FinTech arbeitet bereits daran, KI-gestützte Tools in seine Plattform zu integrieren, um Investoren noch mehr wertvolle Einblicke zu bieten.

Fazit

Modernes digitales Reporting ist weit mehr als nur ein Trend – es ist ein essenzielles strategisches Werkzeug, das VC- und PE-Unternehmen dabei unterstützt, neue Investoren zu gewinnen und bestehende langfristig zu binden. Durch die Integration in ein holistisches Vermögensmanagement, wie es OWNLY FinTech mit OWNLY Advisor realisiert, wird Investoren ein nachhaltiger Mehrwert geboten. Gleichzeitig bilden die gesammelten Daten die Grundlage für künftige Innovationen, insbesondere im Bereich der KI. Wer heute in digitales Reporting investiert, legt den Grundstein für nachhaltigen Erfolg bei Investoren in der Welt des Venture Capital und Private Equity.

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Business Angels im Beirat: Chancen, Konflikte und kluge Strategien für Start-ups

Business Angels im Beirat: Chancen, Konflikte und kluge Strategien für Start-ups

Dr. Nicholas Ziegert

11. März 2025
Einleitung

In der dynamischen Welt der Start-ups spielen Business Angels eine zentrale Rolle, nicht nur als Kapitalgeber, sondern auch als strategische Partner. Oft übernehmen sie neben der finanziellen Unterstützung auch Positionen im Beirat einer GmbH, um das Unternehmen aktiv zu begleiten. Doch was bedeutet es, wenn nur einer von mehreren Business Angels im Beirat vertreten ist? Welche Rechte und Pflichten hat der Beirat, und wie lassen sich potenzielle Interessenkonflikte zwischen den Business Angels, der GmbH und deren Geschäftsführung vermeiden? Dieser Artikel beleuchtet die rechtlichen Grundlagen, praktische Herausforderungen und gibt Handlungsempfehlungen für Business Angels in Beiratsfunktionen.

Rechte und Pflichten des Beirats

Der Beirat einer GmbH hat in erster Linie eine beratende Funktion. Er unterstützt die Geschäftsführung bei strategischen Entscheidungen und überwacht sie im Sinne der Gesellschafter. Die genauen Befugnisse des Beirats werden in der Satzung der GmbH oder in einem gesonderten Beiratsvertrag festgelegt. Typische Rechte des Beirats umfassen die Information über die Geschäftsentwicklung, die Prüfung von Jahresabschlüssen und die Zustimmung zu bestimmten Geschäftsvorfällen, wie beispielsweise größere Investitionen oder die Aufnahme von Krediten.

Die Pflichten des Beirats sind vor allem in der Treue- und Sorgfaltspflicht verankert. Der Beirat muss die Interessen der GmbH wahren und darf keine Entscheidungen treffen, die dem Unternehmen schaden könnten. Dabei hat er stets die Interessen aller Gesellschafter im Blick, nicht nur die der Business Angels.

Interessenkonflikte und deren Vermeidung

Ein zentrales Problem in der Praxis ist die mögliche Interessenkollision zwischen dem Business Angel im Beirat, der GmbH und den anderen Business Angels. Der im Beirat vertretene Business Angel könnte versucht sein, Entscheidungen zu beeinflussen, die primär seinen eigenen Interessen dienen, beispielsweise durch die Förderung bestimmter Geschäftsstrategien, die seinen Anteil am Unternehmen aufwerten, aber nicht zwangsläufig im besten Interesse der GmbH oder der anderen Investoren liegen.

Ein klassisches Beispiel für einen solchen Interessenkonflikt ist die Entscheidung über eine weitere Finanzierungsrunde. Der Business Angel im Beirat könnte dazu neigen, eine Finanzierung zu bevorzugen, die seine eigenen Anteile weniger stark verwässert, während andere Business Angels möglicherweise eine andere Strategie bevorzugen würden. Ein weiterer Konfliktpunkt kann die Besetzung von Schlüsselpositionen im Unternehmen sein, bei denen der Business Angel im Beirat möglicherweise eigene Kontakte bevorzugt.

Um solche Konflikte zu vermeiden, ist Transparenz das A und O. Der Beirat sollte regelmäßig und offen mit allen Gesellschaftern kommunizieren und seine Entscheidungen klar begründen. Zudem können im Beiratsvertrag spezifische Regelungen getroffen werden, die potenzielle Interessenkonflikte antizipieren und klare Verfahren für deren Handhabung vorgeben. Ein weiterer praktischer Ansatz ist die Einrichtung eines unabhängigen Beiratsmitglieds, das als neutraler Vermittler fungiert und sicherstellt, dass die Interessen aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt werden.

 

Rechtliche Rahmenbedingungen und Urteile

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Beiräte in einer GmbH sind im deutschen Gesellschaftsrecht verankert. Ein relevantes Urteil in diesem Zusammenhang ist das des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2009 (Az. II ZR 92/08), in dem der BGH klargestellt hat, dass Beiratsmitglieder einer GmbH denselben Sorgfaltsmaßstäben unterliegen wie Geschäftsführer. Das bedeutet, dass Beiratsmitglieder bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz persönlich haftbar gemacht werden können.

Ein weiteres wichtiges Urteil ist das des OLG Frankfurt (Az. 5 U 51/12), das die Pflichten des Beirats bei der Überwachung der Geschäftsführung betont. Das Gericht stellte klar, dass der Beirat nicht nur passiv Informationen entgegennehmen, sondern aktiv nachfragen und gegebenenfalls auch einschreiten muss, wenn Anzeichen für Fehlverhalten der Geschäftsführung vorliegen.

Fazit und Handlungsempfehlungen

Transparenz und Kommunikation: Der Business Angel im Beirat sollte stets transparent agieren und regelmäßig mit den anderen Gesellschaftern kommunizieren. Offenheit über Entscheidungen und deren Begründungen schafft Vertrauen und minimiert Konflikte.

Neutralität und Unabhängigkeit: Es ist ratsam, dass der Business Angel im Beirat seine persönlichen Interessen zurückstellt und stets das Wohl der GmbH im Blick hat. Die Einbindung eines unabhängigen Beiratsmitglieds kann hierbei hilfreich sein.

Klare Regelungen im Beiratsvertrag: Potenzielle Interessenkonflikte sollten bereits im Beiratsvertrag antizipiert und geregelt werden. Klare Verfahrensweisen und Zuständigkeiten helfen, Konflikte zu vermeiden und im Ernstfall effizient zu lösen. 

Schluss

Business Angels im Beirat einer GmbH können wertvolle Impulse geben und das Unternehmen erfolgreich begleiten. Doch die Rolle ist mit Herausforderungen verbunden, insbesondere wenn es um Interessenkonflikte geht. Durch Transparenz, Neutralität und klare vertragliche Regelungen können diese Herausforderungen jedoch gut bewältigt werden. So wird der Beirat zu einem echten Mehrwert für das Start-up und alle Beteiligten.

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OWNLY FinTech Webinare: Die Zukunft des ganzheitlichen Vermögensreportings mit FiDA und KI

OWNLY FinTech Webinare: Die Zukunft des ganzheitlichen Vermögensreportings mit FiDA und KI

Dr. Nicholas Ziegert

6. März 2025
Innovationen im Wealth-Management: OWNLY FinTech gibt Einblicke

Die Finanzwelt befindet sich im Wandel. Digitale Innovationen und regulatorische Neuerungen stellen sowohl Herausforderungen als auch Chancen für das Wealth-Management dar. In einem aufschlussreichen Webinar am 20. Januar 2025 präsentierte die OWNLY FinTech GmbH ihre Vision für das Vermögensreporting der Zukunft. Im Mittelpunkt standen dabei die kommende EU-Verordnung FiDA (Financial Data Access Regulation) und der wachsende Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) im Wealth-Management.

Herausforderungen im aktuellen Vermögensreporting

Ein ganzheitliches Vermögensreporting ist essenziell für fundierte Anlageentscheidungen. Dennoch bestehen heute zahlreiche Herausforderungen:

  • Fehlende einheitliche Standards für Wertpapierdepots und Vermögenswerte außerhalb Europas.
  • Hohe Datenschutzanforderungen, die Innovationen ausbremsen können.
  • Unzureichende Datenqualität durch unterschiedliche Währungen, Schreibweisen und Steuerregelungen.

Die Folgen: Bis zu 50 % der Anlageentscheidungen sind ineffizient oder fehlerhaft, weil bestehende Reportings lückenhaft oder intransparent sind.

FiDA: Eine Revolution für den Datenzugang

Die kommende Financial Data Access Regulation (FiDA) wird die Art und Weise, wie Finanzinformationen genutzt werden, grundlegend verändern. Bisher beschränkt sich der regulierte Datenzugang vor allem auf Zahlungskonten (PSD2). FiDA erweitert diesen Zugang auf Wertpapierdepots, Versicherungen, Hypothekendarlehen, Fondsgesellschaften und Krypto-Anbieter.

Welche Auswirkungen hat das für den Markt?

  • Mehr Transparenz: Endkunden erhalten einen umfassenderen und sicheren Zugang zu ihren Finanzdaten.
  • Verpflichtung der Datenhalter: Banken und Finanzinstitute müssen Dashboards für ihre Kunden bereitstellen und Schnittstellen für Drittanbieter schaffen.
  • Neue Chancen für Wealth-Manager: Unternehmen wie OWNLY können innovative Anwendungen entwickeln, um ihren Kunden ein modernes, integriertes Vermögensreporting anzubieten.
Künstliche Intelligenz im Wealth-Management

Ein weiteres Schwerpunktthema der Webinare war die Rolle von KI im Wealth-Management. Zahlreiche Unternehmen setzen bereits auf KI-gestützte Technologien zur Effizienzsteigerung:

  • Chatbots & Robo-Advisors: KI-basierte Assistenten bieten personalisierte Anlageberatung.
  • Automatisiertes Portfolio-Management: Tools wie Patronas Opus und Arta Finance optimieren Anlagestrategien.
  • Kundenmanagement & Identitätsprüfung: CRM- und KYC-Lösungen wie Salesforce und IDNOW erleichtern die Compliance.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Berater von Morgan Stanley sparen täglich bis zu 45 Minuten durch KI, während BlackRock seine Kosten im Middle Office um bis zu 40 % senken konnte. Doch KI hat auch Grenzen: Datenschutz, begrenzte Datenmengen und die fehlende Berücksichtigung irrationalen menschlichen Verhaltens stellen Herausforderungen dar.

OWNLY als Partner für modernes Vermögensreporting

Mit der OWNLY Plattform bietet das Unternehmen eine innovative Lösung für ein modernes, integriertes Vermögensreporting:

  • Datenaggregation aus verschiedenen Quellen
  • Individuell anpassbare Dashboards mit OWNLY Advisor
  • Immobilienbewertung in Kooperation mit PriceHubble
Praxisbeispiele aus dem Wealth-Management

Das Webinar zeigte erfolgreiche Kundenprojekte, die die OWNLY Plattform bereits nutzen:

  • SIngle Family Office: Verwaltung von über 1.000 Assets durch eine zentrale „Single Source of Truth“.
  • Vermögensverwalter für Profisportler: Nutzung von OWNLY Advisor zur Erleichterung finanzieller Unabhängigkeit.
Fazit: Die Zukunft ist digital und vernetzt

Das OWNLY FinTech Webinar machte deutlich: FiDA und KI werden das Vermögensreporting revolutionieren. Wealth-Manager müssen sich jetzt anpassen, um Transparenz, Effizienz und Wettbewerbsvorteile zu sichern. OWNLY positioniert sich als starker Partner für alle, die den Wandel aktiv mitgestalten wollen.

Nutzen Sie die Zukunftschancen und entdecken Sie mit OWNLY die nächste Generation des Vermögensreportings!

Wenn Sie sich das ganze Webinar noch mal anschauen möchten, dann besuchen Sie gerne: 
  https://www.ownly.de/webinare/

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Erfolgreiche Vermögensanlage und professionelles Vermögensreporting

Erfolgreiche Vermögensanlage und professionelles Vermögensreporting

Dr. Nicholas Ziegert

28. Februar 2025

Vermögensstrategie

Eine erfolgreiche Vermögensanlage erfordert nicht nur Kapital, sondern auch eine klare Strategie und eine fundierte Übersicht. Viele Privatanleger unterschätzen die Bedeutung einer strukturierten Vermögensplanung und eines professionellen Reportings. Ohne eine durchdachte Herangehensweise besteht das Risiko, Chancen ungenutzt zu lassen oder unnötige Risiken einzugehen.

Ein gutes Beispiel für die Herausforderungen und Möglichkeiten einer strategischen Vermögensverwaltung ist der 50-jährige Unternehmer Michael T., der mit seiner Frau und drei Kindern in Deutschland lebt. Mit einem jährlichen Einkommen im hohen sechsstelligen Bereich und einem Vermögen von rund acht Millionen Euro hat er bereits eine solide finanzielle Basis geschaffen. Der Großteil seines Vermögens steckt in seinem Unternehmen sowie in drei hochwertigen Immobilien. Trotz dieses beachtlichen Vermögens fehlt ihm eine strukturierte Übersicht seiner Finanzen, was ihn daran hindert, strategisch optimale Entscheidungen zu treffen.

Erfassung und Analyse der Vermögenssituation

Der erste Schritt einer soliden Vermögensverwaltung besteht in der Erfassung und Analyse aller Vermögenswerte. Neben Bankguthaben und Wertpapierdepots sollten auch Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Versicherungen und Sachwerte wie Kunstwerke berücksichtigt werden. Eine regelmäßige Analyse der Vermögensverteilung hilft dabei, Klumpenrisiken zu vermeiden und die Diversifikation kontinuierlich zu optimieren. Wer sich mit einer detaillierten Bestandsaufnahme beschäftigt, kann die eigene Finanzsituation nicht nur besser verstehen, sondern auch gezielt steuern.

Michael T. erkennt, dass seine starke Fokussierung auf sein eigenes Unternehmen ein erhebliches Klumpenrisiko darstellt. Sollte es zu einer Wirtschaftskrise oder einem unerwarteten Unternehmensrückgang kommen, wäre sein Gesamtvermögen stark betroffen. Er entscheidet sich daher, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen und eine breitere Diversifikation anzustreben.

Anlagestrategie

Die Wahl der richtigen Anlagestrategie ist ein zentraler Erfolgsfaktor für den langfristigen Vermögensaufbau. Eine breite Streuung der Anlagen ist entscheidend, um Risiken zu minimieren und von unterschiedlichen Marktentwicklungen zu profitieren. Fonds und ETFs bieten hier interessante Möglichkeiten für Privatanleger. Besonders der Zinseszinseffekt, also die Reinvestition von Erträgen, spielt eine bedeutende Rolle. Er führt dazu, dass Vermögen über die Jahre exponentiell wachsen kann. Wer zudem ein professionelles Risikomanagement integriert, kann sich gegen Verluste absichern und flexibel auf Marktveränderungen reagieren.

Einsatz Künstlicher Intelligenz

Die Digitalisierung hat auch die Vermögensverwaltung revolutioniert. Moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz können umfangreiche Finanzberichte automatisiert erstellen und große Datenmengen in kürzester Zeit analysieren. Diese Systeme ermöglichen nicht nur eine höhere Präzision bei der Finanzplanung, sondern auch eine schnellere Reaktion auf unerwartete Marktbewegungen. Gerade in volatilen Zeiten kann es entscheidend sein, rechtzeitig informiert zu werden, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Investmentfehler

Trotz professioneller Technologien sind auch erfahrene Investoren nicht vor Fehlern gefeit. Eine unzureichende Diversifikation oder das Fehlen eines klaren Investmentplans kann langfristig die Rendite schädigen. Emotional getriebene Entscheidungen, sei es aus Angst oder übermäßigem Optimismus, können ebenso zu Verlusten führen. Zudem zeigt sich immer wieder, dass die ausschließliche Orientierung an vergangenen Renditen ein trügerisches Kriterium ist. Stattdessen sollten Investoren sich auf fundierte Analysen und langfristige Trends konzentrieren.

Alternative Anlageklassen

Neben klassischen Investments gewinnen alternative Anlageklassen zunehmend an Bedeutung. Private Equity, Kunst oder Venture Capital bieten interessante Renditechancen, sind aber oft schwer zugänglich. Durch die Tokenisierung, also die Digitalisierung von Vermögenswerten auf Basis der Blockchain-Technologie, können diese Investitionen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Digitale Wertpapiere senken die Einstiegshürden und sorgen für eine verbesserte Handelbarkeit. Gleichzeitig erhöht die Blockchain-gestützte Transparenz die Sicherheit und Nachvollziehbarkeit der Transaktionen.

Impact Investing

Auch nachhaltige Investments rücken immer stärker in den Fokus der Anleger. Umwelt- und Sozialkriterien spielen eine zunehmende Rolle, und Unternehmen mit hohen ESG-Scores (Environmental, Social, Governance) werden verstärkt nachgefragt. Anleger können durch gezielte Investitionen nicht nur Rendite erzielen, sondern auch aktiv zur Transformation der Wirtschaft beitragen. Neue regulatorische Vorgaben, insbesondere aus der EU, sorgen für eine gesteigerte Transparenz im ESG-Bereich und erleichtern fundierte Anlageentscheidungen.

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren eine Vielzahl innovativer Lösungen hervorgebracht, die Anlegern eine effizientere Verwaltung ihres Vermögens ermöglichen. Plattformen wie OWNLY Family bieten eine zentrale Übersicht über alle finanziellen Engagements und erleichtern die Analyse von Konten und Depots. Zudem unterstützen KI-gestützte Tools Anleger dabei, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen

Frauen und Finanzanlagen

Besonders Frauen stehen in der Finanzwelt oft vor spezifischen Herausforderungen. Finanzangebote, die speziell auf weibliche Anlegerinnen zugeschnitten sind, gewinnen an Bedeutung. Anbieter wie Ellevest setzen auf eine individualisierte Herangehensweise, die die unterschiedlichen Anlagepräferenzen und Risikobereitschaften berücksichtigt.

Fazit

Letztlich zeigt sich: Eine erfolgreiche Vermögensanlage erfordert strategische Planung, ein tiefgehendes Verständnis der eigenen Finanzen und die Bereitschaft, moderne Technologien zu nutzen. Wer sich frühzeitig mit diesen Themen auseinandersetzt, kann seine finanzielle Zukunft aktiv gestalten und langfristig von einem strukturierten Vermögensmanagement profitieren.
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Venture Capital als Baustein für das Portfolio

Venture Capital als Baustein für das Portfolio

Lennard Fischer - Inventure

6. Februar 2025

Was ist Venture Capital?

Venture Capital (VC) ist eine spezielle Form der Finanzierung, die hauptsächlich in junge, innovative und wachstumsorientierte Unternehmen fließt. Diese Start-ups, befinden sich in der frühen Phase ihrer Geschäftsentwicklung und benötigen erhebliche finanzielle Mittel, um ihre Produkte zu entwickeln, ihre Geschäftsmodelle zu verfeinern und ihre Marktposition zu stärken. Häufig sind solche Unternehmen technologiegetrieben, was aufgrund von hohen Anteilen immaterieller Vermögenswerte eine Finanzierung über traditionelle Finanzierungswege wie Banken unmöglich macht.

Der Bereich Venture Capital (oder auch Wagnis- bzw. Risikokapital) ist ein dynamisches Investmentsegment, das durch die Förderung von Innovationen dazu beigetragen hat, neuartige Geschäftsmodelle und Wirtschaftszweige zu schaffen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Wagniskapitalgeber, die sich durch ihren klaren Fokus auf vielversprechende junge Start-ups auszeichnen, eine maßgebliche Rolle dabei gespielt haben, diese zu Wachstumsmotoren der Wirtschaft zu entwickeln. Venture Capital Gesellschaften waren für die Finanzierung vieler bedeutender Unternehmen verantwortlich. Viele der größten Konzerne der Welt – darunter Microsoft, Apple, Google, Amazon, Facebook Tesla und Tencent – begannen alle mit der Unterstützung durch Venture Capital Fonds.

Welche Vorteile haben Investoren in VC?

Renditechancen
Venture Capital gehört zu den Anlageklassen mit dem höchsten Renditepotenzial. Historisch gesehen haben erfolgreiche Fonds eine Nettorendite (IRR) von über 20 % erzielt, was sie besonders attraktiv für renditeorientierte Investoren macht. Dieses Potenzial ergibt sich aus der Möglichkeit, frühzeitig in innovative Unternehmen zu investieren, die in späteren Phasen ihres Wachstums erhebliche Bewertungen erreichen können.

Diversifikation
Venture Capital bietet eine attraktive Möglichkeit zur Diversifikation, da die Anlageklasse im Vergleich zu traditionellen Investments wie globalen Aktien (Korrelation: 0,5) oder Anleihen eine geringe bis gar keine Korrelation aufweist. Das bedeutet, dass die Wertentwicklung von Venture Capital weitgehend unabhängig von den Bewegungen an den öffentlichen Märkten ist, was insbesondere in volatilen Marktphasen Stabilität ins Portfolio bringen kann. Innerhalb der alternativen Anlagen zeigt Venture Capital eine moderate Verbindung zu Growth Capital (0,8) und Private Equity (0,7), da ähnliche Wachstums- und Innovationstreiber eine Rolle spielen. Für Investoren ergibt sich daraus die Chance, ihr Portfolio nicht nur breiter aufzustellen, sondern auch von der Dynamik innovativer Unternehmen zu profitieren, die sich noch in frühen Entwicklungsphasen befinden.

Impact
Neben Portfolioeffekten hat Venture Capital auch das Potenzial, einen positiven gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einfluss zu erzielen. Durch die Finanzierung innovativer Unternehmen werden zukunftsweisende Technologien und Lösungen gefördert, die beispielsweise den Klimawandel bekämpfen, medizinische Durchbrüche ermöglichen oder digitale Transformationen vorantreiben. Viele Venture Capital-Investitionen unterstützen gezielt Start-ups, die soziale oder ökologische Herausforderungen adressieren, und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Für Anleger bietet sich dadurch die Möglichkeit, nicht nur finanziellen Erfolg zu erzielen, sondern auch aktiv an der Gestaltung einer besseren Zukunft mitzuwirken. Der Impact geht dabei oft über einzelne Unternehmen hinaus, da erfolgreiche Innovationen ganze Branchen transformieren und neue Arbeitsplätze schaffen können.

Wer investiert in Venture Capital Fonds?

Typischerweise investieren verschiedene Arten von Investoren in Venture Capital Fonds. Dazu gehören insbesondere die öffentliche Hand, Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften, Wohltätigkeitsorganisationen, Family Offices und Stiftungen aber auch wohlhabende Privatpersonen. Europaweit kam so in der Vergangenheit knapp jeder vierte Euro von der öffentlichen Hand, gefolgt von Unternehmen (12,8 %), wohlhabenden Personen (9,8 %) und Family Offices (7,4 %). Hintergrund für die Beimischung der Anlageklasse Venture Capital zum Portfolio sind dabei häufig die zuvor genannten Vorteile von Venture Capital Anlagen gepaart mit einem langfristigen Anlagehorizont.

Praxisbeispiele: Anlegergruppe I Family Offices 
Laut JP Morgan nutzen insbesondere vermögende Familien, Ultra High Net Worth Individuals (Vermögen ab ca. 30 Mio. €) sowie High Net Worth Individuals (Vermögen ab ca. 5 Mio. €) in zunehmendem Maße die Dienstleistungen von Family Offices, um ihr Vermögen verwalten zu lassen. Family Offices nutzen dabei vielfältige Investitionsstrategien über verschiedene Anlageklassen. So umfassen die Investitionen traditionelle Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe, aber auch zunehmend Alternative Anlageklassen wie Venture Capital, Private Equity oder Hedgefonds. Insbesondere die Alternativen Anlagen haben in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Im Durchschnitt investieren Family Offices etwa 10 % ihres gesamten Portfolios in Venture Capital. In den letzten zehn Jahren haben viele Family Offices ihre Beteiligungen in diesem Markt aufgrund der hohen erzielten Renditen sogar deutlich erhöht. Da  Family Offices durchschnittlich eine Portfoliorendite von 11 % p.a. anstreben, ist die Anlageklasse Venture Capital als Renditebaustein im Portfolio unausweichlich geworden.

Praxisbeispiele: Anlegergruppe II Stiftungen
Die Yale Universität in den USA gehört zu den international bekanntesten Universitäten. Dank der Investmentstrategie des Stiftungsfonds, welche das Vermögen der Universität betreut, ist sie zugleich eine der wohlhabendsten. Das Geheimnis? Über die Jahre hat sich die Portfolioallokation immer weiter zugunsten von Anlagen des privaten Kapitalmarktes verschoben. Zu den Anlagen gehören aktuell unter anderem (nach Größe des prozentualen Anteils): Private Equity, Venture Capital, Aktien, Hedge Fonds, Immobilien und Infrastruktur. Die Portfolio-Zusammensetzung der Yale Universität hat in der Vergangenheit zu hervorragenden Ergebnissen geführt. Innerhalb der letzten zehn Jahre erzielte der Yale Endowment Fund eine durchschnittliche Rendite von 12,0% pro Jahr, auf 20 Jahre eine jährliche Durchschnittsrendite von 11,3 %, und auf 30 Jahre sogar eine Rendite von 13,1 % pro Jahr. Die Entwicklung des Stiftungsvermögens zeigt hier, dass Venture Capital die langfristigeRentabilität eines Portfolios steigern kann. Durch solche Investitionen konnten US-Stiftungen über Jahrzehnte hinweg zweistellige Renditen erzielen und ihr Kapital trotz volatiler Märkte erhalten.

Welche Wege gibt es, um von der Anlageklasse Venture Capital zu profitieren?

(1) Direktinvestitionen: Bei Direktinvestitionen beteiligt sich der Investor direkt an Unternehmen, die Kapital benötigen und bietet diesen nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch Beratung und Unterstützung. Der Investor übernimmt hierbei Aufgaben, die denen eines Fondsmanagers ähneln. Dies erfordert erhebliches Fachwissen sowie einen hervorragenden Zugang zu Investitionsmöglichkeiten. Die erforderlichen Investitionsbeträge für eine Direktbeteiligung betragen in der Regel etwa 50.000 Euro pro Start-up-Investition.

(2) Investitionen in Fonds: Der Investor beteiligt sich an Venture Capital Fonds, die von erfahrenen Fondsmanagern aufgelegt werden. Diese Manager verfügen über das notwendige Fachwissen, umfangreiche Netzwerke und Zugang zu attraktiven Investitionsmöglichkeiten (Dealflow). Die Fondsmanager investieren das Kapital in verschiedene Portfoliounternehmen und betreuen diese bis zum Exit. Dabei unterstützen sie die Unternehmen in Bereichen wie Finanzierung, Strategie und Markteintritt. Die Regulatorik sieht hier vor, dass Venture Capital Fonds nur von professionellen Investoren direkt gezeichnet werden dürfen. Dies bedingt grundsätzlich ein Mindestinvestment von 200.000 Euro. Die Mindestzeichnungssummen für Fondsinvestments liegen jedoch teilweise noch höher bei 500.000 Euro bis 1.000.000 Euro. Um sich also eigenständig ein Portfolio aus verschiedenen Venture Capital Fonds aufzubauen, ist ein entsprechendes Vermögen von mehreren Millionen Euro erforderlich.

(3) Investitionen in Dachfonds: Bei einem Dachfonds investieren die Anleger in einen Fonds, der übergeordnet zu mehreren Venture Capital Fonds steht. Ein solcher Dachfonds agiert als Investor in verschiedene Zielfonds. Die Mittel der Anleger werden gemäß einer zuvor festgelegten Strategie, die in der Regel diversifiziert über beispielsweise verschiedene Investmentphasen, Sektoren, Manager und geografische Regionen ist, eingesetzt. Typischerweise investieren Dachfonds in 10-20 Fondsmanager, die jeweils 15 bis 50 Portfoliounternehmen finanzieren, was insgesamt zu einem Portfolio aus mehr als 200 Unternehmen führen kann. Dadurch erreicht der Investor in einem Dachfonds eine hohe Diversifikation. Dachfonds bieten daher sehr gute Risiko-Rendite-Profile, da das unsystematische Risiko durch die breite Streuung der Investments größtenteils eliminiert wird.
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Der Wandel in der Finanzindustrie – eine Case Study der OLB

Der Wandel in der Finanzindustrie – eine Case Study der OLB

Patrick Alm

7. Juni 2024

Nach dem Zusammenbruch der meisten sog. KG-Modelle im Zuge der Finanzkrise ab 2008 wurde es still um das Thema der Schiffsinvestments. Erst mit den Lieferproblemen in der Phase der globalen Pandemie (2020-21) wurde vielen Menschen wieder schmerzhaft klar, wie bedeutsam ein reibungsloser Schiffsverkehr für jeden Einzelnen von uns ist. Mit den Angriffen auf Schiffe im Roten Meer wurde das Thema wieder – wenn auch nicht im gleichen Ausmaß – in die Öffentlichkeit gerückt. Die Bedeutung der Schifffahrt für unsere Wirtschaft und unser Leben ist damit den meisten Menschen wieder ins Bewusstsein gedrängt worden. Doch bietet der Markt auch wieder Chancen für Investoren aus Deutschland?

Der Sündenfall

Um den Markt für Schiffsinvestments zu verstehen, ist es auch heute noch sinnvoll einen Blick zurückzuwerfen. Zum Ende der 1990er und dem Beginn der 2000er Jahre erlebten Schiffsbeteiligungen einen regelrechten Boom in Deutschland. Zum Teil sehr kleinteilig (Mindestanlagesummen im Bereich weniger tausend Euro) wurden Anteile an deutschen Kommanditgesellschaften auch Privatanlegern reihenweise empfohlen und bereitwillig von diesen gezeichnet. Der Grund war sicherlich in vielen Fällen weniger die Überzeugung, in ein gutes Schiff mit auskömmlicher Beschäftigung zu investieren, sondern mehr die Möglichkeit, die Investitionssummen direkt in voller Höhe als Verluste steuerlich geltend zu machen und somit die Steuerlast im jeweiligen Kalenderjahr spürbar zu senken. Insbesondere Freiberufler und Unternehmer mit hohen Steuersätzen machten damit ein planbar gutes Geschäft und die Beteiligung selbst dürfte regelmäßig in den Hintergrund geraten sein. 

Mit einem Wechsel des Steuerregimes (hin zur sog. „Tonnagesteuer“) zum Beginn der 2000er Jahre ändert sich dies erheblich und die „Maschinerie“ kam ins Stocken. Mit dem Beginn der Finanzkrise fand der Boom ab 2008 ein jähes Ende. Viele Anleger verloren ihr Geld, die Schiffsfinanzierer (unter ihnen große Landesbanken) mussten Kredite im Milliardenvolumen abschreiben und der Markt für die Platzierung von Eigenkapital brach in Deutschland zusammen. 

Die Folgen des Booms und anschließenden Zusammenbruchs zeigen sich noch heute in den weltweiten Schiffsflotten, denn deutsche Privatanleger und Banken haben über Jahre große Teile der Flotten finanziert. 

Zwei Lehren sollten aus dieser Krise rückblickend gezogen werden:

1. Selbstverständlich müssen die steuerlichen Folgen einer Investition beachtet werden und die Nachsteuerrendite ist relevant für jeden Anleger, doch rein steuerliche Motive führen fast immer zu schlechten Investitionsentscheidungen. Die steuerliche Optimierung von Investitionen sollte also eine nachgeordnete Rolle spielen.

2. Die Kosten einer Investition müssen immer ein wichtiges Entscheidungskriterium sein, denn sie entscheiden mit über den Anlageerfolg. Über die sogenannten „weichen Kosten“ der Schiffsbeteiligungen von 20% und mehr der Eigenkapitalsummen, die zuzüglich zum i.d.R. noch fälligen Agio von bis zu 5% die Investitionssummen drückten, wurde viel berichtet. Regelmäßig wurden die Schiffe auch nicht von der KG – an der sich die Privatanleger beteiligen konnten – gekauft, sondern von einer anderen Gesellschaft, die das Schiff dann – natürlich mit einem Aufschlag – an die Schiffs-KG veräußert hat. Und diese deutlich geschmälerte Investitionssumme sollte dann die Rückführung der aufgenommenen Kredite, Zinsen, die Rückzahlung der Anlegergelder und auch noch eine Rendite erwirtschaften. Dies war, so zeigte sich später, nur in den besten Phasen möglich. 

 

Die Bedeutung der Schifffahrt und die Chancen eines Investments

Auf die Phase des Booms folgte eine mehrjährige Phase der Restrukturierung deutscher Schiffsbeteiligungen. Selbstverständlich war es auch in dieser Phase möglich, gute Ergebnisse zu erzielen, da die Beteiligungen meist zu Bruchteilen der ursprünglichen Werte gehandelt wurden. Doch dieser Markt war einigen wenigen risikobereiten und professionell aufgestellten Akteuren vorbehalten.

Effizientester Transportweg

Auf die Bedeutung der Seeschifffahrt für die Weltwirtschaft hat all dies keinen Einfluss gehabt. Es wurden und werden etwa 90% des Welthandels mit Schiffen transportiert und der Transport auf diesem Wege ist – wie seit mehr als 2.000 Jahren – der effizienteste, den wir zur Verfügung haben.

Aus deutscher Sicht dürfen wir feststellen, dass sowohl ein Großteil unserer Konsumgüter als auch viele Vorprodukte für unsere Industrie per Container ins Land kommen. Rohstoffe wie Kohle, Erz oder auch Weizen werden von Massengutfrachtern (Bulkern) geliefert und Öl, Gas oder deren Derivate benötigen Tanker, um uns aus den Herkunftsländern zu erreichen. Schwerlastschiffe transportieren die für die Energiewende notwendigen Windkraftanlagen, Turbinen oder andere Lasten, die nicht im Container befördert werden können und sind für uns und unsere Wirtschaft unverzichtbar, bei zunehmender Bedeutung. 

Der Wegfall deutschen Eigenkapitals und auch die Verringerung des Fremdkapitalangebotes (Rückzug zuvor wichtiger Banken) haben jedoch dazu beigetragen, dass der Markt seit Jahren nur begrenzt mit Kapital versorgt wird. Damit war er weniger abhängig von der Zins- und Geldpolitik der Notenbanken, die so massiven Einfluss auf die Bewertung von Anleihen, Aktien und auch Immobilien hatten. Zudem bewegen sich die Bewertungen auf einem moderaten Niveau. Seit vielen Jahren wird für ein Schiff das sechs- bis zehnfache der Jahrescharterrate (jährliche Bruttoeinnahmen) bezahlt. Und dies bei einer Gesamtnutzungsdauer von 20 Jahren und mehr. Zielrenditen von 10 – 15% p.a. sind also realistisch anzunehmen, ohne eine besondere Fantasie für die künftige Entwicklung der Schiffspreise oder Charterraten entwickeln zu müssen.

Schiffswerte von langfristigen Trends dominiert

Schiffe können, in einem eingeschränkt transparenten Markt, von anderen Eignern erworben werden (Second-Hand-Transaktionen). Die Bewertung des Schiffes ist keinesfalls leicht, auch wenn es Richtwerte gibt, die über Datenbankanbieter zugänglich sind. Hierfür ist geschultes Personal erforderlich, das im Interesse des Käufers handeln muss. Den richtigen Zeitpunkt für den Kauf zu finden ist ähnlich dem Unterfangen dies z.B. am Aktienmarkt zu versuchen. Langfristige Trends lassen sich dagegen durchaus erkennen, vorausgesetzt man verfügt über die notwendigen Einblicke in den Markt.

Alternativ müssen Schiffe bei einer qualifizierten Werft (deren Anzahl auch global begrenzt ist) in Auftrag gegeben werden (Neubauprojekte) und werden dann, nach einer Bauzeit von ca. 2 Jahren, abgeliefert und an den Eigentümer übergeben. Dieser Prozess ist nicht nur langwierig, sondern auch sehr aufwendig und mit vielen Fallstricken versehen. Da jedes Jahr Schiffe aufgrund ihres Alters oder aufgrund von Schäden aus dem Markt gehen und so in bestimmten Segmenten strukturelle Versorgungslücken entstanden oder absehbar sind, trägt der Schiffsneubau dazu bei, dass der Markt auch zukünftig mit den benötigten Schiffen versorgt wird. 

Aufgrund der Tatsache, dass von der Planung des Schiffes bis zur Aufnahme des Betriebes einige Jahre vergehen und das Alter der Flotten bekannt ist, kann die Angebotsseite im Schifffahrtsmarkt relativ gut vorhergesagt werden.

Die Nachfrageseite, die wesentlich von der Konjunktur und dem Welthandel abhängig ist, können Schiffsexperten selbstverständlich nicht präzise vorhersagen. 

Bestimmte Trends sind jedoch auch hier erkennbar, wenn es z.B. um ebenfalls langfristige Projekte – etwa im Bereich der Infrastruktur – geht, die gleichermaßen über viele Jahre geplant und umgesetzt werden. Genannt sei als Beispiel die Transformation in der Energieversorgung und ganz konkret der Bau von Windparks auf See. Für den Transport der Windkraftanlagen, die regelmäßig in China gebaut werden, werden Schwerlastschiffe (Heavylift- oder MPP-Schiffe) benötigt. Die Flotte dieses Schiffstyps ist jedoch erkennbar überaltert und die Angebotsseite dürfte sich – aufgrund der wenigen Neuablieferungen – in den nächsten Jahren weiter verknappen. Die Nachfrageseite, zumindest im Bereich der Energieinfrastruktur, dürfte weiter anziehen. Genauso ist heute schon zu erkennen, dass es für neue Windparks oder Energieinseln an Versorgungsschiffen mangeln wird. Fehlende Versorgungsschiffe wurden von einem dänischen Windkraftunternehmen jüngst als einer der Gründe genannt, aufgrund derer bereits geplante Projekte abgesagt wurden. Spannenderweise zeigen sich die Folgen einer schwachen Angebotsseite mit Versorgungsschiffen ebenfalls in der Öl- und Gasindustrie. Auch hier wurde in den vergangenen Jahren zu wenig investiert und die Förderung der Rohstoffe auf See nimmt weiter zu. In der Folge sind die Preise für verfügbare Plattformversorger massiv gestiegen, ebenso die Charterraten in diesem Segment. 

Altersstruktur der Flotte (Heavylift-/MPP-Schiffe)

Planbare Renditen von 10% und mehr und realisierte Renditen von einigen hundert Prozent in den letzten Jahren sind selbstverständlich nicht risikolos zu vereinnahmen. 

Die Risiken und ein mögliches Risikomanagement

Auf die allgemeinen Risiken einer unternehmerischen Investition wird hier bewusst verzichtet, um auf die spezifischen Risiken eines Schifffahrtsinvestments eingehen zu können. Genannt seien das Risiko eines abnehmenden Welthandels (bedingt durch die Konjunktur oder eine Abschottung großer Im- oder Exportländer), oder Fehlplanungen, die nie ganz ausgeschlossen werden können.

Einige augenscheinliche Risiken, von kleineren Schäden an der Hülle bis hin zum Untergang eines Schiffes, können versichert werden. Hierzu ist ein professionelles Management der Versicherungen notwendig, das im Interesse der Eigentümer durchgeführt werden muss (z.B. durch eigenes, hierfür geschultes Personal).

Schiffsausfall managen

Ein wesentliches Risiko stellt der Ausfall des Schiffes – meist aus technischen Gründen – dar. Schiffe werden i.d.R. von der Eigentümergesellschaft an ein Unternehmen verchartert, das dann wiederum Ladung sucht oder diese selbst zu befördern hat. Diese Charterer zahlen für die Betriebstage eine feste Charterrate oder auch eine variable Vergütung, die von einem Index abhängig gemacht werden kann. In beiden Fällen wird für Ausfalltage i.d.R. nicht bezahlt. Diese bedeuten verminderte Einnahmen und ggfs. zusätzliche Kosten für Reparaturen, wobei die laufenden Kosten des Eigentümers für das Schiff weiterhin gedeckt werden müssen. Die – eingangs beschriebene – Begutachtung des Schiffes beim Kauf und ein professionelles technisches Management im laufenden Betrieb sind Möglichkeiten zum Risikomanagement. Mit einer „eigenen“ Crew auf dem Schiff erfährt der Eigner am zuverlässigsten und schnellsten von möglichen Problemen und bleibt über den Zustand seines Schiffes auf dem Laufenden. Daher ist es relevant zu beachten, wer das sog. „Crewing“, also die Personalversorgung des Schiffes betreibt. 

Da der Eigentümer seine Schiffe i.d.R. wie oben beschrieben verchartern wird, ist die Zahlungsfähigkeit des Charterers von besonderer Bedeutung. Schon vor einem möglichen Zahlungsausfall des Charterers kann es zu Problemen kommen, wenn etwa die Charterpreise für vergleichbare Schiffe stark fallen. Ab einem gewissen Punkt steigt die Bereitschaft der Charterer – trotz eines dann drohenden Rechtsstreits – zumindest nachverhandeln zu wollen, oder schlicht die Zahlungen einzustellen. Hiergegen gibt es keine sinnvolle Versicherung und auch dieses Risiko kann nie vollständig ausgeschlossen werden. Eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Eigentümer mit den jeweiligen Charterern sollte das Ausfallrisiko mindern. Ferner können zusätzliche Sicherheiten (neben der Haftung der Gesellschaft des Charterers) vereinbart werden, oder der Charterer beteiligt sich sogar selbst am Eigenkapital der Schiffsgesellschaft und hat damit eigenes Interesse am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmung.

In den allermeisten Fällen dürfte ein Schiff nicht vollständig mit Eigenkapital finanziert werden. Dann kann es u.U. dazu kommen, dass steigende Zinsen ein Risiko für die Unternehmung darstellen. Ob Absicherungen oder längerfristige Zinsbindungen sinnvoll sind, gilt es im Einzelfall abzuwägen.

Bei Neubauprojekten müssen die bereits indirekt beschriebenen vertraglichen Beziehungen, z.B. mit dem Charterer und der finanzierenden Bank zusätzlich auf den Schiffsbauvertrag mit der beauftragten Werft abgestimmt werden. Damit soll verhindert werden, dass beispielsweise ein Schiff verspätet von der Werft abgeliefert wird und dann der Charterer noch abspringen kann und das Schiff ohne eine Beschäftigung bei den Eigentümern liegt. 

Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass den Chancen einer zweistelligen Rendite einige wesentliche unternehmerische Risiken gegenüberstehen, die bis hin zum Totalverlust des Eigenkapitals führen können. 

Im Gegenzug lagen die Renditen in den vergangenen Boomjahren auch regelmäßig im hohen zweistelligen oder auch dreistelligen Bereich. 

Als fachfremder Investor ist dringend darauf zu achten, einen erfahrenen Partner an der Seite und „mit im Boot“ zu haben.

Investitionsmöglichkeiten

Der „klassische“ Weg über die Zeichnung eines regulierten Investmentfonds steht Anlegern auch heute offen. Das Angebot ist jedoch stark begrenzt (regelmäßig liegen die Mindestanlagesummen bei TEUR 200) und sowohl die Regulierung als auch der Vertrieb der Fonds bringen Kosten mit sich. Diese Kosten dürfen keine übermäßige „Vorbelastung“ der Investition darstellen, es muss am Ende ein möglichst großer Teil des Anlegerkapitals in das Schiffsinvestment selbst fließen. Ob ein solcher Fonds den Anforderungen an die gewünschte Transparenz erfüllt, muss jeder Anleger für sich entscheiden, ebenso sollte man sich die Frage stellen, ob der Initiator ausreichend incentiviert ist, den Erfolg der Investition voranzutreiben und weniger auf den Vertrieb des Produktes an sich konzentriert zu sein.

Der Kauf bestehenden Fonds am Zweitmarkt ist weiterhin möglich. Hier ist die Frage, ob der jeweilige Investor sich in der Lage sieht, das Investment ausreichend gut beurteilen zu können. Auch hier ist das Angebot begrenzt und nimmt – mit der zunehmenden Abwicklung älterer Investmentfonds – tendenziell ab. Die Preisfindung bleibt darüber hinaus eine Herausforderung, bei der ein vertrauensvoller Makler helfen kann. 

Vermögende Privatpersonen, Family Offices, Stiftungen und vereinzelt auch institutionelle Investoren haben in den vergangenen Jahren – teilweise allein, teilweise mit Partnern – in einzelne Schiffe oder kleine Flotten investiert. So kann die größtmögliche Individualität bei der Ausgestaltung der Investition erreicht werden. Definierte Mindestanlagesummen gibt es nicht, i.d.R. dürften sechs- oder siebenstellige Beiträge je Partner gefordert sein. Bei kleinen „Club Deals“ ist der Investorenkreis überschaubar und die Interessen der unterschiedlichen Parteien klar zu erkennen. Bei einem direkten Investment sind auch die Kosten am niedrigsten. Bei solchen Transaktionen – ohne einen regulatorischen Rahmen – ist jeder einzelne Investor in der Verantwortung, die Verträge und das Projekt insgesamt zu verstehen und zu beurteilen. Die Wahl der Partner ist von besonderer Bedeutung.

Fazit

Schiffe waren und sind ein Sachwerteinvestment mit klarem Sinn und Zweckbestimmung, sie sind von enormer Bedeutung für unsere Wirtschaft und die Seeschifffahrt ist weiterhin der effizienteste Weg des Warentransports.

Investitionen in Schifffahrtsprojekte versprechen zweistellige Renditen bei entsprechenden unternehmerischen Risiken. Sie waren in der Vergangenheit deutlich weniger abhängig von der globalen Zinsentwicklung und können eine sinnvolle Diversifikation im Gesamtvermögen darstellen. Wobei auch innerhalb der Anlageklasse durch die Beteiligung an verschiedenen Schiffstypen diversifiziert werden kann (und sollte).

Für deutsche Anleger (Privatpersonen und Personengesellschaften) ist eine fast steuerfreie Vereinnahmung der potenziellen Gewinne möglich. Auch gibt es Möglichkeiten, Schiffsinvestments im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge – unter bestimmten Umständen – (ganz oder teilweise) steuerfrei zu übertragen (Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen). Die steuerlichen Anreize dürfen den Blick auf die Wirtschaftlichkeit der Investition dabei nicht verdecken.

Für den Erfolg einer Investition und zur Vermeidung „handwerklicher“ Fehler ist es förderlich und ratsam, gemeinsam mit einem Partner zu investieren, der über umfangreiche Erfahrungen verfügt und bereits Erfolge bei abgeschlossenen Projekten vorweisen kann. Daneben muss auf eine kostengünstige und möglichst transparente Durchführung der Investition geachtet werden. Von besonderer Bedeutung ist die Interessengleichheit der (Co-)Investoren mit dem initiierenden Partner. Ein nennenswerter Beitrag des Projektinitiators zum Eigenkapital ist hierfür ein wichtiger Garant. 

Patrick Alm, LL.M.

Geschäftsführender Gesellschafter 

Coventum Capital Partners GmbH & Co. KG

Hamburg, den 12. März 2024

 
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Die Chancen der Schifffahrt neu entdeckt

Die Chancen der Schifffahrt neu entdeckt

Patrick Alm

22. März 2024

Nach dem Zusammenbruch der meisten sog. KG-Modelle im Zuge der Finanzkrise ab 2008 wurde es still um das Thema der Schiffsinvestments. Erst mit den Lieferproblemen in der Phase der globalen Pandemie (2020-21) wurde vielen Menschen wieder schmerzhaft klar, wie bedeutsam ein reibungsloser Schiffsverkehr für jeden Einzelnen von uns ist. Mit den Angriffen auf Schiffe im Roten Meer wurde das Thema wieder – wenn auch nicht im gleichen Ausmaß – in die Öffentlichkeit gerückt. Die Bedeutung der Schifffahrt für unsere Wirtschaft und unser Leben ist damit den meisten Menschen wieder ins Bewusstsein gedrängt worden. Doch bietet der Markt auch wieder Chancen für Investoren aus Deutschland?

Der Sündenfall

Um den Markt für Schiffsinvestments zu verstehen, ist es auch heute noch sinnvoll einen Blick zurückzuwerfen. Zum Ende der 1990er und dem Beginn der 2000er Jahre erlebten Schiffsbeteiligungen einen regelrechten Boom in Deutschland. Zum Teil sehr kleinteilig (Mindestanlagesummen im Bereich weniger tausend Euro) wurden Anteile an deutschen Kommanditgesellschaften auch Privatanlegern reihenweise empfohlen und bereitwillig von diesen gezeichnet. Der Grund war sicherlich in vielen Fällen weniger die Überzeugung, in ein gutes Schiff mit auskömmlicher Beschäftigung zu investieren, sondern mehr die Möglichkeit, die Investitionssummen direkt in voller Höhe als Verluste steuerlich geltend zu machen und somit die Steuerlast im jeweiligen Kalenderjahr spürbar zu senken. Insbesondere Freiberufler und Unternehmer mit hohen Steuersätzen machten damit ein planbar gutes Geschäft und die Beteiligung selbst dürfte regelmäßig in den Hintergrund geraten sein. 

Mit einem Wechsel des Steuerregimes (hin zur sog. „Tonnagesteuer“) zum Beginn der 2000er Jahre ändert sich dies erheblich und die „Maschinerie“ kam ins Stocken. Mit dem Beginn der Finanzkrise fand der Boom ab 2008 ein jähes Ende. Viele Anleger verloren ihr Geld, die Schiffsfinanzierer (unter ihnen große Landesbanken) mussten Kredite im Milliardenvolumen abschreiben und der Markt für die Platzierung von Eigenkapital brach in Deutschland zusammen. 

Die Folgen des Booms und anschließenden Zusammenbruchs zeigen sich noch heute in den weltweiten Schiffsflotten, denn deutsche Privatanleger und Banken haben über Jahre große Teile der Flotten finanziert. 

Zwei Lehren sollten aus dieser Krise rückblickend gezogen werden:

1. Selbstverständlich müssen die steuerlichen Folgen einer Investition beachtet werden und die Nachsteuerrendite ist relevant für jeden Anleger, doch rein steuerliche Motive führen fast immer zu schlechten Investitionsentscheidungen. Die steuerliche Optimierung von Investitionen sollte also eine nachgeordnete Rolle spielen.

2. Die Kosten einer Investition müssen immer ein wichtiges Entscheidungskriterium sein, denn sie entscheiden mit über den Anlageerfolg. Über die sogenannten „weichen Kosten“ der Schiffsbeteiligungen von 20% und mehr der Eigenkapitalsummen, die zuzüglich zum i.d.R. noch fälligen Agio von bis zu 5% die Investitionssummen drückten, wurde viel berichtet. Regelmäßig wurden die Schiffe auch nicht von der KG – an der sich die Privatanleger beteiligen konnten – gekauft, sondern von einer anderen Gesellschaft, die das Schiff dann – natürlich mit einem Aufschlag – an die Schiffs-KG veräußert hat. Und diese deutlich geschmälerte Investitionssumme sollte dann die Rückführung der aufgenommenen Kredite, Zinsen, die Rückzahlung der Anlegergelder und auch noch eine Rendite erwirtschaften. Dies war, so zeigte sich später, nur in den besten Phasen möglich. 

 

Die Bedeutung der Schifffahrt und die Chancen eines Investments

Auf die Phase des Booms folgte eine mehrjährige Phase der Restrukturierung deutscher Schiffsbeteiligungen. Selbstverständlich war es auch in dieser Phase möglich, gute Ergebnisse zu erzielen, da die Beteiligungen meist zu Bruchteilen der ursprünglichen Werte gehandelt wurden. Doch dieser Markt war einigen wenigen risikobereiten und professionell aufgestellten Akteuren vorbehalten.

Effizientester Transportweg

Auf die Bedeutung der Seeschifffahrt für die Weltwirtschaft hat all dies keinen Einfluss gehabt. Es wurden und werden etwa 90% des Welthandels mit Schiffen transportiert und der Transport auf diesem Wege ist – wie seit mehr als 2.000 Jahren – der effizienteste, den wir zur Verfügung haben.

Aus deutscher Sicht dürfen wir feststellen, dass sowohl ein Großteil unserer Konsumgüter als auch viele Vorprodukte für unsere Industrie per Container ins Land kommen. Rohstoffe wie Kohle, Erz oder auch Weizen werden von Massengutfrachtern (Bulkern) geliefert und Öl, Gas oder deren Derivate benötigen Tanker, um uns aus den Herkunftsländern zu erreichen. Schwerlastschiffe transportieren die für die Energiewende notwendigen Windkraftanlagen, Turbinen oder andere Lasten, die nicht im Container befördert werden können und sind für uns und unsere Wirtschaft unverzichtbar, bei zunehmender Bedeutung. 

Der Wegfall deutschen Eigenkapitals und auch die Verringerung des Fremdkapitalangebotes (Rückzug zuvor wichtiger Banken) haben jedoch dazu beigetragen, dass der Markt seit Jahren nur begrenzt mit Kapital versorgt wird. Damit war er weniger abhängig von der Zins- und Geldpolitik der Notenbanken, die so massiven Einfluss auf die Bewertung von Anleihen, Aktien und auch Immobilien hatten. Zudem bewegen sich die Bewertungen auf einem moderaten Niveau. Seit vielen Jahren wird für ein Schiff das sechs- bis zehnfache der Jahrescharterrate (jährliche Bruttoeinnahmen) bezahlt. Und dies bei einer Gesamtnutzungsdauer von 20 Jahren und mehr. Zielrenditen von 10 – 15% p.a. sind also realistisch anzunehmen, ohne eine besondere Fantasie für die künftige Entwicklung der Schiffspreise oder Charterraten entwickeln zu müssen.

Schiffswerte von langfristigen Trends dominiert

Schiffe können, in einem eingeschränkt transparenten Markt, von anderen Eignern erworben werden (Second-Hand-Transaktionen). Die Bewertung des Schiffes ist keinesfalls leicht, auch wenn es Richtwerte gibt, die über Datenbankanbieter zugänglich sind. Hierfür ist geschultes Personal erforderlich, das im Interesse des Käufers handeln muss. Den richtigen Zeitpunkt für den Kauf zu finden ist ähnlich dem Unterfangen dies z.B. am Aktienmarkt zu versuchen. Langfristige Trends lassen sich dagegen durchaus erkennen, vorausgesetzt man verfügt über die notwendigen Einblicke in den Markt.

Alternativ müssen Schiffe bei einer qualifizierten Werft (deren Anzahl auch global begrenzt ist) in Auftrag gegeben werden (Neubauprojekte) und werden dann, nach einer Bauzeit von ca. 2 Jahren, abgeliefert und an den Eigentümer übergeben. Dieser Prozess ist nicht nur langwierig, sondern auch sehr aufwendig und mit vielen Fallstricken versehen. Da jedes Jahr Schiffe aufgrund ihres Alters oder aufgrund von Schäden aus dem Markt gehen und so in bestimmten Segmenten strukturelle Versorgungslücken entstanden oder absehbar sind, trägt der Schiffsneubau dazu bei, dass der Markt auch zukünftig mit den benötigten Schiffen versorgt wird. 

Aufgrund der Tatsache, dass von der Planung des Schiffes bis zur Aufnahme des Betriebes einige Jahre vergehen und das Alter der Flotten bekannt ist, kann die Angebotsseite im Schifffahrtsmarkt relativ gut vorhergesagt werden.

Die Nachfrageseite, die wesentlich von der Konjunktur und dem Welthandel abhängig ist, können Schiffsexperten selbstverständlich nicht präzise vorhersagen. 

Bestimmte Trends sind jedoch auch hier erkennbar, wenn es z.B. um ebenfalls langfristige Projekte – etwa im Bereich der Infrastruktur – geht, die gleichermaßen über viele Jahre geplant und umgesetzt werden. Genannt sei als Beispiel die Transformation in der Energieversorgung und ganz konkret der Bau von Windparks auf See. Für den Transport der Windkraftanlagen, die regelmäßig in China gebaut werden, werden Schwerlastschiffe (Heavylift- oder MPP-Schiffe) benötigt. Die Flotte dieses Schiffstyps ist jedoch erkennbar überaltert und die Angebotsseite dürfte sich – aufgrund der wenigen Neuablieferungen – in den nächsten Jahren weiter verknappen. Die Nachfrageseite, zumindest im Bereich der Energieinfrastruktur, dürfte weiter anziehen. Genauso ist heute schon zu erkennen, dass es für neue Windparks oder Energieinseln an Versorgungsschiffen mangeln wird. Fehlende Versorgungsschiffe wurden von einem dänischen Windkraftunternehmen jüngst als einer der Gründe genannt, aufgrund derer bereits geplante Projekte abgesagt wurden. Spannenderweise zeigen sich die Folgen einer schwachen Angebotsseite mit Versorgungsschiffen ebenfalls in der Öl- und Gasindustrie. Auch hier wurde in den vergangenen Jahren zu wenig investiert und die Förderung der Rohstoffe auf See nimmt weiter zu. In der Folge sind die Preise für verfügbare Plattformversorger massiv gestiegen, ebenso die Charterraten in diesem Segment. 

Altersstruktur der Flotte (Heavylift-/MPP-Schiffe)

Planbare Renditen von 10% und mehr und realisierte Renditen von einigen hundert Prozent in den letzten Jahren sind selbstverständlich nicht risikolos zu vereinnahmen. 

Die Risiken und ein mögliches Risikomanagement

Auf die allgemeinen Risiken einer unternehmerischen Investition wird hier bewusst verzichtet, um auf die spezifischen Risiken eines Schifffahrtsinvestments eingehen zu können. Genannt seien das Risiko eines abnehmenden Welthandels (bedingt durch die Konjunktur oder eine Abschottung großer Im- oder Exportländer), oder Fehlplanungen, die nie ganz ausgeschlossen werden können.

Einige augenscheinliche Risiken, von kleineren Schäden an der Hülle bis hin zum Untergang eines Schiffes, können versichert werden. Hierzu ist ein professionelles Management der Versicherungen notwendig, das im Interesse der Eigentümer durchgeführt werden muss (z.B. durch eigenes, hierfür geschultes Personal).

Schiffsausfall managen

Ein wesentliches Risiko stellt der Ausfall des Schiffes – meist aus technischen Gründen – dar. Schiffe werden i.d.R. von der Eigentümergesellschaft an ein Unternehmen verchartert, das dann wiederum Ladung sucht oder diese selbst zu befördern hat. Diese Charterer zahlen für die Betriebstage eine feste Charterrate oder auch eine variable Vergütung, die von einem Index abhängig gemacht werden kann. In beiden Fällen wird für Ausfalltage i.d.R. nicht bezahlt. Diese bedeuten verminderte Einnahmen und ggfs. zusätzliche Kosten für Reparaturen, wobei die laufenden Kosten des Eigentümers für das Schiff weiterhin gedeckt werden müssen. Die – eingangs beschriebene – Begutachtung des Schiffes beim Kauf und ein professionelles technisches Management im laufenden Betrieb sind Möglichkeiten zum Risikomanagement. Mit einer „eigenen“ Crew auf dem Schiff erfährt der Eigner am zuverlässigsten und schnellsten von möglichen Problemen und bleibt über den Zustand seines Schiffes auf dem Laufenden. Daher ist es relevant zu beachten, wer das sog. „Crewing“, also die Personalversorgung des Schiffes betreibt. 

Da der Eigentümer seine Schiffe i.d.R. wie oben beschrieben verchartern wird, ist die Zahlungsfähigkeit des Charterers von besonderer Bedeutung. Schon vor einem möglichen Zahlungsausfall des Charterers kann es zu Problemen kommen, wenn etwa die Charterpreise für vergleichbare Schiffe stark fallen. Ab einem gewissen Punkt steigt die Bereitschaft der Charterer – trotz eines dann drohenden Rechtsstreits – zumindest nachverhandeln zu wollen, oder schlicht die Zahlungen einzustellen. Hiergegen gibt es keine sinnvolle Versicherung und auch dieses Risiko kann nie vollständig ausgeschlossen werden. Eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Eigentümer mit den jeweiligen Charterern sollte das Ausfallrisiko mindern. Ferner können zusätzliche Sicherheiten (neben der Haftung der Gesellschaft des Charterers) vereinbart werden, oder der Charterer beteiligt sich sogar selbst am Eigenkapital der Schiffsgesellschaft und hat damit eigenes Interesse am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmung.

In den allermeisten Fällen dürfte ein Schiff nicht vollständig mit Eigenkapital finanziert werden. Dann kann es u.U. dazu kommen, dass steigende Zinsen ein Risiko für die Unternehmung darstellen. Ob Absicherungen oder längerfristige Zinsbindungen sinnvoll sind, gilt es im Einzelfall abzuwägen.

Bei Neubauprojekten müssen die bereits indirekt beschriebenen vertraglichen Beziehungen, z.B. mit dem Charterer und der finanzierenden Bank zusätzlich auf den Schiffsbauvertrag mit der beauftragten Werft abgestimmt werden. Damit soll verhindert werden, dass beispielsweise ein Schiff verspätet von der Werft abgeliefert wird und dann der Charterer noch abspringen kann und das Schiff ohne eine Beschäftigung bei den Eigentümern liegt. 

Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass den Chancen einer zweistelligen Rendite einige wesentliche unternehmerische Risiken gegenüberstehen, die bis hin zum Totalverlust des Eigenkapitals führen können. 

Im Gegenzug lagen die Renditen in den vergangenen Boomjahren auch regelmäßig im hohen zweistelligen oder auch dreistelligen Bereich. 

Als fachfremder Investor ist dringend darauf zu achten, einen erfahrenen Partner an der Seite und „mit im Boot“ zu haben.

Investitionsmöglichkeiten

Der „klassische“ Weg über die Zeichnung eines regulierten Investmentfonds steht Anlegern auch heute offen. Das Angebot ist jedoch stark begrenzt (regelmäßig liegen die Mindestanlagesummen bei TEUR 200) und sowohl die Regulierung als auch der Vertrieb der Fonds bringen Kosten mit sich. Diese Kosten dürfen keine übermäßige „Vorbelastung“ der Investition darstellen, es muss am Ende ein möglichst großer Teil des Anlegerkapitals in das Schiffsinvestment selbst fließen. Ob ein solcher Fonds den Anforderungen an die gewünschte Transparenz erfüllt, muss jeder Anleger für sich entscheiden, ebenso sollte man sich die Frage stellen, ob der Initiator ausreichend incentiviert ist, den Erfolg der Investition voranzutreiben und weniger auf den Vertrieb des Produktes an sich konzentriert zu sein.

Der Kauf bestehenden Fonds am Zweitmarkt ist weiterhin möglich. Hier ist die Frage, ob der jeweilige Investor sich in der Lage sieht, das Investment ausreichend gut beurteilen zu können. Auch hier ist das Angebot begrenzt und nimmt – mit der zunehmenden Abwicklung älterer Investmentfonds – tendenziell ab. Die Preisfindung bleibt darüber hinaus eine Herausforderung, bei der ein vertrauensvoller Makler helfen kann. 

Vermögende Privatpersonen, Family Offices, Stiftungen und vereinzelt auch institutionelle Investoren haben in den vergangenen Jahren – teilweise allein, teilweise mit Partnern – in einzelne Schiffe oder kleine Flotten investiert. So kann die größtmögliche Individualität bei der Ausgestaltung der Investition erreicht werden. Definierte Mindestanlagesummen gibt es nicht, i.d.R. dürften sechs- oder siebenstellige Beiträge je Partner gefordert sein. Bei kleinen „Club Deals“ ist der Investorenkreis überschaubar und die Interessen der unterschiedlichen Parteien klar zu erkennen. Bei einem direkten Investment sind auch die Kosten am niedrigsten. Bei solchen Transaktionen – ohne einen regulatorischen Rahmen – ist jeder einzelne Investor in der Verantwortung, die Verträge und das Projekt insgesamt zu verstehen und zu beurteilen. Die Wahl der Partner ist von besonderer Bedeutung.

Fazit

Schiffe waren und sind ein Sachwerteinvestment mit klarem Sinn und Zweckbestimmung, sie sind von enormer Bedeutung für unsere Wirtschaft und die Seeschifffahrt ist weiterhin der effizienteste Weg des Warentransports.

Investitionen in Schifffahrtsprojekte versprechen zweistellige Renditen bei entsprechenden unternehmerischen Risiken. Sie waren in der Vergangenheit deutlich weniger abhängig von der globalen Zinsentwicklung und können eine sinnvolle Diversifikation im Gesamtvermögen darstellen. Wobei auch innerhalb der Anlageklasse durch die Beteiligung an verschiedenen Schiffstypen diversifiziert werden kann (und sollte).

Für deutsche Anleger (Privatpersonen und Personengesellschaften) ist eine fast steuerfreie Vereinnahmung der potenziellen Gewinne möglich. Auch gibt es Möglichkeiten, Schiffsinvestments im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge – unter bestimmten Umständen – (ganz oder teilweise) steuerfrei zu übertragen (Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen). Die steuerlichen Anreize dürfen den Blick auf die Wirtschaftlichkeit der Investition dabei nicht verdecken.

Für den Erfolg einer Investition und zur Vermeidung „handwerklicher“ Fehler ist es förderlich und ratsam, gemeinsam mit einem Partner zu investieren, der über umfangreiche Erfahrungen verfügt und bereits Erfolge bei abgeschlossenen Projekten vorweisen kann. Daneben muss auf eine kostengünstige und möglichst transparente Durchführung der Investition geachtet werden. Von besonderer Bedeutung ist die Interessengleichheit der (Co-)Investoren mit dem initiierenden Partner. Ein nennenswerter Beitrag des Projektinitiators zum Eigenkapital ist hierfür ein wichtiger Garant. 

Patrick Alm, LL.M.

Geschäftsführender Gesellschafter 

Coventum Capital Partners GmbH & Co. KG

Hamburg, den 12. März 2024

 
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Eine kurze Geschichte des Geldes

Eine kurze Geschichte des Geldes

Dr. Nicholas Ziegert

23. Februar 2024

1. Tauschwirtschaft

Geld war wahrscheinlich nach der Erfindung des Feuermachens, des Ackerbaus und der Domestizierung von Haustieren eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit. 

Der Grund ist einfach: Geld hat Arbeitsteilung erst in dem Ausmaß für die Menschen  möglich gemacht, dass sich viele Berufe entwickeln konnten. In Anfängen konnte zwar auch die Tauschwirtschaft dem Fischer ermöglichen, Milch vom Milchbauern eingetauscht zu bekommen. Die Tauschwirtschaft hat sich aber nur auf die fundamentalen Lebensgrundlagen bzw. Nahrungsmittel konzentriert und war von Zufällen abhängig, was es gerade gab.

Mit dem Geld, was ein Spezialist, z.B. für das Schmieden erhielt, konnte er alles einkaufen, unabhängig davon, ob z.B. der Milchbauer gerade ein Schwert benötigte. Geld ist also ein universelles Tauschmittel, eine Art Gutschein oder eine Wertaufbewahrung, mit der man sich anderes kaufen kann. 

Bei Homer waren übrigens Rinder eine Grundlage für die Berechnung anderer Gegenstände im Tauschhandel. Der spätere lateinische Begriff pecunia für Geld leitet sich auch deshalb vom Wort für Vieh ab, nämlich pecus.

Der Wandel von Tauschgegenständen zu Geld war fließend. Erst wurden mutmaßlich kleinere, transportable Dinge, die von vielen als wertvoll angesehen wurden, als Geld genutzt. 

Ein schönes Beispiel ist das Muschelgeld bzw. Kaurimuscheln aus Afrika oder Polynesien. In unseren Breitengraden hat man gern Tierfellen, Steinkeilen oder Waffen getauscht. Später fanden die Menschen Edelmetalle wie Silber, Gold oder Bronze und nutzten diese als Geld. 

Dieses sog. Warengeld war nicht nur wichtig vor vielen Jahrhunderten, sondern auch in der Neuzeit in Krisenlagen. U.a. nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Reichsmark wertlos wurde, wurde wieder getauscht – und zwar mit Zigaretten.

2. Die Erfindung der Münzen

Als Ursprungsland für die Münzen gilt Lydien (heute der Ostteil der Türkei) vor über 2.700 Jahren. Goldfunde wurden platt geklopft und ein Zeichen von Tieren oder mythologischen Figuren und später des Königs wurde eingeritzt oder gestempelt. Diese Idee erwies sich als so bahnbrechend, dass sich das Prinzip Münze schnell über den ganzen Mittelmeerraum verbreitet hat. Insbesondere die Händler, wie die Phönizier verbreiteten die Münze. Fürsten und Könige prägten gern Münzen mit ihrem eigenen Konterfei, oder alternativ mit denen von Göttern.

3. Das erste Papiergeld

Aber immer schwere Geldsäcke mit sich rumtragen war auch nicht so jedermanns Sache, jedenfalls nicht in China: hier reichten im 10. Jahrhundert Händler Münzen bei Ihren Fürsten bzw. Regierenden ein und erhielten eine Art Quittung aus Papier, die sie fortan auch zum Bezahlen benutzten. Das Papiergeld war erfunden. Es dauerte aber noch ein paar Jahrhunderte, bis sich diese Idee auch in Europa durchsetzte. Marco Polo schrieb in seinen Reiseberichten über das Papiergeld. Er wusste auch, dass die Ablehnung des Papiergeldes in China unter Strafe stand – der Todesstrafe.

Es gibt aber Historiker, die auch schon bei den nord-ost-europäischen Slawen erste Formen von Papiergeld sahen:  Ebenfalls im 10. Jahrhundert nutzten sie dünne Stofftüchelchen als eine Art Ersatz für Münzen.

4. Trennung von Wert des Geldes und Wert des Materials

Mit dem Papiergeld gab es aber bald neue Probleme. Man muss auf den Wert der aufgedruckten Zahl vertrauen. Viel wert war das Papier ja als Stoff nicht. Papiergeld kann man sich also in der Ursprungsform auch als eine Art Kredit an den Herausgeber vorstellen – besichert – hoffentlich durch echte Münzen oder Edelmetalle.

Papiergeld war vielleicht der erste Sündenfall in der Geschichte des Geldes.  Denn, wer die Macht hatte, Werte zu schaffen, indem auf Papier eine Zahl geschrieben wird, war leicht in Versuchung zu führen. Dies galt sowohl für Fürsten und andere Regierende als auch für Fälscher. 

5. Wirtschaftlich

Wirtschaftlich führte Geld dazu, dass sich erstmals so etwas wie Reichtum – und damit auch die Kehrseite , die Armut – bilden konnte. Seit jeher sammelte sich bei denjenigen Personen besonders viel Geld an, die entweder besondere Talente in ihren Berufen, besonderen Geschäftssinn beim Handel, oder auch Ruch-und Skrupellosigkeit bei ihrem Geschäftsgebaren zeigten.

Einer der reichsten Bürger im Spätmittelalter war Jakob Fugger der Jüngere, dessen Vermögen dasjenige vieler Könige um einiges überstieg und er ihnen sogar Geld leihen musste. So ein bißchen wie Hans im Glück waren die Fugger erst Händler, dann verliehen sie Geld, bekamen für ihre Kredite an Königshäuser im Gegenzug Schürfrechte in Silberminen und legten die Erträge hieraus wieder in der Erweiterung ihrer Geschäfte in ganz Europa an.

Damals entstand auch der Zweig der Geldwechsler und Bankiers. Denn jedes Fürstentum prägte eigene Münzen (das sog. Münzregal ist das Recht Münzen zu schaffen). Es gab keine Standards. Und irgendjemand musste feststellen, wie viel eine Münze eines Fürstentums in der Währung eines anderen wert war.

6. Geld als politisches Instrument

Geld war natürlich auch ein politisches Machtinstrument. Auch Fürsten und Könige mussten Waren und Soldaten bezahlen, Geschenke für andere Fürsten kaufen und sich selbst Schlösser finanzieren. Fürsten verschuldeten sich, um Kriege zu finanzieren, machten die Rückzahlung billiger, indem sie Silbermünzen billigere Metalle beimischten. Später druckten Regierungen ihr Geld um ihre Schulden wegzuinflationieren.

Übrigens stammt die Aussage, Geld stinkt nicht: pecunia non olet – von den öffentlichen römischen Latrinen, die schon damals für die Möglichkeit der Verrichtung der Notdurft Geld bzw. eine Gebühr verlangten.

7. Psychologische Wirkung von Geld

Aus der Glücksforschung nimmt man an, dass man etwa ab einem Betrag von heute etwa EUR 70-80.000 Jahreseinkommen durch mehr Geld nicht mehr proportional glücklicher wird. Das sagt uns folgendes: Kein Geld kann unglücklich machen, weil es Nöte hervorruft. Aber ist Geld erstmal für die notwendigen Dinge im Leben da, kann der Status-Effekt auch anders erreicht werden und zum Glück beitragen, wie etwa durch Applaus, öffentliche Anerkennung, sportliche Leistung, Liebe, kreativer Ausdruck etc.

Aber es ist schon richtig, dass der Status, der aus Geld erzielt wird, für Viele wichtig bleibt, weil es einfach eine einfache Messgröße ist. Zwar zeigt heutzutage niemand sein Bankkonto öffentlich. Aber durch das Zeigen von Luxusgegenständen bzw. eines luxuriösen Lebensstils versteht die Umwelt natürlich schon, wie es mit dem Zaster so steht.

Übrigens gab es bis vor etwa hundert Jahren in vielen Städten – auch in unserer Heimatstadt Hamburg – ein öffentliches Steuerregister, in dem die Zahler der höchsten Steuern (und damit mit den höchsten Einkommen) aufgelistet wurden. Dies war so ein bisschen wie die “500 Reichsten Deutschen”- Liste des Manager Magazins – nur eben offiziell. Ich suche seit Jahren nach einem der letzten Bände dieses Steuerregisters für Hamburg – bitte melden, wer eines zu verkaufen hat!

Geldscheine und Münzen sind aber auch Träger von wichtigen Themen der Regenten oder Nationen.

In der Zeit vor dem Euro, als wir noch Kronen, Lira, Forinth und die Deutsche Mark hatten, sah man die kulturelle Vielfalt Europas schon auf den Geldscheinen. Sie erzählen fast immer die Geschichte eines Landes, oder was dem Land wichtig ist. Zwar bebildert auch die Europäische Union unseren Euro mit wichtigen Bildern aus den Mitgliedstaaten. Die Vielfalt von früher ist jedoch nicht mehr erreicht.

Wichtige Gebäude (in Ägypten die Pyramiden natürlich), Personen (in England die Queen, in Deutschland Clara Schumann oder Carl Friedrich Gauß), oder Ereignisse werden so dargestellt. Taiwan hat die Ausgabe der ersten Taiwanwährung im Jahr 1949 50 Jahre später durch Abbildung dieser Geldscheine auf aktuellen Banknoten gewürdigt und fördert damit den Nationalstolz der relativ jungen Nation.

8. Heute

Heute wacht die Europäische Zentralbank über unser Geld. Sie steuert die Geldmenge – sowohl diejenige, die als Papiergeld im Umlauf ist, als auch das auf Bankkonten befindliche Geld.

Es hat sich nämlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass etwas so wichtiges wie Geld nicht in die Hände von Politikern bzw. Regierenden gehört (siehe oben, die Bundesbank agiert weisungsunabhängig von der Bundesregierung). Deshalb ist die EZB auch unabhängig von politischen Weisungen. Sie soll als Grundlage für die Europäische Wirtschaft Stabilität im Euro halten – mal mehr mal weniger erfolgreich. Als Ziel ist etwa eine Inflation von etwa zwei Prozent vorgesehen. Um diesen Wert schwankte der Euro auch lange – bis die Schuldenkrise Südeuropas, Corona und jetzt die durch den Ukrainekrieg entstandene Inflation von in der Spitze 8% hochschnellen ließ. Das ist aber verglichen mit der Hyperinflation aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts immer noch zahm. Und die Inflation ist jetzt ja auch wieder deutlich gesunken.

Das Geld wird im Wesentlichen über die Geschäftsbanken in den Wirtschaftskreislauf gebracht, indem diese mal leichter, mal schwerer – also günstiger oder teurer – sich selbst refinanzieren können. Das steckt auch hinter den oft in den Nachrichten genannten Informationen über Erhöhung oder Absenkung der sog. Leitzinsen. Wird der Leitzins durch die EZB – oder in den USA durch die FED (US Federal Reserve) – erhöht, wird es für Banken teurer sich zu refinanzieren. Sie können dadurch weniger Kredite an Wirtschaftsunternehmen vergeben, die dadurch weniger investieren oder an die Arbeitnehmer auszahlen können. So wird die Inflation gebremst – aber eben auch die Wirtschaft. Wird der Leitzins gesenkt, kann die Wirtschaft wieder richtig loslegen, aber die Inflation mag auch schneller ansteigen. Letzteres wäre nicht so schlimm, wenn die Gehälter im gleichen Maße stiegen. Der Automatismus existiert aber leider nicht. Ärmere Bevölkerungsschichten leiden deshalb oft mehr durch eine hohe Inflation, weil alles teurer wird, als dass sie von einem Wirtschaftsboom profitieren. Hier müssen die Gewerkschaften dann ran und in Lohnrunden einen Ausgleich zur Inflation aushandeln.

9. Geld in Zukunft

Währungen sind in der jüngsten Vergangenheit weniger neu geschaffen, jedoch auch weniger verschwunden als in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten. Was sich jüngst verändert hat, ist der digitale Weg, den das Geld als “Wertverrechnungsgröße” nimmt, über eine Smartwatch an der Supermarkt-Kasse, oder über wenige Klicks im Internet.

Bitcoin oder andere Kryptowährungen haben das sog. Fiat-Geld nicht ersetzt. Die EZB wappnet sich jedoch bereits und hat die Einführung eines digitalen Euros angekündigt. Ob und wie dies unser Leben mit Geld verändert, wird die Zukunft zeigen.

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