Ehre für Dagobert Duck

OWNLY

5. Oktober 2016
„Ins Geld springen wie ein Seehund, darin buddeln wie ein Maulwurf. Das ist echte Lebensfreude“, bekannte Dagobert Duck bereits 1947, als Walt Disneys Comic-Zeichner der reichsten Ente des Universums auf die Spur kamen.


Sein Geldspeicher auf dem Glatzenkogel im Zentrum von Entenhausen ist nachweislich 38,75 Meter hoch und 36 Meter breit. Wobei der Tresor baulich weit ins Erdreich gesenkt werden musste, um Ducks 800 Milliarden Thaler und 16 Cent sicher zu verwahren.

Heute stellt sich die drängende Frage: Verfügte Onkel Dagobert über seherische Gaben, wenn nicht gar prophetische Fähigkeiten? Ahnte er schon Jahrzehnte im voraus,
dass ein gewisser Mario Draghi, alias McMoneysac, die Euro-Völker mit einem Negativzins beglücken wollte? Vieles spricht aus heutiger Sicht dafür.
Duck jedenfalls blieb zeitlebens bekennender Großkapitalist ganz im Sinne von Adam Smith, der bereits vor 300 Jahren in Schottland verkündet hatte,
dass purer Eigennutz dem Wohlstand der Gesellschaft höchst förderlich sei. Folglich blieb der geizige Enterich, den wir alle wegen seines schäbigen Zylinders, seines Gehrocks und seiner abgewetzten Gamaschen seit Kindertagen mit Wohlgefallen im Gedächtnis halten, gänzlich taub für Sirenengesänge von Zentralbank-Türmen.
Ohnehin misstraute Dagobert Duck zutiefst jeder Form des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und erst recht einem Zentralbankkonto.
Denn dort, so warnte er immerfort seinen drei Großneffen, Tick, Trick und Track, laure die Gefahr, dass ihm unter der euphemistischen Deklarierung „Negativzins“ Sekunde und Sekunde Tausende von Thalern gestohlen werden könnten. Konsequent hortete er hunderte Zentner rotbrauner 500-Thaler-Scheine lieber in seinem riesigen Tresor als auf einem x-beliebigen Zentralbank-Konto im fernen Frankfurt am Main.

Als kluger Kapitalist hielt Dagobert Duck zeitlebens auch am physischen Besitz von Gold fest. „Was soll ich mit FTSE Gold?“ fragte er ständig seine Großneffen.
Was seinerseits nur rhetorisch gemeint war. Dann grinste er über seinen breiten Schnabel und quakte: „Lieber lass ich mir die täglich Krügerrand und Maple-Leaf auf die Glatze prasseln.“
Mit Fug und Recht darf man heutzutage sagen: Dagobert Duck verdient auch posthum der Nobelpreis für Wirtschaftswisssenschaften.
Im Stillen haben nämlich viele Banken, Sparkassen und Versicherungen bereits durchkalkuliert, welchen Nutzen ihnen Geldspeicher à la Entenhausen bringen könnten. Noch zögern manche, dies publik zu machen.
Aber angemietet haben sie bereits die Tresore am Genfer See. „Man muss vorbauen“, heißt es in der Branche, „denn im Sommer wird McMoneysac den Strafzins bestimmt erhöhen.“
Seit 2007 trägt die 20-Pfund-Sterling-Note das Porträt von Adam Smith. Ist es da nicht endlich an der Zeit, dass unser zukünftiger 500-Euro-Schein Dagobert Duck ehrt?

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