Vergangenheit trifft Zukunft: Behind the Scenes of a Start-Up

Marla Korth

30. September 2020

In der Vergangenheit haben wir bereits das eine oder andere Mal von den Herausforderungen berichtet, die es mit sich bringt, klein zu sein. Klein im Sinne von jung. Klein im Sinne von innovativ und neu und im Sinne eines Start-Ups, welches sich im Markt erst noch positionieren und behaupten muss.

 

5 Jahre.

…ist OWNLY und die dahinterstehende W&Z FinTech nun alt. Kein Kleinkind, sondern vielmehr ein Jugendlicher, der sein Ziel zwar vor Augen hat, jedoch noch am Anfang eines spannenden Weges steht. Doch der Teenager ist auch frei, kreativ, offen und vor allem will er vieles anders machen, als die Generation vor ihm. Wir auch.

Start-Ups haben es sich, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Fahnen geschrieben, einen Neubeginn zu wagen, (neu entstandene) Kundenbedürfnisse zu befriedigen und Herausforderungen zeitgemäß und unter Zuhilfenahme digitaler Technologien und allerhand lustig klingender Prozesse (Sprints, Design Thinking, Agile Coaching) zu meistern. Dem Klischee zufolge ist außerdem immer Casual Friday, in der Mittagspause wird Tischkicker gespielt und um 16 Uhr das erste Feierabendbier geöffnet.

Start-Up bedeutet übersetzt Anfang und am Anfang steht meist wenig mehr als eine gute Idee und viel Motivation. Im Laufe der Zeit nimmt diese Idee physische Form an und so stehen wir nun nach fünf Jahren vor einem formfertigen Produkt, welches sich jedoch im stetigen Wandel befindet. Während OWNLY – der junge Teenager – also konstant weiterentwickelt und optimiert wird, auch mal neue Wege einschlägt, die sich vor ihm auftun, und so von einer mobilen App zu einem komplexen Dashboard wird, sehen wir uns gleichzeitig mit einer weiteren Challenge, wie es so schön heißt, konfrontiert. Es gilt, das Produkt unter Berücksichtigung unseres limitierten Budgets bekannt zu machen und an unsere Zielgruppe heranzutragen. Die größere der Hürden ist es also nicht, eine gute, hilfreiche Innovation zu schaffen, sondern jene anzutreffen, für die der Mehrwert von OWNLY so groß ist, dass sie sich von alten Mustern – und diese können sehr hartnäckig sein – verabschieden und sich ihnen noch unbekannten Technologien zuwenden. Puh.

Anders sein – das ist es, womit man Aufmerksamkeit generiert. Der Blick des Zuschauers richtet sich nicht auf die graue Gestalt auf der anderen Straßenseite sondern vielmehr auf jenen, der bunt gekleidet und mit einer Stereoanlage auf der Schulter, aus der die Hits der 80er dröhnen, durch die Fußgängerzone wandert.

Doch OWNLY ist kein regenbogenfarbener Enthusiast mit einem Faible für Musik des vergangenen Jahrhunderts. Es ist vielmehr der leise Assistent, der immer da ist, wenn man ihn braucht, sich sonst aber bewusst im Hintergrund hält. Die Idee mit der Stereoanlage wurde also aussortiert.

 

680.000 Goldmark.

…kostete der Bau des Seglers, der in den vergangenen Wochen große Schlagzeilen machte. Die Rede ist von der Peking, einer Anfang des letzten Jahrhunderts vom Hamburger Reeder Laeisz in Auftrag gegebener Viermaster, der in seiner langen Karriere bereits viel sah. Doch in Folge der Weltwirtschaftskrise verkaufte der Eigentümer das Schiff nach London, wo es als Ausbildungsschiff genutzt und schließlich bei einer Versteigerung von den USA erworben wurde. Doch nach knapp 40 Jahren wurde es im New Yorker Hafen, wo die Peking bis dato ungenutzt verweilte und die Zeichen der Zeit ihr zugesetzt hatten, zu eng und der historische Segler wurde für symbolische 100€ von der Stadt Hamburg zurückgekauft, wo er nun alters- und wertgemäß im Museumshafen ausgestellt und von Liebhabern bewundert werden sollte.

 

38 Millionen Euro.

…mussten allerdings zuvor in ihre Restauration und Instandsetzung investiert werden. Immerhin war der Kaufpreis ein wahres Schnäppchen.

Welcher Zusammenhang nun also zwischen einem historischen Segler und einem wahren Jungspund der Gründerszene besteht? Keiner. Zumindest zunächst.

Doch beim Marketing geht es primär darum, Dinge neu einzurahmen, einen neuen Bezug zwischen möglicherweise konträren Objekten herzustellen und auf diese Weise das Augenmerk der Kunden auf sich selbst zu richten. Ein Baumarkt und ein schwarz-orangenes Eichhörnchen? Die schwedische Flagge und ein Möbelhaus?

Nur Beispiele, wie neue Assoziationen durch die Nutzung eigentlich zusammenhangsloser Objekte für eigene Marketingzwecke geschaffen wurden.

5 Jahre vs 109 Jahre? | Jung vs Alt? | OWNLY & die Peking?

Passt also.

Die Überführung des Seglers von der Werft in Brunsbüttel, wo in den letzten vier Jahren liebevoll an der Wiederherstellung ihres ehemaligen Abbilds gearbeitet worden war, in ihren endgültigen Verweilort im Hamburger Museumshafen bat für uns eine interessante Möglichkeit, auf eine dezente und trotzdem wirkungsvolle Weise Marketing zu betreiben. Denn ab Blankenese war das Elbufer von zahllosen bunten Gestalten gesäumt, die sehnsüchtig darauf warteten, dass die Peking zurück nach Hause kam. Alle würden uns sehen.

Doch die Begleitung erfolgte nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser, wo sich eine Parade an kleinen und großen, Segelschiffen und Motorbooten, geschichtsträchtigen und jungen Booten gebildet hatte. Wir mittendrin.

Still und geschmackvoll, nur einer von vielen aber mit einem kleinen Unterschied: Wetterfest mit OWNLY-Cap und -Windjacke, unser Boot mit einer Flagge versehen, auf welcher unser Logo zu sehen war. Es war kein lauter Auftritt aber einer, der für die richtigen Leute richtig spannend sein konnte. Der stille Assistent segelt in der Gruppe mit, er schwimmt mit dem Strom. Doch wenn man genau hinsieht, ist er anders als die anderen.

Beim Marketing geht es darum, die richtige Zielgruppe am richtigen Ort zu treffen. Bestenfalls noch in der richtigen Verfassung. Wen wir trafen? Wissen wir nicht. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass wir auffielen, dass sich gefragt wurde, wofür dieses OWNLY wohl zu stehen vermochte und was 10 Gestalten in identischer Montur wohl auf einem Motorboot machten, war wohl so hoch, wie selten.

Wann sonst in unserer schnellen, digitalen und sich stetig wandelnden Welt, sind tausende Augenpaare ungestört und minutenlang auf ein einziges Objekt gerichtet… und wir nur wenige Meter davon entfernt.

>>Ohne Tischkicker, ohne Feierabendbier aber dafür ganz casual – in OWNLY-Outdoor-Ausrüstung.<<

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