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Vermögensreporting –
Welcher Anbieter passt zu meinem Geschäftsmodell?
Ein Marktüberblick für Finanzberater, Family Offices, Banken und professionelle Dienstleister in Deutschland | Stand: Juni 2026
Wer das Vermögen anspruchsvoller Mandanten professionell betreut, steht früher oder später vor derselben Frage: Wie schaffe ich Transparenz über ein Portfolio, das sich aus börsennotierten Wertpapieren, Private-Equity-Beteiligungen, Immobilien und womöglich Kryptowerten zusammensetzt – und das bei Mandanten, die ihr Vermögen über mehrere Depots, Banken und Länder verteilt haben?
Die Antwort liegt in leistungsfähiger Vermögensreporting-Software. Doch der Markt ist unübersichtlich: Anbieter unterscheiden sich erheblich in Funktionsumfang, Zielgruppe, Investorenstruktur, Einstiegshürden und Preis-Leistungs-Verhältnis. Dieser Beitrag gibt einen strukturierten, unabhängigen Überblick – mit aktuellen Angaben zu Preisen, wo diese öffentlich verfügbar sind.
Die Herausforderungen beim Vermögensreporting
1. Heterogene Assetklassen unter einem Dach
Moderne Vermögensstrukturen sind selten monolithisch. Ein typisches HNWI-Portfolio umfasst heute mindestens:
Hinzu kommen Luxusinvestments, z.B. in Kunst, Oldtimer, Yachten oder Edelmetalle.
Jede dieser Assetklassen hat eigene Datenformate, Bewertungsrhythmen und Renditemetriken. Eine integrierte Reportinglösung muss all das normalisieren und in einer einheitlichen Systematik vergleichbar machen.
2. Heterogene Datenquellen und Schnittstellen
Die Herausforderung beginnt bei der Datenbeschaffung: Banken liefern MT940-Dateien, SWIFT-Nachrichten oder PDF-Depotauszüge. Manche bieten PSD2/Open-Banking-APIs an – aber Qualität und Vollständigkeit variieren erheblich. PE-Fonds liefern quartalsweise Capital Account Statements als PDF. Kryptobörsen stellen APIs bereit, die in der Praxis oft instabil oder nur sporadisch gepflegt sind. Immobilienverwaltungen exportieren Excel-Tabellen. Ein robustes Daten-Aggregations- und Normalisierungs-Framework ist daher das technische Herzstück jeder professionellen Reporting-Lösung.
3. Aufbereitung in entscheidungsrelevante Übersichten
Rohdaten allein sind wertlos. Entscheidend ist die Überführung in mandantentaugliche Übersichten: Gesamtvermögensentwicklung im Zeitverlauf, Asset-Allokation nach Klassen und Regionen, Renditemessung nach Zeitgewichtung (TWR) und Geldgewichtung (MWR/IRR), Währungsexposure, steuerlich relevante Erträge, Benchmark-Vergleiche, Liquiditätsplanung, Kostentransparenz. Professionelle Software liefert diese Reports auf Knopfdruck – im besten Fall individuell im Corporate Design des Beraters oder der Bank.
4. Einheitliche Systematik als Steuerungsbasis
Vermögensreporting ist kein Selbstzweck. Es dient der strategischen Steuerung: Liegt die Asset Allocation noch im Zielkorridor? Überschreiten einzelne Positionen definierte Risikobudgets? Welche Portfoliobausteine haben sich unterdurchschnittlich entwickelt? Nur eine einheitliche, konsistente Datenbasis ermöglicht fundierte Entscheidungen – und die laufende Kontrolle in Kunden- und Mandantengesprächen.
Wer benötigt Vermögensreporting-Software?
Der Bedarf zieht sich durch nahezu alle Berufsgruppen der Finanz- und Beratungsbranche. Die Anforderungsprofile unterscheiden sich dabei erheblich:
Nutzergruppe | Typischer Anwendungsfall |
Privatkunden / HNWIs | Ganzheitliche Vermögensübersicht über Banken, Depots und Sachwerte hinweg; unabhängig von der Hausbank |
Single Family Offices (SFO) | Reporting für eine Familie; Konsolidierung aller Vermögenswerte inkl. Beteiligungen, Immobilien, Kunst |
Multi Family Offices (MFO) | Mandantenreporting für mehrere Familien auf einer skalierbaren, mandantenfähigen Plattform |
Privatbanken / Wealth Management | Professionelles Client Reporting als Differenzierungsmerkmal; White-Label gegenüber Endkunden |
Unabhängige Vermögensverwalter | Portfolioüberwachung, MiFID-Compliance, Performance-Messung im laufenden Mandatsverhältnis |
Finanzberater / Honorarberater | Unabhängige Beratungsunterlage auf Basis konsolidierter Gesamtdaten; Beratungsdokumentation |
Rechtsanwälte | Vermögensübersichten in Nachlassverfahren, Erbauseinandersetzungen, Scheidungsfolgesachen, Stiftungsrecht |
Steuerberater / WP | Steuerlich relevante Erträge, Gewinnermittlung, Beteiligungsbewertungen für Jahresabschlusszwecke |
Holdinggesellschaften | Konsolidiertes Beteiligungsreporting auf Holdingeben; Steuerung nach AuM und Cashflow |
Stiftungen | Anlagerichtlinienüberwachung, Transparenz für Vorstand/Aufsichtsgremium, Stiftungsbuchhaltung |
Entscheidungskriterien im Überblick
Bei der Wahl der richtigen Software empfehlen wir, folgende elf Dimensionen systematisch zu vergleichen:
Marktvergleich: Alle Anbieter auf einen Blick
Anbieter | Bedienbarkeit | Preis-Leistung | Individua-lisierbarkeit | Asset-klassen-abdeckung | Krypto | PE / Illiquide | Einstiegspreis p.M. | Implementier-aufwand | Primäre Zielgruppe | Investoren-struktur |
OWNLY FinTech GmbH | ★★★★★ | ★★★★★ | ★★★★☆ | ★★★★☆ | Ja | Ja | ab 350 € | Niedrig | SFO, Finanz-berater, RA/StB | Mittel-ständisch, keine PE-Inv. |
finaplus GmbH (inkl. wealthpilot) | ★★★★☆ | ★★★☆☆ | ★★★☆☆ | ★★★★☆ | Begrenzt | Ja | Keine öffentl. Angaben | Mittel | Banken, Berater, MFO | Alpina Partners (PE) |
fincite GmbH | ★★★★☆ | ★★★☆☆ | ★★★★☆ | ★★★★☆ | Begrenzt | Ja | Keine öffentl. Angaben | Hoch | Banken, Privat-banken, MFO | Externe Investoren |
Etops Group AG | ★★★☆☆ | ★★★☆☆ | ★★★★☆ | ★★★★★ | Begrenzt | Ja | Keine öffentl. Angaben | Hoch | Banken, Vermögens-verwalter | Pollen Street Capital |
QPLIX GmbH | ★★★★☆ | ★★★☆☆ | ★★★★★ | ★★★★★ | Ja | Ja | AuM-abhängig, Keine öffentl. Angaben | Hoch | SFO/MFO, Privat-banken | Deutsche Bank, Partech |
iComps GmbH | ★★★☆☆ | ★★★☆☆ | ★★★☆☆ | ★★★☆☆ | Nein | Ja | Keine öffentl. Angaben | Mittel | Vermögens-verwalter, Family Offices | Keine bekannten externen Inv. |
Bewertung: ★★★★★ = hervorragend · ★★★★☆ = gut · ★★★☆☆ = durchschnittlich · Preisangaben: öffentlich verfügbare Quellen, Stand Juni 2026
Die Anbieter im Einzelporträt
1. OWNLY FinTech GmbH | ownly.de Gegründet: 2015, Hamburg | Sitz: Hamburg | Team: < 25 Mitarbeitende Investorenstruktur: Inhabergeführt und mittelständisch. Keine institutionellen PE-Investoren. Finanziert durch private Gesellschafterfamilien seit 2023. Stärken:
Schwächen:
Primäre Zielgruppe: Finanzberater, Honorarberater, Rechtsanwälte, Steuerberater, Single Family Offices, HNWIs, Holdinggesellschaften, Stiftungen Preisinformation: Ab 350 €/Monat (öffentlich kommuniziert). Individuelle Pakete für RA/StB auf Anfrage. Kein AuM-abhängiges Preismodell. |
2. finaplus GmbH (inkl. wealthpilot GmbH) | finaplus.de · wealthpilot.com Gegründet: Finaplus 2023 (Fusion FinaSoft + PSplus); wealthpilot 2017 München → Übernahme Dez. 2025 | Sitz: Mainz / München | Team: ca. 100+ Mitarbeitende Investorenstruktur: Investor: Alpina Partners (PE). Wealthpilot wurde im Dezember 2025 von Finaplus übernommen. Zusammen bildet die Gruppe über 600 Mrd. EUR AuM ab. Stärken:
Schwächen:
Primäre Zielgruppe: Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, unabhängige Vermögensverwalter, Multi Family Offices Preisinformation: Keine öffentlichen Preisangaben. Individuelle Lizenzverhandlung, typischerweise auf institutionellen Betrieb ausgerichtet. |
3. fincite GmbH | fincite.de Gegründet: 2015, Frankfurt am Main | Sitz: Frankfurt am Main | Team: ca. 80 Mitarbeitende Investorenstruktur: Externe Investoren vorhanden (Mehrere Finanzierungsrunden). Ausgezeichnet als WealthTech100 und ESGFintech100 (2024), Fintech Germany Award 2024. Stärken:
Schwächen:
Primäre Zielgruppe: Privatbanken, Vermögensverwalter, Multi Family Offices, digitale Challenger-Banken Preisinformation: Keine öffentlichen Preisangaben. Modularer Aufbau; Einzelmodule (z. B. nur Reporting) buchbar. |
4. Etops Group AG (inkl. niiio finance group AG) | etops.com Gegründet: 2010, Zürich/München | Sitz: München (D-Einheit), Görlitz, Zürich (CH) | Team: 250+ Mitarbeitende (Gruppe) Investorenstruktur: Pollen Street Capital (britischer PE-Investor). Teil einer europäischen Konsolidierungsgruppe (gegr. Dez. 2023). Weitere Beteiligungen: Fundsaccess, FundHero, Patronas, DSER (niiio). Stärken:
Schwächen:
Primäre Zielgruppe: Banken, Asset Manager, größere Vermögensverwalter, Family Offices mit institutionellem Anspruch Preisinformation: Keine öffentlichen Preisangaben. Institutionelle Lizenzgestaltung; Demo auf Anfrage. |
5. QPLIX GmbH | qplix.com Gegründet: 2012, München | Sitz: München | Team: 120+ Mitarbeitende Investorenstruktur: Deutsche Bank (strategische Beteiligung seit 2019); Partech (internationaler VC/PE, seit 2024). Beide halten gemeinsam eine Minderheitsbeteiligung. Gründergeführt. Stärken:
Schwächen:
Primäre Zielgruppe: Single und Multi Family Offices, Privatbanken, institutionelle Vermögensverwalter, Stiftungen, Fonds Preisinformation: AuM-abhängiges Preismodell (monatliche Gebühr skaliert mit Komplexität und Größe der verwalteten Vermögen). Keine öffentlichen Pauschalpreise. |
6. iComps GmbH | icomps.de Gegründet: 1996, Bad Schwalbach | Sitz: Bad Schwalbach (Hessen) | Team: ca. 20–30 Mitarbeitende Investorenstruktur: Keine bekannten externen institutionellen Investoren; inhabergeführt. Ältester Anbieter im Vergleich – mit entsprechender Marktreife und konservativer Entwicklungsstrategie. Stärken:
Schwächen:
Primäre Zielgruppe: Banken, Family Offices, Treuhandgesellschaften, Vermögensverwalter, Steuerberater Preisinformation: Keine öffentlichen Preisangaben. Preismodell nach Nutzern und Modulen (ähnlich PSplus-Ansatz). |
Exkurs: Inhabergeführt vs. PE-finanziert – was bedeutet das für Kunden?
Ein Aspekt, der bei der Auswahl häufig unterschätzt wird: die Eigentümerstruktur des Anbieters. Er hat direkten Einfluss auf Pricing, Produktstrategie und langfristige Partnerschaftsperspektive.
PE-finanzierte Anbieter: Wealthpilot/finaplus (Alpina Partners), etops (Pollen Street Capital) und QPLIX (Deutsche Bank / Partech) haben institutionelle Investoren aufgenommen. Das bringt Wachstumskapital, aber auch einen veränderten Fokus: Skalierbarkeit und Exit-Optimierung treten neben oder an die Stelle reiner Produktentwicklung. Preise und Vertragsbedingungen können sich im Zuge weiterer Konsolidierungsschritte ändern. Kunden, die bei fincite oder etops neu einsteigen, sollten die laufenden M&A-Aktivitäten im Blick behalten. |
Inhabergeführte Anbieter: OWNLY FinTech und iComps sind inhabergeführt ohne institutionelle PE-Investoren. Das bedeutet direktere Entscheidungswege, stabilere Vertragsbedingungen und eine Produktstrategie, die nicht unter Exitdruck steht. Für Kunden, die eine langfristige, verlässliche Partnerschaft suchen, ist das ein relevantes Differenzierungsmerkmal – insbesondere dann, wenn die Abhängigkeit vom Softwareanbieter durch tief integrierte Datenprozesse hoch ist. |
Fazit: Die passende Lösung je nach Geschäftsmodell
Die Wahl der richtigen Vermögensreporting-Software hängt von Geschäftsmodell, Mandantenstruktur, Budget und IT-Ressourcen ab. Eine pauschale Antwort gibt es nicht – aber klare Muster:
Wenn Sie wissen möchten, ob OWNLY zu Ihrem spezifischen Geschäftsmodell passt, sprechen Sie uns gerne direkt an. Wir bieten eine kostenlose Erstberatung und eine individuelle Demo – ohne Vertriebsdruck.
OWNLY FinTech GmbH · Gertrudenstraße 9 · 20095 Hamburg · www.ownly.de · contact@ownly.de · Tel: +49 40 2093241 70
Angaben zu Mitbewerbern basieren auf öffentlich verfügbaren Quellen (Unternehmenswebsites, Pressemitteilungen, Fachpresse) mit Stand Juni 2026. Preisangaben Dritter ohne Gewähr.
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